Auf dieses Auf­ein­an­der­treffen hätten beide Par­teien sicher gerne ver­zichtet. Seit Dienstag stehen sich der Argen­ti­nier Jonás Gutiérrez und sein ehe­ma­liger Arbeit­geber New­castle United vor einem Gericht in Bir­mingham gegen­über.

Der ehe­ma­lige Natio­nal­spieler fühlt sich von seinem Ex-Klub dis­kri­mi­niert und bezieht sich auf ein Gleich­stel­lungs­ge­setz. Es geht um eine Ent­schä­di­gungs­summe von ins­ge­samt 2,5 Mil­lionen Euro und indi­rekt auch um das Leben von Gutiérrez’ Mutter.

Gedanken über einen Selbst­mord vor den Toren des Sta­dions

Monica Mon­tore scheint eine emo­tio­nale Frau zu sein. Die Mutter des Argen­ti­niers, die gleich­zeitig dessen Mana­gerin ist, gab als Zeugin vor dem Gericht an, dass sie wegen der Gescheh­nisse rund um Ihren Sohn ernst­haft über Selbst­mord nach­ge­dacht habe.

Die ganze Sache hat mich fertig gemacht. Ich wollte mich vor den Toren des Sta­dions umbringen und dem Verein in einem Brief mit­teilen, wie schreck­lich sie mit ihm umge­gangen sind.“ Glück­li­cher­weise hat sich Frau Mon­tore gegen einen Suizid ent­schieden und kann dadurch den Pro­zess zwi­schen ihrem Sohn und dessen Ex-Klub ver­folgen.

Es war eigent­lich eine glück­liche Bezie­hung, die New­castle United und Jonás Gutiérrez viele Jahre führten. Der Argen­ti­nier, der im Sommer 2008 zum Verein aus dem Nord­osten Eng­lands wech­selte, wurde auf Anhieb Stamm­spieler, Publi­kums­lieb­ling und Leis­tungs­träger. Durch seine kon­stant guten Leis­tungen gehörte er sogar zum Kader der WM 2010.

Lob von höchster Stelle – auf einer Stufe mit Messi

Der dama­lige Trainer der Albice­leste, Diego Mara­dona, erklärte nach dem Tur­nier, dass sein Team im Grunde genommen nur aus Mascherano, Messi, Jonás und acht anderen“ bestanden habe. Gutiérrez führte ein erfolg­rei­ches Fuß­bal­ler­leben – an seiner Seite: New­castle United.

Im Mai 2013 wurde die Bezie­hung zwi­schen Gutiérrez und New­castle auf eine erste harte Probe gestellt. Gutiérrez spürte nach einem Trai­nings­un­fall kon­stante Schmerzen im linken Hoden. Erst fünf Monate später stellte der Ver­eins­arzt Paul Cat­terson einen Tumor im Unter­leib fest. Für Gutiérrez, der nach dem Befund wei­nend nach Hause rannte, brach eine Welt zusammen.

Kurz nach der bit­teren Dia­gnose flog der Mit­tel­feld­spieler nach Argen­ti­nien, um sich in seiner Heimat einer Ope­ra­tion zu unter­ziehen. In einem mehr­stün­digen Ein­griff wurde ihm der linke Hoden ent­fernt. Die Ärzte pro­phe­zeiten ihm recht gute Gene­sungs­chancen, hielten sich aber bedeckt, was die sport­liche Zukunft anging.