Seite 2: „Ein riesiger Gewinn für den Verein“

Die Mar­ken­rechte werden an eine neu gegrün­dete GmbH über­tragen, an wel­cher der e.V. zu 49 Pro­zent betei­ligt ist. Was bedeutet das?

Die Mar­ken­rechte waren lange Zeit ein erheb­li­cher Streit­punkt. Als Martin Kind 1997 Prä­si­dent wurde, sicherte er sich die Mar­ken­rechte für damals 800.000 DM. Zum Ver­gleich: Ein­tracht Frank­furt bekommt von der Spiel­be­triebs-Gesell­schaft Ein­tracht Frank­furt pro Jahr zwei Mil­lionen Euro für die Mar­ken­nut­zung. Ein rie­siges Ungleich­ge­wicht! Mit der jet­zigen, neu gegrün­deten GmbH, par­ti­zi­piert der e.V. erst­mals an Geld­ein­gängen, die mit der Markte zusammen hängen. An mög­li­chen Erlösen, die über die Märke gene­riert werden, wird der e.V. mit 49 Pro­zent betei­ligt und muss selbst nichts für seine Anteile bezahlen. Dass Kind und Inves­toren 51 Pro­zent halten und der e.V. nur 49 Pro­zent sieht zwar optisch nicht schön aus, ist aber de facto ein rie­siger Gewinn für den Verein.

Wird Martin Kind seine Füße bezüg­lich 50+1 in Zukunft still halten? 

Ich erwarte tat­säch­lich, dass er nichts mehr unter­nimmt. Sein Plan, 50+1 bei Han­nover 96 zu kippen, ist ver­bind­lich geschei­tert. Außerdem befindet sich im aus­ge­han­delten Ver­trag ein Passus, der besagt, dass weder die KGaA mit Martin Kind, noch der e.V. nochmal einen Antrag auf Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung bei der DFL ein­rei­chen dürfen.

Viele spre­chen von einer Ver­nunf­t­ent­schei­dung“. Das klingt nicht nach Euphorie.

Mög­li­cher­weise hat man Abstriche gemacht, was die ursprüng­lich auf­ge­stellten For­de­rungen angeht. Aber das Kern­thema, dass 50+1 bei Han­nover 96 bestehen bleibt ist erreicht worden. Es ist ein Akt der Ver­nunft, wenn man an seinen ursprüng­li­chen For­de­rungen nicht mehr fest­hält, um ein höheres Ziel zu errei­chen. Dass 50+1 ding­fest gemacht wurde, ist für mich wich­tiger als alles andere. 

Wird Han­nover 96 jetzt zur Ruhe kommen?

Ich denke und hoffe sehr, dass mit dem Ver­trag gute Vor­aus­set­zungen geschaffen wurden. Wenn sich alle an diese Ver­ein­ba­rung halten, sehe ich gar keinen Grund, warum man sich weiter streiten sollte. Der große Streit­punkt sollte sich damit erle­digt haben. Jetzt steht bei Han­nover 96 hof­fent­lich wieder der Fuß­ball im Vor­der­grund.