Seite 2: Eier wie Wassermelonen

6.
Eier­suche, ‑malen, oder ‑weit­wurf: Für Ostern haben alle ihre eigenen Tra­di­tionen ent­wi­ckelt. Und Philipp Lahm? Im Inter­view mit der Zeit danach gefragt, wie er den Oster­montag ver­bringe, ant­wor­tete er gewohnt schlag­fertig, wort­ge­wandt und ori­gi­nell: Heute früh war ich bei der Pres­se­kon­fe­renz, jetzt bin ich auf dem Weg zum Trai­ning. Ich bin beruf­lich ziem­lich ein­ge­bunden.“ Und was sind so die Oster­bräuche der Familie Lahm? Typisch ist, dass wir uns alle einmal sehen. Das klingt viel­leicht banal, aber die Gele­gen­heit haben wir leider nicht so oft. Dieses Jahr haben wir uns nach Freitag auch am Oster­sonntag zum Brun­chen getroffen. Ich kam etwas später, weil ich vorher noch zum Trai­ning musste.“ So viel dazu.

7.
Um Eier dreht sich im Fuß­ball schließ­lich vieles auch abseits von Ostern. Dass sie uner­läss­lich für einen erfolg­rei­chen Spiel­ver­lauf sind, wusste schon Oli Kahn. Chris­toph Kramer konnte spon­tanen Wuchs bei seinen Glad­ba­chern aus­ma­chen. Und Ivica Osim, der Grazer Jahr­hun­dert­coach machte bei seinem Prä­si­denten Hannes Kartnig eine ana­to­mi­sche Ano­ma­lität aus: Er hatte Mut – er hatte Eier wie Was­ser­me­lonen.“

8.
Jürgen Klins­mann sieht sich selbst als reli­giösen Men­schen. Das bewiesen nicht zuletzt die Bud­dhas, die er auf dem Bayern-Trai­nings­ge­lände auf­stellen ließ, um für bes­sere Ener­gie­flüsse zu sorgen. Auch als die Taz zu Ostern 2009 Always Look on the Bright Side of Life“ titelte und dazu einen Klinsi-Jesus am Kreuz abdruckte, kam die Reli­gion beim dama­ligen Bayern-Trainer durch. Klins­mann sah sich als Objekt blas­phe­mi­scher Angriffe, das Leiden Christi werde ins Lächer­liche gezogen, wes­halb er gericht­lich gegen den Titel vor­ging. Das Land­ge­richt Mün­chen wies seinen Antrag jedoch ab. Und die Taz begann ihre Mit­tei­lung über die Ent­schei­dung gna­denlos mit den Worten: Jürgen Klins­mann hat schon wieder ver­loren. Die­sesmal vor Gericht.“ 

9.
Dass der Herbst­meister nicht Meister werden muss, weiß auch Uli Hoeneß. Er ver­packte es aber gewohnt phi­lo­so­phisch in poe­ti­scherem Duktus und sagte: Der Niko­laus war noch nie ein Oster­hase.“ Wahre Worte.

10.
Bleibt nur noch eins zu sagen: