1.
Ach­tung, Rest­posten! 10 Oster­eier Kunst­stoff Schalke 04 Rest­posten Fuß­ball“, lockte einst Ebay-Ver­käufer enna­mars­fuss­ball­fan­ar­ti­kel­shop“ mit dem Son­der­preis 3,95 Euro. Zuge­schlagen, wer sich zum Oster­fest so richtig die Stim­mung ver­derben möchte. 

2.
Seit 1980 gibt es bei der Euro­pa­meis­ter­schaft ein Mas­kott­chen, in Ita­lien musste damals Pinoc­chio her­halten. Acht Jahre später in Deutsch­land war dann Berni dran. Nein, nicht der bay­ri­sche Brummbär, son­dern ein hei­terer Hop­pel­hase. Der war so erfolg­reich, dass er 1992 in Schweden gleich wieder ran durfte. Mit dem nach­ge­rückten Euro­pa­meister Däne­mark legte er dem Ver­an­stalter ein schönes Über­ra­schungsei ins Nest.

3.
In den ver­gan­genen Jahren beklagten sich immer wieder Ver­treter von Polizei und Kir­chen über Spiel­tagsan­set­zungen am Oster­wo­chen­ende. Und zumin­dest an Kar­freitag ver­zich­tete die Bun­des­liga bis­lang auf Anset­zungen. Fans und Chris­tentum: In den Farben getrennt, in der Sache ver­eint. Quasi. Gegen das Oster­mon­tags­spiel hin­gegen war die Kirche machtlos.

4.
Am Oster­montag wurde auch schon in der Bun­des­liga-Pre­mie­ren­saison gekickt. Damals hatte die Liga ihn für Nach­hol­spiele frei­ge­halten. Derer wurden dann gleich vier aus­ge­tragen. Unter anderem besiegte der Tabel­len­letzte Saar­brü­cken zu Hause Borussia Dort­mund – der erste Heim­sieg der Bun­des­liga fühlte sich ver­mut­lich an wie Weih­nachten und Ostern zusammen.

5.
Weniger fei­er­lich ging es am glei­chen Tag im Frank­furter Wald­sta­dion zu. Weil der Schieds­richter kurz vor Schluss den ver­meint­li­chen Ein­tracht-Sieg­treffer beim Stand von 2:2 gegen den HSV annul­lierte, musste ihn berit­tene Polizei schützen. Offen­sicht­lich waren die Ein­satz­kräfte schon damals an den Fei­er­tagen ganz beson­ders gefor­dert.

6.
Eier­suche, ‑malen, oder ‑weit­wurf: Für Ostern haben alle ihre eigenen Tra­di­tionen ent­wi­ckelt. Und Philipp Lahm? Im Inter­view mit der Zeit danach gefragt, wie er den Oster­montag ver­bringe, ant­wor­tete er gewohnt schlag­fertig, wort­ge­wandt und ori­gi­nell: Heute früh war ich bei der Pres­se­kon­fe­renz, jetzt bin ich auf dem Weg zum Trai­ning. Ich bin beruf­lich ziem­lich ein­ge­bunden.“ Und was sind so die Oster­bräuche der Familie Lahm? Typisch ist, dass wir uns alle einmal sehen. Das klingt viel­leicht banal, aber die Gele­gen­heit haben wir leider nicht so oft. Dieses Jahr haben wir uns nach Freitag auch am Oster­sonntag zum Brun­chen getroffen. Ich kam etwas später, weil ich vorher noch zum Trai­ning musste.“ So viel dazu.

7.
Um Eier dreht sich im Fuß­ball schließ­lich vieles auch abseits von Ostern. Dass sie uner­läss­lich für einen erfolg­rei­chen Spiel­ver­lauf sind, wusste schon Oli Kahn. Chris­toph Kramer konnte spon­tanen Wuchs bei seinen Glad­ba­chern aus­ma­chen. Und Ivica Osim, der Grazer Jahr­hun­dert­coach machte bei seinem Prä­si­denten Hannes Kartnig eine ana­to­mi­sche Ano­ma­lität aus: Er hatte Mut – er hatte Eier wie Was­ser­me­lonen.“

8.
Jürgen Klins­mann sieht sich selbst als reli­giösen Men­schen. Das bewiesen nicht zuletzt die Bud­dhas, die er auf dem Bayern-Trai­nings­ge­lände auf­stellen ließ, um für bes­sere Ener­gie­flüsse zu sorgen. Auch als die Taz zu Ostern 2009 Always Look on the Bright Side of Life“ titelte und dazu einen Klinsi-Jesus am Kreuz abdruckte, kam die Reli­gion beim dama­ligen Bayern-Trainer durch. Klins­mann sah sich als Objekt blas­phe­mi­scher Angriffe, das Leiden Christi werde ins Lächer­liche gezogen, wes­halb er gericht­lich gegen den Titel vor­ging. Das Land­ge­richt Mün­chen wies seinen Antrag jedoch ab. Und die Taz begann ihre Mit­tei­lung über die Ent­schei­dung gna­denlos mit den Worten: Jürgen Klins­mann hat schon wieder ver­loren. Die­sesmal vor Gericht.“ 

9.
Dass der Herbst­meister nicht Meister werden muss, weiß auch Uli Hoeneß. Er ver­packte es aber gewohnt phi­lo­so­phisch in poe­ti­scherem Duktus und sagte: Der Niko­laus war noch nie ein Oster­hase.“ Wahre Worte.

10.
Bleibt nur noch eins zu sagen: