Manuel Neuer
In der ersten Halb­zeit wie das Kli­schee eines Ruhr­ge­biets­jungen – beschäf­ti­gungslos. Gute Paraden zu Beginn der zweiten Halb­zeit, starke Parade in der 78. Minute gegen Mem­phis Depay, als der rechte Fuß fast so schnell draußen war wie ansonsten nur der Rekla­mierarm.

Antonio Rüdiger
Ein paar Fehl­pässe ohne Geg­ner­druck in der ersten Halb­zeit, schlimmer Timing­fehler im Kopf­ball­duell gegen Promes in der 41. Minute. Dafür mit einer 1a-Grät­sche kurz vor der Halb­zeit. Das ließ ihn offenbar Mut fassen, denn in Durch­gang zwei wirkte es fast so, als wäre es sogar nach­voll­ziehbar, dass Rüdiger immer wieder den Vorzug erhält vor soliden bis sehr guten Innen­ver­tei­di­gern wie Mat­thias Ginter, Jona­than Tah oder, sagen wir, Chris­tian Wörns.

Niklas Süle
Wirkte zu Beginn und im direkten Duell mit Ryan Babel sicht­lich irri­tiert ob dessen Haar­farbe Marke Pumuckl explo­diert“. Ließ sich aber selbst von diesem unsport­li­chen Ver­halten nicht aus der Ruhe bringen. Stark. Klärte in der 31. Minute fast zum Eigentor und also auf die Quer­latte. Aber selbst das sah irgendwie nach Absicht aus. In der 73. sogar mit einer Finte vor dem geg­ne­ri­schen Straf­raum. Wäre das Spiel eine Folge Under­cover Boss“ gewesen und man hätte raten müssen, wer denn hier der Boss ist, Süle hätte beste Chancen.

Mats Hum­mels
Ver­mut­lich nicht mehr erkältet. Statt­dessen unkte ARD-Kom­men­tator Steffen Simon: Hum­mels ein­ge­laufen!“ So schlimm war es dann aber doch nicht. Sou­ve­räne Bal­ler­obe­rung vor dem 1:0, ansonsten feh­lerlos. Bekam vor dem 1:2 ebenso wenig Zugriff auf die Hol­länder wie die kom­plette deut­sche Elf.

Thilo Kehrer
Mit der ersten guten Chance nach nicht mal einer Minute. Soli­da­ri­sierte sich in der Szene mit seinen Ex-Kol­legen, den Schalker Stür­mern, und verzog Rich­tung Dort­mund. Rückte auch in der Folge immer wieder mit auf. Auch, weil er hinten alles fester im Griff hatte als Uli Hoeneß seine Steu­er­erklä­rungen nach 2014. In der 86. mit der großen Chance auf das 3:1. Unklar, ob er da schießen oder flanken wollte. Ist aber auch egal: In beiden Fällen wäre der Ver­such als ein­fach nur kläg­lich zu betrachten gewesen. Trotzdem: Hat unbe­dingt das Zeug zum Stamm­spieler auf rechts.

Nico Schulz
Wie Kehrer mit starkem Offen­siv­drang. Könnte in der zweiten Kar­riere ver­mut­lich als Lun­gen­ma­schine arbeiten. Hin und wieder sogar mit einem über­legten Pass (und einem Tunnel gegen de Ligt) statt der übli­chen Mit­tel­stre­cken­ra­kete, die Schulz eine Flanke nennt. Direkt­ab­nahme in der 80. Minute. Mit rechts. Irre, wozu es die Mensch­heit gebracht hat.

Joshua Kim­mich
Trat ein biss­chen wie sein Por­no­balken auf: Durchaus bemüht, aber man musste sich schon anstrengen, um ihn zu sehen. Beste Szene: Als er sich in der zweiten Halb­zeit ohne Grund mit Hol­lands Riese Virgil van Dijk anlegte, der zwar wesent­lich größer, aber ohne Schnurri ist. Schlech­teste Szene: Vor dem 2:2, als er einen Kopf­ball ver­passte. Des­halb: eher Unent­schieden.