Hans-Jürgen Dörner, ist Franz Becken­bauer eigent­lich je Dörner des Wes­tens“ gerufen worden?
Hüb­sche Vor­stel­lung, aber ich bin mir sicher, dass er das nie zu hören bekommen hat.

Sie wurden mit Becken­bauer ver­gli­chen, weil Sie die Rolle des freien Mannes ähn­lich kreativ und offensiv inter­pre­tierten. Dabei sah Sie Ihr Trainer Walter Fritzsch bei Dynamo Dresden zunächst gar nicht als Libero.
Ich rückte in die erste Her­ren­mann­schaft auf, als Dynamo gerade wieder in die Ober­liga auf­ge­stiegen war. 1969 hatte ich noch bei einem UEFA-Tur­nier in Leipzig als Libero gespielt und war als bester Spieler des Tur­niers aus­ge­zeichnet worden. Das Erste, was Fritzsch zu mir sagte, war: Also Libero spielst du hier nicht!“ Da brach erst mal eine kom­plette Welt für mich zusammen.

Eine päd­ago­gi­sche Maß­nahme?
Ich hab mich zumin­dest bemüht, es nicht zu ver­bissen zu sehen. Ich hab dann als Mit­tel­stürmer gespielt und das eine oder andere Tor gemacht. All das war durchaus zu meinem Vor­teil, ich war fle­xibel ein­setzbar und bin mit der Zeit immer weiter nach hinten durch­ge­rutscht.

Sie sind in Gör­litz geboren und haben dort auch die ersten Jahre Fuß­ball gespielt. Ihr Talent blieb nicht lange ver­borgen. War es zwangs­läufig, dass Sie in Dresden lan­deten?
Es gab damals den Bezirk Dresden, für den ein Jugend­aus­wahl­trainer zuständig war. Der hat lan­ciert, dass ich zu Dynamo komme. Ich habe mir mit 16 Jahren über­haupt keine Gedanken über andere Ver­eine wie Mag­de­burg oder Leipzig gemacht.

Wie groß war die Umstel­lung von Gör­litz zu Dresden?
Eine totale Umstel­lung. In Gör­litz hatte ich nur zweimal in der Woche trai­niert, nun plötz­lich fünfmal plus die Spiele am Wochen­ende. Ich habe im Internat gewohnt und war ganz allein auf mich gestellt. Es gab nie­manden, der sich spe­ziell um mich geküm­mert hätte.

Coach Walter Fritzsch, der von Stahl Riesa nach Dresden gekommen war, wurde gerne mit zwei Attri­buten beschrieben: klein und streng.
Was hun­dert­pro­zentig auf ihn zutraf. Er war ziem­lich auto­ritär und hat sehr auf Dis­zi­plin geachtet. Viel­leicht liegt das daran, dass kleine Leute glauben, sich durch­setzen zu müssen. Wir hatten ein paar grö­ßere Spieler drin, viele erfah­rene Leute. Aber im Grunde zählte nur seine Mei­nung.

War es schwierig, sich als junger Spieler unter­zu­ordnen?
Manchmal schon, aller­dings wurde schnell klar, dass wir mit Fritzsch Erfolg haben würden. Vorher war Dynamo eine Fahr­stuhl­mann­schaft. Seit Fritzsch da war, spielten wir prak­tisch jedes Jahr um die Meis­ter­schaft mit und qua­li­fi­zierten uns für den Euro­pa­pokal. Am Ende hatten wir mit ihm fünf Meis­ter­titel geholt und zwei Pokal­siege. Das gab ihm recht.

Hans-Jürgen Dörner

wurde am 25. Januar 1951 in Gör­litz geboren, spielte dort als Jugend­li­cher bei der BSG Energie und Motor WAMA. Als 18-Jäh­riger debü­tierte er in der ersten Mann­schaft von Dynamo Dresden und war maß­geb­lich an den großen Erfolgen in den sieb­ziger Jahren betei­ligt: 5 Meis­ter­schaften, 4 Pokal­siege, dazu 68 Begeg­nungen im Euro­pa­pokal. 1977, 1984 und 1985 wurde Dörner Fuß­baller des Jahres in der DDR. Auch in der Natio­nalelf war Libero Dörner eine feste Größe, er bestritt von 1969 bis 1985 100 Spiele. 1976 holte er mit der Olympia-Aus­wahl in Mont­real Gold.

Die Idee des Walter Fritzsch in wenigen Worten?
Er hat unheim­lich viel Wert auf Spiel­in­tel­li­genz gelegt. Die ganze Mann­schaft sollte in Bewe­gung sein, mit­denken und vor­aus­schauend spielen. Sie sollte den Gegner früh­zeitig unter Druck setzen und zu Ball­ver­lusten zwingen. Sie sehen, das gibt es nicht nur heute, son­dern auch schon in den sieb­ziger Jahren.

Dazu braucht man die rich­tigen Spieler.
Die hat er in Dresden gehabt. Eine gute Mischung aus erfah­renen, tech­nisch gut aus­ge­bil­deten Spie­lern und jungen Talenten, die aus den Nach­wuchs­mann­schaften nach­rückten. Eine tolle Mann­schaft! Vorne Hans-Jürgen Krei­sche, ein sen­sa­tio­neller Tor­jäger. Und natür­lich Rein­hard Häfner, der aus Erfurt kam und den Spiel­aufbau orga­ni­siert hat.

Und Sie nicht zu ver­gessen! Sie haben den Libero ja sehr offensiv inter­pre­tiert und waren oft tor­ge­fähr­li­cher als manch ein Mit­tel­feld­spieler.
Das ist richtig, aber man hat mich auch gelassen. Der Trainer hat es erlaubt und die Mann­schaft hat es mit­ge­tragen. Wenn ich mar­schiert bin, ließ sich ein anderer fallen.

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Die Dresdner Domi­nanz in den Sieb­zi­gern liest sich auch heute noch beein­dru­ckend. Von 1969 bis 1980 lan­dete Dynamo stets unter den ersten drei Mann­schaften. Gab es in diesen Jahren einen Erz­ri­valen?
Gerieben haben wir uns vor allem an Jena. Die Spieler haben sich unter­ein­ander gut ver­standen, aber es prallten zwei Trai­ner­phi­lo­so­phien auf­ein­ander. Hier die Buschner-Schule, die von Hans Meyer wei­ter­ge­führt wurde und die einen starken Akzent auf Ath­letik und Beweg­lich­keit legte. Die Spieler von Carl Zeiss waren uns da weit voraus. Und auf der anderen Seite Walter Fritzsch mit seiner Phi­lo­so­phie des schönen, attrak­tiven, intel­li­genten Fuß­balls.

Damit konnte Dynamo auch inter­na­tional mit­halten.
Hier hat alles gespielt, was Rang und Namen hatte. Der FC Liver­pool, Ajax Ams­terdam, Juventus Turin und natür­lich Bayern Mün­chen. Die beste Mann­schaft, die je in Dresden gespielt hat, war Ajax. Die liefen mit der halben Natio­nal­mann­schaft auf, mit Johan Nees­kens, Johan Cruyff, Arie Haan, dazu Horst Blan­ken­burg. In Ams­terdam ver­loren wir 0:2 und haben uns in Dresden immerhin ein 0:0 erkämpft. Die holten anschlie­ßend auch den Euro­pa­pokal. Diese euro­päi­schen Spiele sorgten dafür, dass die Dresdner Zuschauer ganz schön ver­wöhnt waren.

Bis heute wird viel vom deutsch-deut­schen Duell im Ach­tel­fi­nale 1973 erzählt. Der BRD-Meister gegen den DDR-Meister, Bayern Mün­chen gegen Dynamo Dresden.
Dieses Spiel wurde hüben wie drüben hoch­sti­li­siert, zum Klas­sen­kampf auf dem grünen Rasen. Sport­lich haben sie uns in Mün­chen ein wenig unter­schätzt, vor­sichtig aus­ge­drückt. Die Bayern waren offen­sicht­lich ein biss­chen erschro­cken, dass da eine Mann­schaft aus dem Osten kommt und tat­säch­lich guten Fuß­ball spielt. Beide Spiele waren unglaub­lich span­nend, wir haben im Olym­pia­sta­dion geführt, und die haben hier geführt.

Wir sitzen hier im dama­ligen Mann­schafts­hotel der Münchner unweit des Haupt­bahn­hofes. Fotos von damals zeigen eine Men­schen­traube, die die Münchner emp­fängt.
Wir haben den Trubel gar nicht mit­be­kommen, weil wir schon einen Tag vorher ins Trai­nings­lager gefahren waren: Hin­terher waren wir sehr ent­täuscht, weil wir uns so naiv ver­halten hatten.

Der ganz große Wurf, ein inter­na­tio­naler Pokal, blieb Dresden im Gegen­satz zum 1. FC Mag­de­burg aber ver­wehrt.
Das lag letzt­lich am System. Wir haben all die Jahre zu sehr in unserem eigenen Saft geschmort. Zu Vor­be­rei­tungs­spielen fuhren wir nach Polen oder in die CSSR. Uns fehlten die inter­na­tio­nalen Ver­gleiche. Es wäre auch sinn­voll gewesen, den Spie­lern Ver­eins­wechsel zu ermög­li­chen, ob nun inner­halb der Ober­liga oder ins Aus­land. Neue Trainer, neue Kon­zepte, neue Men­ta­li­täten ken­nen­zu­lernen, bringt einen Spieler immer weiter, mensch­lich und sport­lich.

Heute gilt mög­lichst lang­jäh­rige Ver­eins­treue als höchstes mora­li­sches Gut im Pro­fi­fuß­ball.
Aber das kann man ja auch nicht ver­glei­chen. Heute bleiben die Spieler zwei Jahre bei einem Verein und ziehen dann weiter. Ich habe bei Dynamo fast 20 Jahre Fuß­ball gespielt, weil ich im Prinzip gar keine andere Chance hatte, woan­ders hin­zu­gehen.

Ich war zeitig ver­hei­ratet, Flucht kam nicht in Frage“

Die großen Fuß­baller der DDR bekamen bei inter­na­tio­nalen Begeg­nungen gerne mal Ange­bote aus dem Westen. Haben Sie mit dem Gedanken gespielt, im Westen zu bleiben?
Es gab schon Ver­bin­dungen, Bekannt­schaften und bis­weilen auch Tele­fo­nate mit anderen Ver­einen. Aber letzt­lich hat sich für mich die Frage nicht gestellt. Ich war zeitig ver­hei­ratet und mir war klar, dass eine Flucht schwere Kon­se­quenzen für die Familie daheim gehabt hätte. Man darf zudem nicht ver­gessen, dass jeder, der in den Westen floh, zunächst einmal lange gesperrt wurde. Und mir ist es ja in Dresden als Fuß­baller gut gegangen. Es wäre gelogen, wenn ich jetzt sagen würde, dass alles hier Mist war. Mir hat es an nichts geman­gelt, ich konnte reisen. Die Frau musste natür­lich zu Hause bleiben, aber ich hab durch den Fuß­ball die ganze Welt gesehen.

Sie reisten als Ange­hö­rige der Volks­po­lizei.
Auf dem Papier waren wir Spieler alle­samt Ange­stellte der Volks­po­lizei, der Bezirks­be­hörde. Jeder Spieler hatte seinen Dienst­grad und wurde bei Erfolgen aus­ge­zeichnet. Aber das war nur fürs Pro­to­koll. Der Alltag bestand aus Trai­ning vor­mit­tags, Trai­ning nach­mit­tags und den Spielen am Wochen­ende. Im Prinzip haben wir nur Fuß­ball gespielt.

Nach der Saison 1977/78 wurde Fritzsch in Ehren ver­ab­schiedet, sein Assis­tenz­trainer Ger­hard Prautzsch über­nahm.
Prautzsch hat einen anderen Fuß­ball spielen lassen, vor­sich­tiger und abwar­tender. Das lag uns ein­fach nicht so. Durch die acht, neun Jahre unter Fritzsch waren wir darauf geeicht, anzu­greifen, nach vorne zu spielen. Anfangs hatten wir große Pro­bleme damit. Als dann 1981 Peter Kotte, Mat­thias Müller und Gerd Weber aus der Mann­schaft ent­fernt wurden, war das der Genick­bruch für uns.

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Müller, Kotte und Weber wurden auf dem Flug­hafen Schö­ne­feld ver­haftet, als die Natio­nal­mann­schaft nach Süd­ame­rika fliegen sollte. Weber soll seine Flucht geplant haben, die anderen beiden wurden als Mit­wisser beschul­digt.
Eine merk­wür­dige Situa­tion war das. Wir fuhren nach Süd­ame­rika und blieben dort drei Wochen, wäh­rend­dessen wurden wir infor­miert, dass die drei nach unserer Rück­kehr wieder spielen würden. Erst als wir wieder da waren, erfuhren wir, dass sie aus dem Klub aus­ge­schlossen worden waren und im Prinzip nie mehr spielen würden. Wir waren stark ver­un­si­chert, und das hat man uns auch auf dem Platz ange­merkt. Es hat sicher zwei bis drei Jahre gedauert, bis wir das ver­kraftet hatten.

Fünf Jahre später setzte sich Frank Lipp­mann nach der denk­wür­digen 3:7‑Niederlage bei Bayer 05 Uer­dingen ab. Sowohl Weber als auch später Lipp­mann waren Ihre Zim­mer­ge­nossen. Gerieten Sie da nicht in Erklä­rungsnot?
Ja, im Prinzip war ich immer dabei. Bei Weber wurde nicht bei mir nach­ge­fragt. Bei Lipp­mann musste ich mich erklären. Aber ich hatte tat­säch­lich vorher nichts mit­be­kommen. Ich habe die ganze Nacht mit anderen Spie­lern auf dem Zimmer ver­bracht.

Die große Ära von Dynamo Dresden ging zu Ende. Als neuer Seri­en­meister stand der BFC Dynamo in den Start­lö­chern.
Wir sind 1978 das letzte Mal Meister geworden, danach wurde es schwierig. Die Ber­liner hatten eine gute Mann­schaft, aber durch die Jahre haben wir immer wieder Punkte ein­ge­büßt durch kuriose Ent­schei­dungen. Nur so kann eine Mann­schaft zehnmal hin­ter­ein­ander Meister werden. Wie es wirk­lich um die Kräf­te­ver­hält­nisse bestellt war, sah man immer in den Pokal­end­spielen. Die wurden live im Fern­sehen über­tragen, vor 55 000 Zuschauern, da mussten sie es mit rechten Dingen zugehen lassen und haben auch immer ver­loren. Wenn der Schieds­richter da eini­ger­maßen kor­rekt pfeifen musste, dann waren sie unter­legen. Aber in die Liga sind merk­wür­dige Dinge pas­siert.

Können Sie sich an eine beson­ders krasse Fehl­ent­schei­dung erin­nern?
Wir haben 1979 hier 1:2 ver­loren. Beim Stand von 1:1 geht Hans-Jürgen Rie­diger durch und steht etwa 15 Meter im Abseits. Das ganze Sta­dion hat gepfiffen, wir ver­loren das Spiel.

Hat der Fuß­ball da noch Spaß gemacht?
Die ersten zwei Jahre habe ich das gar nicht so mit­ge­kriegt. Irgend­wann begriffen wir, dass wir gar nicht mehr Erster werden konnten. Da haben wir uns dann auf Platz zwei oder drei oder den Pokal­sieg kon­zen­triert. Wir wollten ja inter­na­tional spielen.

1986 been­deten Sie Ihre Kar­riere. Anschlie­ßend arbei­teten Sie im Nach­wuchs­be­reich, beim DDR-Ver­band und schließ­lich lange Jahre beim DFB. Dann wurden Sie als erster ost­deut­scher Trainer von einem Bun­des­li­gisten ver­pflichtet, von Werder Bremen als Nach­folger von Aad de Mos.
Es war ein Wagnis, eine Chance. Ich habe es auch nie bereut. Das war eine ganz wich­tige Erfah­rung für mich. Aber ich würde heute einiges anders machen. Inzwi­schen ist es ja auch üblich, dass man seinen Trai­ner­stab mit­bringt. Ich war damals alleine und bekam eigent­lich ständig mit­ge­teilt, dass Otto Reh­hagel das aber ganz anders gemacht habe.

Als Manager wirkte damals Willi Lemke, nicht gerade ein Fuß­ball­fach­mann.
Prin­zi­piell ist es besser, wenn der Sport­di­rektor aus dem Fuß­ball kommt. Aber Lemke hatte mir von vorn­herein gesagt, er mische sich nicht in sport­liche Dinge ein, davon ver­stehe er nichts.

Es heißt, Sie hätten Bal­lack und Andrij Schewt­schenko ver­pflichten wollen.
Es gab Inter­esse an den beiden. Schewt­schenko war 21 und man sah schon, was das für ein Riese wird. Es ging es um 12 oder 13 Mil­lionen Mark. Den Wagemut hatte man damals nicht. Mit Bal­lack war das im Prinzip das Gleiche. Der kam von Chem­nitz, war weithin unbe­kannt und Werder zu teuer.

Was wurde auf­ge­rufen?
Eine Mil­lion. Das hätte man sicher­lich ver­han­deln können. Aber dann hat Otto Reh­hagel zuge­schlagen. Ich weiß aber nicht, was er bezahlt hat.

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Hans-Jürgen Dörner, wenn Sie auf Ihre Kar­riere zurück­bli­cken: Gibt es für Sie ein Spiel des Lebens, unver­gess­lich nach all den Jahren?
Es gibt viele Spiele, aber mein erstes Euro­pa­po­kal­spiel war schon beson­ders. Wir haben gegen Leeds United gespielt und 0:1 ver­loren. Durch einen Hand­elf­meter, von mir ver­schuldet. Der Tor­wart war geschlagen und ich habe den Ball im Hecht­sprung über die Latte gelenkt. Damals gab es keine Gelbe Karte, nur Elf­meter. Diese Atmo­sphäre in Leeds war unver­gess­lich. Und dann ist da natür­lich Uer­dingen.

Das Hin­spiel gewonnen, im Rück­spiel 3:1 geführt und am Ende 3:7 ver­loren.
Dafür gibt es keine Erklä­rung. Viele haben spontan gesagt, wir hätten das Spiel ver­kauft. Aber das haben wir nicht. Es gab viele wid­rige Umstände. Unser Stamm­tor­hüter war ver­letzt, dann kriegten wir in der zweiten Hälfte zwei frag­wür­dige Elf­meter gegen uns, dann ging gar nichts mehr. Das kann sich ein Außen­ste­hender nicht erklären.

Wenn man mit frü­heren DDR-Sport­lern spricht, ist die Erfah­rung sehr prä­sent, dass das Geleis­tete aus der Zeit vor der Wende im ver­ei­nigten Deutsch­land wenig gilt. Wie haben Sie das erlebt?
Ich habe das große Glück gehabt, dass der Über­gang durch meine Tätig­keit beim DFB relativ nahtlos erfolgte. Aber es stimmt schon, wenn bei­spiels­weise heute im Fern­sehen über Fuß­ball gespro­chen wird, ist unter den Talk­gästen so gut wie nie einer aus der ehe­ma­ligen DDR dabei. Das finde ich per­sön­lich schade. Denn ich bin mir sicher, die hätten viel zu erzählen.