Seite 3: Leipzigs zweite Mannschaft heißt RB Salzburg

Aus­ge­rechnet Mate­schitz, der RB Leipzig quasi besitzt, spricht gern und unge­niert in der ersten Person, wenn er RB Salz­burg meint. Im Früh­jahr 2017 sagte der Ober-Bulle den Salz­burger Nach­richten“: Das Schönste ist diese Saison die Leis­tung der U19 gewesen (Titel­ge­winn in der UEFA Youth League; d. Red.), die unsere Nach­wuchs­ar­beit … ein­drucks­voll bestä­tigt.“ Im Januar hatte Mate­schitz der­selben Zei­tung in Bezug auf RB Salz­burg erklärt: Wir erlösen pro Jahr rund 40 Mil­lionen Euro durch Spie­ler­ver­käufe, da kann ich das Ver­eins­budget sogar redu­zieren.“ Wir. Ich.

Zwi­schen­durch, im April, hatte RBL-Boss Oliver Mint­z­laff Knall auf Fall sein Amt als Red Bulls Global Head of Soccer“ ver­lassen, weil er dort in nicht gerade Uefa-kon­former Weise die Zusam­men­ar­beit der RB-Filialen Salz­burg und Leipzig koor­di­niert hatte, um (O‑Ton Mint­z­laff) Syn­er­gien zu schaffen“. In Leipzig betont man eifrig, dass Mint­z­laffs Schritt nichts mit den Uefa-Bestim­mungen zur Inte­grität des Wett­be­werbs zu tun habe. In Salz­burg dagegen echauf­fieren sich viele Klub-Mit­ar­beiter, dass noch immer alles nach Mint­z­laffs und Rang­nicks Pfeife zu tanzen habe.

Leip­zigs zweite Mann­schaft heißt RB Salz­burg

Bereits im August 2016 hatte der dama­lige Salz­burg-Trainer Oscar Garcia gegen­über dem ORF aus­ge­plau­dert, dass sein Klub ein Aus­bil­dungs­verein für Leipzig sei. Noch am selben Abend legte Rang­nick bei Sky Öster­reich offen, dass die Ablöse für Leipzig-Neu­zu­gang Ber­nardo (von RB Salz­burg) erst im Anschluss an den eigent­li­chen Transfer aus­ge­han­delt wurde. Das Geld blieb ja quasi in der Familie. Ende 2016 hatte Mint­z­laff sein Büro in der Geschäfts­stelle von RB Salz­burg räumen lassen – frei­lich erst nach Erscheinen eines 11FREUNDE-Berichts, in dem auf seine regel­mä­ßige Prä­senz beim Schwes­ter­klub“ hin­ge­wiesen worden war. Die Rede ist übri­gens von jenem Mint­z­laff, der bis heute regel­mäßig mit der Zweig­stelle Öster­reich tele­fo­niert.

Auch dass RB Leipzig 2017 seine eigene U23 vom Spiel­be­trieb abmel­dete, mag nie­manden mehr wun­dern. Denn Leip­zigs zweite Mann­schaft heißt nun mal RB Salz­burg. Und es gibt sogar eine dritte Mann­schaft, näm­lich den FC Lie­fe­ring, der in der 2. öster­rei­chi­schen Liga spielt und eben­falls von Red Bull beherrscht wird. Was pas­siert eigent­lich, wenn die sich auch noch für Europa qua­li­fi­zieren? Ver­mut­lich nichts.