11FREUNDE WIRD 20!

Kommt mit uns auf eine wilde Fahrt durch 20 Jahre Fuß­ball­kultur: Am 23. März erschien​„DAS GROSSE 11FREUNDE BUCH“ mit den besten Geschichten, den ein­drucks­vollsten Bil­dern und skur­rilsten Anek­doten aus zwei Jahr­zehnten 11FREUNDE. In unserem Jubi­lä­ums­band erwarten euch eine opu­lente Werk­schau mit unzäh­ligen unver­öf­fent­lichten Fotos, humor­vollen Essays, Inter­views und Back­s­tages-Sto­­ries aus der Redak­tion. Beson­deres Leckerli für unsere Dau­er­kar­ten­in­haber: Wenn ihr das Buch bei uns im 11FREUNDE SHOP bestellt, gibt’s ein 11FREUNDE Notiz­buch oben­drauf. Hier könnt ihr das Buch be­stellen.

Außerdem prä­sen­tieren wir euch an dieser Stelle in den kom­menden Wochen wei­tere spek­ta­ku­läre Repor­tagen, Inter­views und Bil­der­se­rien. Heute: Als Werder Bremen und der HSV binnen 19 Tagen viermal auf­ein­an­der­trafen.

11 Freunde Das große 11 Freunde Buch Kopie

ERSTER AKT

22. April 2009, DFB-Pokal, Halb­fi­nale

Es regnet aus dunklem Himmel in Ham­burg, natür­lich regnet es in Ham­burg. Ein Drama wird nicht von Sonne beschienen. Im Mit­tel­kreis singt eine Band: Wir sind die Könige des Nor­dens, und es wird alles, wie es einmal war.“ Die Hoff­nung, die neun­zehn Tage später einen grau­samen Tod stirbt, hier wird sie beschworen.

Thomas Schaaf hat in den Tagen zuvor gemahnt, man dürfe nicht den Über­blick ver­lieren, in wel­chem Wett­be­werb man gerade gegen den HSV antrete. Vier Duelle binnen nicht einmal drei Wochen, das hat es so noch nicht gegeben. Ham­burgs Mar­cell Jansen sagt in einem Inter­view: Das werden Schlachten.“ Sein Satz wird hell und heller, wie eine Leucht­ra­kete steigt er auf und taucht den Der­by­ma­ra­thon in glei­ßendes Licht.

Wir fahren über Ham­burg nach Berlin“

Werder, das damals ein anderes Werder ist als heute, ein Sturm-und-Drang-Werder noch, mit Wiese im Tor, mit Naldo in der Innen­ver­tei­di­gung, mit dem genia­li­schen Diego und dem knos­penden Özil, mit Pizarro und Sturm­s­tier Almeida, dieses Werder berennt vom Anpfiff weg das Tor von Frank Rost, als ließe sich der ganze Wahn­sinn durch einen frühen Treffer ver­kürzen. In der elften Minute grätscht Mer­te­sa­cker einen Abpraller ins Netz. Wir fahren über Ham­burg nach Berlin“ singt der Bremer Block.

Der HSV, der damals ein anderer HSV ist als heute, ein HSV, der um die Meis­ter­schaft kämpft, mit Kraft­paket Demel auf rechts und dem umsich­tigen Mathijsen in der Defen­sive, mit dem nim­mer­müden Jarolim im Zen­trum und Petric vorne, mit Olic, Tro­chowski, Boateng, dieser HSV kommt wütend aus der Kabine. In der 67. Minute schießt Guy Demel, Olic fährt den Fuß aus, 1:1. Ver­län­ge­rung.

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I believe I can fly: Wer­ders Diego feiert seinen Treffer zum 1:1 in Ham­burg auf schwe­re­lose Weise.

Pic­ture Alli­ance

Wiese, den sie hier hassen, hält drei Elf­meter

Rosen­berg und Naldo ver­zwei­feln an Rost, der, 35 Jahre alt, ein groß­ar­tiges Spiel lie­fert. Aber auf der anderen Seite steht Tim Wiese, nein, mehr als das, er schwillt, pumpt sich auf, zu Über­le­bens­größe. Von Wiese ist bekannt, dass er an seinen Gegen­übern wächst. Jede Parade von Rost kon­tert er mit einer eigenen. Im Elf­me­ter­schießen pariert Wiese, den sie hier seit einer Kung-Fu-Attacke gegen Olic im Jahr zuvor hassen, drei Ver­suche. Als sich die Arena schon geleert hat, tollt der Mus­kel­protz noch brust­trom­melnd über den Rasen, berauscht von sich selbst und diesem Moment. Werder Bremen steht im DFB-Pokal­fi­nale.