1.
Max Merkel vs. Petar Raden­kovic

Die Paar­be­zie­hung zwi­schen Trainer-Popu­list Max Merkel und Hal­lodri-Tor­wart Petar Raden­kovic konnte man getrost als ganz, ganz schwierig bezeichnen. Ende 1966 lieb­äu­gelte Merkel als Trainer von 1860 Mün­chen wenig dezent mit der Ver­pflich­tung von Ex-Natio­nal­tor­hüter Wolf­gang Fahrian. Ulk­nudel Radi fand die Bedro­hung seines bis dato sicheren Arbeits­platzes gar nicht so lustig und begann Front gegen seinen Trainer zu machen. Nach einem Euro­pa­po­kal­spiel gegen Real Madrid eska­lierte die Situa­tion. In Ber­nabeu hatte Raden­kovic beim 1:3 einen Kul­ler­ball ins Tor gelassen, die Löwen schieden aus, plötz­lich war der Keeper angreifbar. Nur ein paar Tage später gerieten Trainer und Tor­wart nicht nur verbal anein­ander. Auf dem Trai­nings­platz standen sich beide Auge in Auge gegen­über und brüllten um die Wette. Der Höhe­punkt: Merkel nahm die Brille ab und fragte: Wos is? Mogst herhau’n?“ Die Spieler stimmten abschlie­ßend mit 14:3 Stimmen für Mer­kels Ent­las­sung, Der Gehörnte Merkel urteilte über seinen Spezi Radi: Auf einem Esel ist er nach Mün­chen geritten, jetzt fährt er Mer­cedes und isst flam­bierte Bananen, dieser ver­rückte Hund.“

2.
Jupp Heynckes vs. Toni Yeboah

Toni Yeboah galt Anfang der Neun­ziger als Gott­heit in Frank­furt, gleich zwei Mal holte er die Tor­jä­ger­krone und führte mit den Kol­legen Bein, Okocha und Gau­dino Woche für Woche Fuß­ball vom anderen Stern auf. Bis zum 1. Dezember 1994. Denn da ätzte Frank­furts Neu­trainer Jupp Heynckes in einem Inter­view gegen seine drei Top­stars Gau­dino, Okocha und Yeboah. Beson­ders Letz­terer war Heynckes offenbar ein Dorn im Auge und so sprach er den ver­häng­nis­vollen Satz: Yeboah ist zu dick!“ Der Gha­naer fühlte sich per­sön­lich ernied­rigt und zutiefst ver­letzt. Zum Show­down kam es dann beim Straf­trai­ning für Yeboah, Okocha und Gau­dino am nächsten Tag. Co-Trainer Charly Körbel ver­suchte das Tempo beim Wald­lauf in Grenzen zu halten, weil auch Chef Heynckes per­sön­lich mit­lief. Yeboah hin­gegen gab Gas und lief im Sprint­tempo vor­neweg. Als die Gruppe end­lich anhielt, japste Heynckes hastig nach Luft. Yeboah nutzte die Gunst der Stunde und brüllte: Trainer, Du redest nur Scheiße! Du ver­geu­dest das Ver­mögen des Ver­eins!“ Die Folge: Die Ein­tracht musste Yeboah auf Anord­nung von Heynckes ver­kaufen.

3.
Schäfer vs. Möller

13. April 1995: Borussia Dort­mund emp­fängt wenige Spiel­tage vor Sai­son­ende den Karls­ruher SC im West­fa­len­sta­dion. Der BVB braucht im Kampf um die Meis­ter­schaft jeden Punkt, doch schon bald liegt Schwarz-Gelb mit 0:1 hinten. Doch plötz­lich flog ein Schutz­schwalbe in Form von Andreas Möller durch den Sech­zehner, den zu Unrecht gege­benen Elf­meter nutzt der BVB und gewinnt am Ende 2:1. Die Auf­re­gung nach Abpfiff ist riesig. Bringen sie bitte jeden Tag die Szene von Andi Möller im Fern­sehen, damit der Fuß­ball wieder sau­berer wird“, echauf­fierte sich KSC-Trainer Win­fried Schäfer nach Abpfiff. Bei jedem anderen wäre ich zum Schieds­richter gegangen und hätte gesagt, dass es kein Elf­meter war, bei Winnie Schäfer jedoch nicht“, raunzt Möller zurück um anschlie­ßend zu gestehen: Das war eine Schutz­schwalbe. Ich dachte, dass Dirk Schuster mich voll umhauen würde.“ Doch damit nicht genug, denn Schäfer hef­tete seinem Freund Möller noch ein viel grö­ßeres Ver­gehen an. In der Pres­se­kon­fe­renz nach Spiel­schluss rech­netet er end­gültig ab: Ich bin gerade vom Platz gegangen. Da standen Kinder, viel­leicht fünf oder sechs Jahre alt und haben der Mann­schaft den Mit­tel­finger gezeigt. Das ist das Pro­dukt von Andreas Möller.“


4.
Josef Stabel vs. Wolfram Wuttke

Wolfram Wuttke war für seine ver­balen Zwei­kämpfe stets gefürchtet. Seinen wohl größten Krach hatte er aber in der Saison 1988/89 beim 1. FC Kai­sers­lau­tern. Sein Opfer: Chef­trainer Josef Sepp“ Stabel. Wuttkes Hang zur Selbst­ver­liebt­heit brachte aller­dings zuerst seine Mit­spieler gegen ihn auf. Kai­sers­lau­terer Profis ver­petzten Wuttke bei der Ver­eins­füh­rung, weil er sie mehr­fach belei­digt haben soll. Einmal brachte Wuttke sogar seinen Sohn mit in die Mann­schafts­sit­zung. Einem Radio­sender erzählte er später, dass er damit nur seinem Filius beweisen wollte, mit was für dummen Men­schen ich es hier zu tun habe“. Später ergänzte er, dass er damit vor allem den unge­liebten Trainer Stabel meinte. Wuttke ver­setzte Stabel schließ­lich auch den ver­balen Todes­stoß, als er öffent­lich sagte: Von diesem Ersatz­tor­wart kann ich nichts mehr lernen.“ Die Ver­eins­vor­deren glaubten ihrem Star, Stabel wurde wenige Wochen später ent­lassen.

5.
Karl-Heinz Feld­kamp Feld­kamp vs. Bruno Lab­badia

Eigent­lich sollte das Sai­son­fi­nale 1990/91 für den 1. FC Kai­sers­lau­tern zum Fest­marsch durch die Liga werden, waren die Roten Teufel doch auf dem besten Weg in Rich­tung Meis­ter­schaft. Doch dann krachte es gehörig zwi­schen Star­stürmer Bruno Lab­badia und Trainer Kalli Feld­kamp. Mitten in den Ver­hand­lungen über eine mög­liche Ver­trags­ver­län­ge­rung nannten Feld­kamp seinen Stürmer einen Lügner“, Lab­badia kon­terte: Ich war immer kor­rekt, doch wenn ein gewisser Punkt über­schritten ist, wenn ich merke, daß man mich linkt, dann geht bei mir nichts mehr.“ Wenig später wurde bekannt, dass der schöne Bruno zum FC Bayern wech­selt. Feld­kamp ver­zich­tete vor Wut im letzten Sai­son­spiel auf seinen Stürmer, Lau­tern gewann den­noch mit 6:2 Toren und wurde Meister, Lab­badia boy­kot­tierte anschlie­ßend aus Ver­är­ge­rung die Meis­ter­feier. Später trat Lab­ba­dias noch einmal nach: Ich will kein lieber Kerl sein. Lieber gelte ich als Dick­kopf und schwie­riger Typ. Ich muß mor­gens noch in den Spiegel schauen können.“

6.
Berti Vogts vs. Bodo/​Bianca Ill­gner

Die WM 1994 stand wahr­lich unter keinem guten Stern, star­tete die deut­sche Mann­schaft doch mit einer Rei­se­gruppe voller Alt­stars zum Welt­tur­nier, deren Betreuer Berti Vogts von nicht allen Mit­rei­senden für voll genommen wurde. Allen voran Stamm­keeper Bodo Ill­gner rutschte schon auf dem Hin­flug in die USA in der Gunst des Trai­ners nach ganz unten. Bodos Frau Bianca hatte näm­lich dem Stern“ ein Inter­view gegeben, indem sie sich dar­über beschwerte, dass die Spie­ler­frauen nicht im Mann­schafts­hotel über­nachten durften. Der DFB sei in ihren Augen kin­der­gar­ten­mäßig“. Beson­ders unglück­lich: Jene Aus­gabe des Stern lag im Flieger mit Ziel USA aus. Ein inter­es­siert Leser war Berti Vogts. Nach der Lek­türe raunzte Vogts: Dann soll er doch Leicht­athlet werden.“ Nur gut, dass die deut­sche Mann­schaft bereits nach Vier­tel­fi­nale die Koffer packen musste. So konnte der Streit nicht voll­ends ent­flammen.