1. Jack White (TeBe Berlin)

Jack White, alias Horst Nuß­baum, spielte einst durchaus pas­sabel Fuß­ball, wurde dann Plat­ten­pro­du­zent und kaufte sich schließ­lich 1992 beim Ber­liner Underdog Tennis Borussia ein. Dort steckte er die mit Chart­stür­mern wie Laura Bra­nigan sauer ver­dienten Mil­lionen in neue Spieler, mehr als ein paar schmuck­lose Jahre in der 2. Liga sprangen nicht dabei heraus. Die Leid­tra­genden der White-Ära sind die TeBe-Fans, die im Sta­dion aus­giebig mit den schwer erträg­li­chen Songs von David Has­sel­hoff (vom Band) und Bern­hard Brink (gerne live) beschallt werden.

2. Elton John (FC Wat­ford)

1976 stieg Pop­star Elton John beim eng­li­schen Fuß­ball­klub FC Wat­ford ein. Was zunächst nur wie der Spleen eines gelang­weilten Pop­mu­si­kers wirkte, erwies sich bald als Erfül­lung eines Jugend­traums. So stolz war John auf sein Amt, dass er sogar seinen Aston Martin in den Klub­farben anmalen ließ. Was wie­derum Prinz Philip, Gemahl der eng­li­schen Königin, zu John sagen ließ: Oh, Sie sind das, dem dieses Auto gehört. Wir haben es oft gesehen, wenn wir an die Rück­seite von Windsor Castle gefahren sind. Jedes Mal haben wir uns gefragt, wem wohl dieses gräss­liche Auto gehört!“

3. Mohamed Al-Fayed (FC Fulham)

Wer beim FC Fulham spielt, muss sich um nette Ein­kaufs­touren in London City keine Sorgen machen. Der älteste Pro­fi­klub aus der eng­li­schen Haupt­stadt wird von Mohamed Al-Fayed bezu­schusst, dem Besitzer des renom­mierten Kauf­hauses Har­rods. Hat ein Fulham-Akteur spontan Lust, sich mit Kla­motten ein­zu­de­cken, steht ihm jeder­zeit ein per­sön­li­cher Berater zur Ver­fü­gung. Als der ehe­ma­lige Eng­land-Legionär Moritz Volz das Angebot des pro­fes­sio­nellen Shop­pens erst­mals wahr­nahm, traf er auch auf Al-Fayed. Eine Begeg­nung, die den Mäzen in Ver­le­gen­heit brachte, fragte er den Deut­schen doch, wie ihm das letzte Spiel der Cot­ta­gers gefallen habe – Al-Fayed hielt Volz für einen Fan.

4. Peter Maaßen (Rot-Weiß Ober­hausen)

Bis­weilen ver­raten schon Spitz­namen etwas über die Amts­füh­rung. So wurde Peter Maaßen, Groß­händler von KFZ-Teilen, als Prä­si­dent von Rot-Weiß Ober­hausen nur Pascha“ gerufen. Der gut­mü­tige Maaßen war in Per­so­nal­union Prä­si­dent, Trainer, Betreuer und Zuschauer. Als Maaßen nach 35 Jahren im Jahre 1973 bei RWO hin­schmiss, war der Klub derart pleite, dass er seinen Spie­lern nicht einmal das Essen im Trai­nings­lager bezahlen konnte.

5. Helmut Spikker (LR Ahlen)

Schier unbe­grenzte Macht­fülle genoss der Par­fü­meur Helmut Spikker in Ahlen. Der Klub hieß nach einer Umbe­nen­nung genauso wie sein Duft-Impe­rium, näm­lich LR“, wenn auch Spikker schmun­zelnd ver­kün­dete, die Abkür­zung stehe für Leicht­ath­letik und Rasen­sport, aber bitte nicht für Leicht­sinn und Reichtum“. Dann ver­hö­kerte Spikker seine Duft­wasser-Fabrik, deren neue Besitzer das Spon­so­ring umge­hend been­deten. Der Verein musste sich erneut umbe­nennen, heißt jetzt Rot-Weiß“ und kämpft seitdem gegen die hor­renden Schulden der Spikker-Ära.

6. Jesús Gil y Gil (Atle­tico Madrid)

16 Jahre lang, von 1987 bis 2003 war Jesús Gil y Gil (Foto) Prä­si­dent des spa­ni­schen Klubs Atlé­tico Madrid, ver­schliss in dieser Zeit rekord­ver­däch­tige 26 Trainer und quit­tierte erst im hohen Alter den Dienst, mit der hüb­schen Begrün­dung: Ich bin jetzt 70 Jahre alt, und es gibt so viele Dilet­tanten, die mich kri­ti­siert haben. Das muss ich mir nicht mehr antun.“

7. Ratko Buto­rovic (FK Voj­vo­dina Novi Sad)

Ratko Buto­rovic gilt als inof­fi­zi­eller Bür­ger­meister der 220.000-Einwohner-Stadt Novi Sad. Wie viele Hotels und Restau­rants ihm im Norden Ser­biens bereits gehören, weiß er wahr­schein­lich selbst nicht mehr. Mit dem Geld, dass die Gastro- und Touri-Branche abwirft, küm­mert sich Buto­rovic als Prä­si­dent um den FK Voj­vo­dina. Was ihn dabei außer­ge­wöhn­lich macht: Statt im feinen Anzug mit Amts­kol­legen zu dinieren, packt der 56-Jäh­rige gerne Mal den Hip-Hop-Style aus. Bevor­zugte Dress­codes: MLB- und NBA-Over­alls der New York Yan­kees und LA Lakers.

8. Suleyman Kerimov (Anzhi Mak­hachkala)

Als rus­si­scher Poli­tiker muss man jähr­lich seinen aktu­ellen Kon­to­stand ver­öf­fent­li­chen – so auch Suleyman Kerimov, der seit 1999 im rus­si­schen Par­la­ment sitzt und ganz nebenbei durch Inves­ti­tionen in der Ölbranche im Jahr 2006 auf Platz 72 in der Forbes-Liste der reichsten Männer der Welt ein­stieg. Geschätztes Ver­mögen sei­ner­zeit: 5,6 Mil­li­arden Euro. Dass er sein Enga­ge­ment als Mäzen bei Anzhi Mak­hachkala, dem auf­stre­benden Klub aus der rus­si­schen Teil­re­pu­blik Dage­stan, in abseh­barer Zeit wieder ein­stellt, ist nicht zu erwarten: Dank der Offen­le­gung seiner finan­zi­ellen Daten weiß ganz Russ­land, dass Kerimov seit Jahren immer ver­mö­gender wird. Wer noch einen Beweis dafür braucht: Seinem Starlet-Transfer Samuel Eto’o schenkte er zusätz­lich zum üppigen Gehalt (schät­zungs­weise 20 Mil­lionen Euro pro Saison) eine Villa in Moskau.
 
9. Frank Stro­nach (Aus­tria Wien)

Kaum ein Land zieht über­ge­schnappte Mäzene so an wie Öster­reich. So enga­giert sich seit 1999 der Aus­tro­ka­na­dier Frank Stro­nach bei der Aus­tria Wien und anderen Klubs. Legendär Stro­nachs fuß­bal­le­ri­sche Unbe­darft­heit. So kur­siert die Anek­dote, er habe einmal insis­tiert, den zur Halb­zeit aus­ge­wech­selten Fer­nando Troyansky wieder ein­zu­wech­seln. Über Trainer mochte Stro­nach sich nicht ärgern: Der beste Trainer kann nichts machen, wenn die Spieler keine Kon­di­tion haben.“

10. Frank Stro­nach (Aus­tria Wien)

Beson­ders schön aller­dings und des­halb eine eigene Erwäh­nung wert: Als die Aus­tria im UEFA-Cup daheim gegen den FC Brügge antrat und ein schneidig kalter Wind durchs Sta­dion pfiff, wärmte sich Stro­nach – mit einem Salz­burg-Schal. Den er erst abnahm, als ihn in der Halb­zeit jemand auf den Fauxpas auf­merksam machte.

11. Wolf­gang Rieger (Linzer ASK)

Den wohl kri­mi­nellsten Son­nen­könig des öster­rei­chi­schen Fuß­balls beschäf­tigte 1998 der Linzer ASK. Prä­si­dent Wolf­gang Rieger war zugleich Ban­kier des pri­vaten Insti­tuts Rieger Bank AG“ und ver­dün­ni­sierte sich im Herbst 1998 unter Mit­hilfe des LASK-Platz­warts und mit 125 Mil­lionen Schil­ling aus den Tre­soren seiner Bank im Gepäck. Später klickten dann an der Cote d’Azur die Hand­schellen.

12. Rudi Que­hen­berger (Aus­tria Salz­burg)

Weniger kri­mi­nell, dafür umso lus­tiger ging es einst bei der Aus­tria aus Salz­burg zu. Dort war Prä­si­dent Rudi Que­hen­berger auf der Suche nach einem Mäzen fündig geworden und brüs­tete sich: Scheich Khalil Al Qas­simi hat in meh­reren Tele­fo­naten bestä­tigt, dass er zu dem abge­schlos­senen Koope­ra­ti­ons­ver­trag steht.“ Doch der Scheich machte sich zunächst rar und schickte statt­dessen einen Spa­nier namens Pedro Benali, aus­ge­stattet mit den aller­besten Zeug­nissen großer Klubs, vor. Benali, der sich zwi­schen­durch auch Ben Ali nannte, erwies sich dann aber als Hoch­stapler. Vorbei das ori­en­ta­li­sche Mär­chen.

13. Heinz Wei­sener (FC St. Pauli)

Jeder oppo­niert mal gegen seine Eltern und doch sind sie für einen da, wenn die gerade noch vor­lauten Kinder irgend­wann fle­hend ange­kro­chen kommen, weil das Taschen­geld wieder ver­schleu­dert wurde. Beim FC St. Pauli ging es nicht um Taschen­geld, son­dern um Profi-Fuß­ball. Archi­tekt Heinz Wei­sener schei­terte erst gran­dios mit seinem Babel-Pro­jekt Sport­dome“. Danach hielt der Papa“ als Prä­si­dent mehr­mals und jah­re­lang den Klub aus der eigenen Geld­scha­tulle am Leben.

14. Günter Eich­berg (FC Schalke 04)

Der schil­lerndste Son­nen­könig der Bun­des­liga-Geschichte ist ohne Zweifel Günter Eich­berg, der Schalke 04 durch schiere Ver­schwen­dungs­sucht in die Schulden stürzte. Legen­därstes Bei­spiel: der Transfer des Bayern-Stür­mers Rad­milo Miha­jl­ovic. Aus purer Gel­tungs­sucht riss Eich­berg die Ver­hand­lungen an sich und bezahlte drei Mil­lionen Ablöse, die Bayern hatten nur 2,5 Mil­lionen gefor­dert. Und noch eine Anek­dote: Weil er die Beer­di­gung von Ernst Kuzorra ver­passt hatte, ließ er die Fei­er­lich­keiten wie­der­holen.

15. Karl-Heinz Wild­moser (TSV 1860 Mün­chen)

Mit­unter landen leicht grö­ßen­wahn­sin­nige Prä­si­denten auch im Kitt­chen, wie der Potentat des TSV 1860 Mün­chen Karl-Heinz Wild­moser. Der stol­perte über den Vor­wurf der Untreue und Bestech­lich­keit beim Bau des gemein­samen Sta­dions mit dem FC Bayern. Am Ende wurde Wild­moser zwar frei­ge­spro­chen, der Sohn als Geschäfts­führer der Arena GmbH aber ver­knackt. Worauf die Anhänger auf der Wiesn den Holz­michl“ umdich­teten: Ja, sitzt denn der junge Wild­moser noch?…“

16. Gisela Oeri (FC Basel)

Das Mäze­na­tentum ist keine rein männ­liche Domäne. Aus­nahme und Beweis zugleich ist die gebür­tige Deut­sche Gisela Gigi“ Oeri, die reichste Frau der Schweiz und Prä­si­dentin des FC Basel. Die Anhän­gerin der Sola­ri­ums­tech­no­logie hat früher selbst Fuß­ball gespielt, ist also vom Fach. Ihr skur­rilstes Hobby ist aller­dings nicht der Fuß­ball. Die gute Frau besitzt außerdem die größte öffent­liche Ted­dy­bären-Samm­lung der Welt.

17. Dietmar Hopp (TSG Hof­fen­heim)

Sage keiner, Mäzene seien nicht wäh­le­risch. Als Dietmar Hopp, groß­zü­giger Finan­cier der TSG Hof­fen­heim, gefragt wurde, warum er nicht auch dem sie­chenden 1. FC Kai­sers­lau­tern unter die Arme greife, gab Hopp zu Pro­to­koll: Das ist Quatsch. Schließ­lich kann ich nicht die ganze Welt retten.“

18. Gianni Agnelli (Juventus Turin)

Ewige Liebe: Die Wege der Vec­chia Signora“ Juventus Turin sind seit 85 Jahren untrennbar mit dem FIAT-Clan ver­bunden. Über Dekaden hinweg führte Gianni Agnelli schier unsichtbar die Geschicke des Klubs, war aber ein Patri­arch alter Schule. Michel Pla­tini wurde eines seiner ver­hät­schelten Herz­blätter. Als Agnelli den Fran­zosen ver­pflich­tete, bekam Madame Pla­tini einen Strauß Rosen gesandt. Er fühlte sich ihr ver­bunden, buhlten sie doch um den selben Mann“, bemerkte dazu Autorin Birgit Schönau.

19. Klaus Steil­mann (SG Wat­ten­scheid 09)

Den seligen Schäng Löring von For­tuna Köln einmal bei­seite gelassen, fühlte sich kaum ein Mäzen so mit seinem Klub und seiner Stadt ver­bunden wie der Tex­ti­lien-Unter­nehmer Klaus Steil­mann mit Wat­ten­scheid 09. Die größte Nie­der­lage kas­sierten Klub und Prä­si­dent dann auch nicht auf dem Fuß­ball­platz, son­dern am 1. Januar 1976 auf dem Papier. Steil­mann war einer der erbit­tertsten Gegner der Ein­ge­mein­dung Wat­ten­scheids in die Groß­stadt Bochum, die an diesem Tage beschlossen wurde.

20. Jean Löring (For­tuna Köln)

Jean Löring lassen natür­lich nicht unter den Tisch fallen. Der Schäng“ rieb sich für sein Lebens­werk For­tuna Köln auf, führte das Team aus der Süd­stadt in den Sieb­zi­gern sogar in die Bun­des­liga, musste im Jahr 2000 aller­dings auch den Nie­der­gang in die Regio­nal­liga mit­er­leben – finan­zi­eller Total­schaden inklu­sive. In ewiger Erin­ne­rung bleibt Löring durch die Trainer-Ent­las­sung von Toni Schu­ma­cher in der Halb­zeit­pause eines Zweit­li­ga­spiels („Hau app in de Eiffel. Du määs minge Verein kapott. Du häss he nix mie zu sare, du Wichser“). Man musste Löring für seine Methoden nicht mögen. Dass die Stadt Köln im Juli 2012 von ihrem nicht gerade unbe­kannten Sohn eine Steu­er­nach­zah­lung in der Höhe von 36,63 Euro for­dert, geht aller­dings ent­schieden zu weit. Da war Löring bereits sieben Jahre lang tot.

21. Hartwig Pie­pen­brock (VfL Osna­brück)

Hart, aber fair. Mit einem Haupt­schüler rede ich nicht“, kon­sta­tierte 1977 Osna­brücks Trainer Sieg­fried Melzig und meinte ein Vor­stands­mit­glied. Jung­prä­si­dent und spä­terer Groß­mäzen Hartwig Pie­pen­brock ent­band ihn kalt­schnäuzig seines Amtes: Herr Melzig, Sie sind fristlos beur­laubt.“ Ex-Gym­na­siast Melzig schrie: Das will ich schrift­lich.“ Bekam er.

22. Fried­helm Runge (Wup­per­taler SV)

Fried­helm Runge, skan­dälchen­träch­tiger Allein­herr­scher beim Wup­per­taler SV, sorgte auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung 2006 höchst­per­sön­lich dafür, dass zwei ihm nicht genehme Kan­di­daten für den Auf­sichtsrat nicht gewählt werden durften. Die Namen der Oppo­nie­renden mussten die Ver­trags­spieler höchst­selbst per Kuli von jedem der 200 Wahl­zettel strei­chen.

23. Ber­nard Tapie (Olym­pique Mar­seille)

Ein Pariser in Mar­seille. Für­wahr undenkbar. Aber nicht bei Ber­nard Tapie. Popu­lis­tisch geschicktes Auf­treten, Mil­li­arden-Back­ground und Ver­bin­dungen bis in höchste Staats­kreise ver­halfen ihm zur Olym­pique-Dik­tatur. OM domi­nierte den fran­zö­si­schen Fuß­ball, wurde erster Cham­pions-League-Sieger. Jedoch erblickten seine dunklen Mächte als­bald Tages­licht: Steu­er­be­trug, schwarze Kassen, Schiri-Bedro­hungen und Spiel­ma­ni­pu­la­tion. Der Verein wird 1994 zum Zwangs­ab­stieg ver­ur­teilt, Tapie später zu vier Jahren Haft.

24. Rolf-Jürgen Otto (Dynamo Dresden)

Eine Top-Posi­tion unter den zwie­lich­tigen Gestalten belegt Ex-Dynamo-Dresden-Prä­si­dent Rolf-Jürgen Otto. Im Westen schei­terten diverse Pro­jekte unter anderem als Box­ver­an­stalter. Nach der Wende resi­dierte er im Bel­levue, ret­tete erst Dynamo und zog unter großer Show in den Stadtrat ein. Der Rest sind bei­spiellos krumme Geschäfte, ein Trüm­mer­haufen von einem Tra­di­ti­ons­verein und auf­ge­deckte drei Mil­lionen ver­un­treute Mark.

25. Ralph Burkei (VfB Leipzig)

Erzie­hungs­camp 2.0 – Fans des VfB Leipzig stürmten wäh­rend des Orts­derbys 1999 den Platz in Rich­tung FC Sachsen-Block. VfB-Prä­si­dent Ralph Burkei, der den Zweit­li­ga­ab­steiger mit Mil­lionen am Leben erhalten hatte, bemerkte nach Spie­lende lapidar: Es ist mir lieber, wenn die Jungs hier mal über das Spiel­feld rennen, als wenn sie einer alten Oma die Hand­ta­sche rauben würden.“ Wenig später lag der Verein erneut auf der Inten­siv­sta­tion, Burkei machte sich vom Acker.

26. Albert Sprehe (BV Cloppenburg/​SV Wil­helms­hafen)

Manch nie­der­säch­si­scher Fuß­ball­klub erfuhr schon Unter­stüt­zung von Hüh­ner­baron“ Albert Sprehe. Die jewei­ligen Übungs­leiter waren beim mei­nungs­freu­digen Mit­be­stimmer dagegen von jeher unter­pri­vi­le­giert. Nie­mals zuvor in meinem Leben musste ich mir der­ar­tige Belei­di­gungen gefallen lassen. Beim Blick in den Spiegel muss ich noch immer Jürgen Boden­dorf erkennen und nicht eines der Mast­hähn­chen Sprehes“, sagte 1999 der ent­nervte Ex-Clop­pen­burger Boden­dorf. Heuer sitzt der Haupt­sponsor im Auf­sichtsrat von Ober­li­gist Wil­helms­haven. Das jüngste Opfer: Trainer Kay Stisi, im ver­gan­genen Sep­tember nach ledig­lich fünf Monaten in Amt und Würden ent­fernt. Grund: Kritik an Fein­kost­un­ter­nehmer Sprehe.

27. Silvio Ber­lus­coni (AC Mai­land)

Mäzene sollten sich für einen Klub ent­scheiden und ihm dann die ewige Treue schwören. Sonst drohen groß­for­ma­tige Schlag­zeilen wie im Falle von Silvio Ber­lus­coni, dem Mogul des AC Milan. Der geriet 2004 in den Ver­dacht, früher großer Anhänger des Rivalen Inter Mai­land gewesen zu sein und sogar Kauf­ab­sichten gehegt zu haben. Ber­lus­conis Kom­mentar: Ich war nie­mals Inter-Fan, weil man nicht seine Reli­gion ändern kann!“

28. Erhard Gold­bach (West­falia Herne)

Erhard Gold­bach, Besitzer der Petrol-Firma Goldin“, pumpte Mitte der 70er Jahre Mil­lionen in den Tra­di­ti­ons­klub West­falia Herne und hievte die West­falia bis in die 2. Liga. So dankbar war man Gold­bach, dass zwi­schen­durch sogar die Lizenz­spie­lerab­tei­lung SC West­falia Goldin 04 Herne“ getauft wurde. Dann kam raus, dass Gold­bach doch kein genialer Geschäfts­mann war, son­dern schlicht ver­mieden hatte, die Mine­ral­öl­steuer zu bezahlen. West­falia verlor die Lizenz für die 2. Liga, kurio­ser­weise aller­dings erst nach dem 1. Spieltag. Der DFB reagierte kreativ und erklärte die absol­vierte Partie auf dem kurzen Dienstweg zum Freund­schafts­spiel.

29. Wil­helm Neu­de­cker (FC Bayern Mün­chen)

Wil­helm Neu­de­cker, Patri­arch des FC Bayern, ver­stand die Welt nicht mehr. Ledig­lich eine zwei­mo­to­rige Hawker Sid­deley HS 748 sollte seine Spieler im Oktober 1973 zum Euro­pacup nach Norr­kö­ping bringen. Erschro­ckene Fest­stel­lung: Das ist ja ein Heu­hupfer, mit dem man höchs­tens bis nach Augs­burg fliegen kann!“ Unter Scha­mes­röte stellte die Flug­ge­sell­schaft eine den Bayern genehme Maschine zur Ver­fü­gung.

30. Bulat Tschagajew (Xamax Neu­châtel)

Zum guter Letzt ein Bei­spiel dafür, wie man es als Mäzen schafft, von seinen eigenen Spie­lern gefürchtet zu werden. Im ver­gan­genen Jahr herrschte der tsche­che­ni­sche Geschäfts­mann Bulat Tschagajew beim dama­ligen Schweizer Erst­li­gisten Xamax Neu­châtel. Nach einem 2:2 gegen den Tabel­len­letzten Lau­sanne stauchte der Club-Chef seinen Trainer Joa­quin Caparros derart zusammen, dass es die Xamax-Spieler mit der Angst zu tun bekamen. Tschagaew hatte sogar bewaff­nete Body­guards im Schlepptau. Später befürch­teten Xamax-Spieler in Mos­kauer Zei­tungen, dass Tschagaew sie irgend­wann noch alle umbringen“ werde. Als ihm unge­treue Geschäfts­be­sor­gung vor­ge­worfen wurde, musste Tschagaew in Unter­su­chungs­haft – der Schre­cken in Neu­chatel war vorbei, ver­bunden aller­dings mit einem sofor­tigen Zwangs­ab­stieg. Später wurde der Verein sogar auf­ge­löst. Tschagaew – mitt­ler­weile wieder auf freiem Fuß – ist übri­gens ein guter Freund von Ramsan Kadyrow, dem als Prä­si­dente der Teil­re­pu­blik Tschet­che­nien mit Mord- und Fol­ter­vor­würfen kon­fron­tiert wird. Und gleich­zeitig die Geschicke des rus­si­schen Erst­li­gisten Terek Grosny leitet.