Der Fuß­ball hat schon so viele Wun­der­kinder gesehen. Teen­ager, kleine Jungs, die seit der frü­hesten Jugend ihre Gegen­spieler schwin­delig spielten, 200 Tore in einer Saison schossen und mit dem ersten Flaum auf der Ober­lippe als Nach­folger von Maradona/​Pelé/​Beckenbauer gehan­delt wurden. Wie viele von ihnen sind für immer Wun­der­kinder geblieben? Wie viele Mara­dona-Nach­folger arbeiten wohl heute als Ver­si­che­rungs­ver­treter oder Post­bote ohne jemals auch nur ein Profi-Spiel absol­viert zu haben? Wie viele Wunder waren nichts als leere Ver­spre­chungen?

17 Jahr, dunkles Haar

Am 16. Oktober 2004, heute vor zehn Jahren, spielte der FC Bar­ce­lona gegen den Stadt­ri­valen Espanyol. In Barcas Kader: Der unver­wüst­liche Carles Puyol, der kühle Stra­tege Xavi, das Genie Ronald­inho, der brand­ge­fähr­liche Samuel Eto´o. Das ein­zige Tor des Spiels gelang dem ele­ganten Por­tu­giesen Deco in der 9. Minute. Nach 84 Minuten nahm Barca-Trainer Frank Rij­kaard seinen Tor­schützen vom Platz.

Und schickte Lionel Messi auf den Rasen. Mit 17 Jahren. Der Rest ist Geschichte.

Denn Messi hat bis heute alle Ver­spre­chungen gehalten. Mehr noch: Er hat selbst die kühnsten Erwar­tungen über­troffen. Er war tat­säch­lich ein Wun­der­kind. Gesegnet mit einem schier uner­schöpf­li­chen Reser­voir an fuß­bal­le­ri­schen Mög­lich­keiten. Ein kleiner Junge, der das Spiel neu defi­nierte.