FC Stade Rennes: Dort­mund auf Fran­zö­sisch

Wer noch darauf hofft, dass die fran­zö­si­sche Natio­nal­mann­schaft in den nächsten Jahren Nach­wuchs­pro­bleme bekommen könnte, sollte sich viel­leicht nicht die Cham­pions-League-Par­tien des FC Stade Rennes ansehen. Denn der Kader von Stade ist mit Talenten gespickt wie hier­zu­lande nur der von Borussia Dort­mund. Allen voran der erst 17-jäh­rige Edu­ardo Cama­vinga, ein Mit­tel­feld­spieler, der kurz vor der Voll­jäh­rig­keit immerhin schon 39 Erst­li­ga­par­tien und drei Län­der­spiele für den amtie­renden Welt­meister auf dem Buckel hat. Neben ihm stehen mit Geor­ginio Rutter (18), Yann Gboho (18) und Brandon Soppy (18) und dem Bel­gier Jeremy Doku (18) wei­tere hoch­ta­len­tierte Spieler im Kader des Klubs aus der Bre­tagne. Ergänzt werden sie mit erfah­renen Profis wie Innen­ver­tei­diger Daniele Rugani oder Ex-Sevilla-Profi Steven N’Zonzi. In der Gruppe E mit Sevilla, Chelsea und Krasnodar sollte für den CL-Neu­ling damit mehr drin sein, als Los­topf 4 es viel­leicht aus­sagt.

FC Midt­jyl­land: Däni­sche Pro­vinz in der Cham­pions League

Am Dead­line Day war es nicht mehr als eine Rand­notiz wert: Luca Pfeiffer, in der ver­gan­genen Saison mit 15 Toren am Auf­stieg der Würz­burger Kickers aus der dritten Liga betei­ligt, wech­selt für 1,5 Mil­lionen Euro zum däni­schen Meister FC Midt­jyl­land. Den einen oder anderen mag ver­wun­dern, dass ein 24-jäh­riger Dritt­li­ga­stürmer mit einer guten, aber nicht außer­ge­wöhn­li­chen Tor­quote nun bei einem Cham­pions-League-Teil­nehmer spielt. Und doch ist dieser Transfer ein Para­de­bei­spiel für den außer­ge­wöhn­li­chen Ansatz, den Midt­jyl­land schon seit Jahren ver­folgt. Auf der Basis von Sta­tis­tiken und Daten sucht der Verein aus der 50 000-Ein­woh­ner­stadt Her­ning in ganz Europa nach Spie­lern, die nicht viel kosten, aber den Kader punk­tuell ver­stärken können. Drei Meis­ter­schaften (2015, 2018, 2020) hat man mit diesem Modell schon in die däni­sche Pro­vinz geholt. Und auch sonst ticken die Uhren in Her­ning noch ein biss­chen anders: Vom Geld, das der Verein für die Teil­nahme an der Cham­pions-League-Grup­pen­phase erhält, will Meis­ter­trainer Brian Priske einen beson­deren Wunsch erfüllt wissen: Man hat uns einen Zaun um den Trai­nings­platz ver­spro­chen, damit wir nicht immer diese ver­dammten Bälle holen müssen.“

Dynamo Kiew: Mircea Lucescu ver­sucht’s nochmal

Für Auf­re­gung bei Dynamo Kiew sorgte im Sommer die Vor­stel­lung des neuen Trai­ners: Denn der Rumäne Mircea Lucescu ist bei Dynamo kein Unbe­kannter, war er doch 12 Jahre lang Trainer des Liga­ri­valen Shakhtar Donetsk. Mit den Ost­ukrai­nern been­dete er damals die Domi­nanz von Dynamo Kiew im ukrai­ni­schen Fuß­ball, qua­li­fi­zierte sich regel­mäßig für die Cham­pions League und führte den Verein 2009 zum UEFA-Pokal­sieg. Den Ultras des Ver­eins gefiel der Lebens­lauf des neuen Trai­ners des­halb nicht wirk­lich, Lucescu wollte wegen der starken Pro­teste aus der Fan­szene sogar schon nach zwei Tagen wieder zurück­treten. Doch er blieb – und führte Kiew gleich zur ersten Qua­li­fi­ka­tion für die Cham­pions-League-Grup­pen­phase seit 2016, was die Wogen bei den Anhän­gern natur­gemäß etwas geglättet haben wird. Anders als Shakhtar, wo man zeit­weise auch eine Art bra­si­lia­ni­sche B‑Nationalmannschaft auf den Platz hätte stellen können, hat Lucescu in Kiew vor allem junge ukrai­ni­sche Spieler zur Ver­fü­gung: Dazu zählt etwa der 22-jäh­rige Offen­siv­spieler Victor Tsyg­ankov, der erst kürz­lich in der Nations League mit seinem 1:0‑Siegtreffer auf sich auf­merksam machte. Aber auch auf Links­ver­tei­diger Vitaliy Myko­lenko, 21 Jahre, und dem ein Jahr jün­geren Mit­tel­stürmer Vla­dyslav Supryaga ruhen die Hoff­nungen von Dynamo und der ukrai­ni­schen Natio­nal­mann­schaft.