Argen­ti­nien
Messi, Di Maria, Lavezzi, Agüero, Higuain: Beim bloßen Anblick der Gaucho-Offen­sive läuft dem geneigten Fuß­ballfan der Sabber aus den Mund­win­keln. Zurecht, denn mit 33 erzielten Toren ist Argen­ti­nien eine der treff­si­chersten Mann­schaften der gesamten Quali. Ent­spre­chend sou­verän setzte man sich auch in der Gruppe durch und ging nur einmal als Ver­lierer vom Platz. Das 0:1 gegen Vene­zuela am zweiten Quali-Spieltag war jedoch Weckruf genug. Wie so oft, hat die Medaille eben auch zwei Seiten. Denn so wun­derbar die Offen­sive Argen­ti­niens auch bestückt ist, um so mehr hakt es in den anderen Mann­schafts­teilen. Vor allem die Defen­sive ist und bleibt ein Pro­blem, keiner der Abwehr­spieler spielt beständig auf aller­höchstem Niveau.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Es ist wie immer. Argen­ti­nien bombt sich durch die Vor­runde und kriegt dann in den K.O.-Spielen schnell die Grenzen auf­ge­zeigt. Ten­denz: Vier­tel­final-Aus.

Aus­tra­lien
Groß war die Euphorie, nachdem sich die Soc­ceroos wieder mal für ein WM-Tur­nier qua­li­fi­ziert hatten. Doch bevor man Natio­nal­trainer Holger Osieck auf einer Sänfte durch Sidney tragen konnte, hagelte es zwei böse 0:6‑Niederlagen in Test­spielen gegen Bra­si­lien und Frank­reich. Auch wenn beide Teams momentan sicher nicht Aus­tra­liens Kra­gen­weite sind, zog der Ver­band die Not­bremse und setzte Osieck vor die Tür. Bevor man sich jetzt also so richtig auf das Tur­nier in Bra­si­lien freuen kann, braucht man erst einmal einen neuen Trainer.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Die man­gelnde, sport­liche Her­aus­for­de­rung in der Qua­li­fi­ka­tion wird für Aus­tra­lien erneut zur Last. Denn beim Duell mit *räusper* echten Mann­schaften kriegen die Aus­tra­lier immer Pro­bleme. Ten­denz: Vor­runden-Aus.
 
Bel­gien
Was Bel­gien so sym­pa­thisch macht: Timmy Simons, Marc Wil­mots, die Haare von Marouane Fel­laini, der mons­tert­ruck­hafte Spiel­stil von Romelu Lukaku. Was Bel­gien leider schon wieder unsym­pa­thisch macht: Dass jeder Fuß­ball­hipster von Berlin-Neu­kölln bis Mün­chen-Schwa­bing hinter vor­ge­hal­tener Hand von Bel­gien als Geheim­fa­vorit raunt. Aber dafür kann die Mann­schaft ja nichts. Die qua­li­fi­zierte sich sou­verän für das Welt­tur­nier und geht nun mit der Bürde eben jener Geheim­fa­vo­riten ins Rennen. Dass die Bel­gier das erste Mal seit 2002 wieder bei einem Tur­nier dabei sind, wird den Druck auf die Mann­schaft der Zukunft sicher nicht ver­rin­gern.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Don’t believe the hype. Bel­giens Mann­schaft ist fan­tas­tisch, auf­re­gend, blut­jung, sie weckt Hoff­nungen auf eine gol­dene Zukunft. Doch dieses Tur­nier kommt für die gol­dene Genera­tion noch zu früh. Ten­denz: Ach­tel­final-Aus.

Bra­si­lien
Neymar, Neymar, Neymar. Neymar. Neymar. Neymar, Neymar, Neymar, Neymar. Neymar, Neymar, Neymar. Neymar. Neymar. Neymar, Neymar, Neymar, Neymar. Da bei der Bericht­erstat­tung über Bra­si­liens Natio­nalelf ohnehin immer nur ein Namen fällt, wollen wir nicht groß drum­herum reden. Das Abschneiden der Bra­si­lianer hängt vom Zustand ihres Super­me­ga­mons­ter­hal­li­gal­li­über­stars ab. Wenn er gut spielt, spielt die Mann­schaft gut. Wenn er schlecht spielt, spielt die Mann­schaft wie 2006. Oder 2010. Es wäre ein Horror.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Es ist nicht alles Neymar was glänzt. Sollte die Selecao auch wäh­rend der Heim-WM auf einer Welle der Euphorie surfen wie zuletzt beim Confed-Cup, dann ist tat­säch­lich alles mög­lich. Auf­grund der oft­mals mas­siven Fixie­rung auf den jungen Super­star mit dem Hah­nen­kamm, kann es aber auch sehr, sehr krampfig werden. Ten­denz: Halb­fi­nale und auf Wie­der­sehen.

Costa Rica
Bei­nahe hätte uns Costa Ricas Tor­jäger Paulo Wan­chope anno 2006 das Eröff­nungs­spiel des Som­mer­mär­chens ver­saut, dann kam nicht mehr viel. Des­wegen ist es ein wenig über­ra­schend, dass sich die Mit­tel­ame­ri­kaner für das Tur­nier in Bra­si­lien qua­li­fi­ziert hat. Letzt­lich ent­schied ein knapper 1:0‑Sieg über den direkten Ver­folger Hon­duras über das Ticket an den Zuckerhut. Star der Mann­schaft ist unbe­stritten: nie­mand bzw. Alvaro Saborio, der in der Quali stolze sieben Mal treffen konnte. Immerhin.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Das wird nichts. Für Costa Rica ist schon die bloße Qua­li­fi­ka­tion ein Grund zum Feiern. Das Tur­nier wird für die Mit­tel­ame­ri­kaner sicher nicht allzu lange dauern. Ten­denz: Vor­runden-Aus.

Deutsch­land
Stolze neun Monate haben wir nun Zeit uns auf ein Finale zwi­schen Deutsch­land und Spa­nien zu freuen. Zumin­dest könnte man davon aus­gehen, wenn man die all­ge­meine Gefühls­lage im Kreis der Natio­nal­mann­schaft ein­fangen sollte. Doch nach der her­vor­ra­genden Qua­li­fi­ka­tion werden auch im Kosmos Löw wieder die Uhren auf Null gestellt. Des­wegen freuen wir uns auf erst einmal auf die end­lose Dis­kus­sion um Stefan Kieß­ling. Das Debüt von Roman Wei­den­feller. Ein Come­back von Kevin Kuranyi.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Wenn nicht jetzt, wann dann? In etwa so scheint die Erwar­tungs­hal­tung vieler Beob­achter im Bezug auf den ganz großen Wurf in Bra­si­lien zu sein. Doch genauso war es auch schon 2008 und 2010. Am Ende gab es die gol­dene Ananas. Ten­denz: Halb­fi­nale (min­des­tens)

Iran
Der Iran reist zur WM sicher mit aus­schließ­lich fried­li­chen Absichten an. Zudem sind noch keine Geheim­la­bore zur Ent­wick­lung über­mensch­li­cher Kräfte rund um Teheran ent­deckt worden. In der Quali setzte sich die Mann­schaft von Trainer Carlos Queiroz unter anderem gegen Katar, den Libanon und Usbe­ki­stan durch. Das Tor­ver­hältnis von 8:2 aus acht Spielen lässt jedoch erahnen, dass die Kicker aus dem Nahen Osten eher nicht für das Spek­takel zuständig sind.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Sollte Ali Daei nicht über­ra­schend in den Kader der Natio­nalelf zurück­kehren, könnte der Aus­flug nach Bra­si­lien für Irans Mann­schaft ein kurzer werden. Da Ali Daei jedoch mitt­ler­weile 44 ist und als Trainer arbeitet, heißt die Ten­denz: Vor­runden-Aus.

Ita­lien
Wir hatten so darauf gehofft, dass es die Ita­liener diesmal nicht schaffen. Wie sonst soll Löws Mann­schaft sonst zum Titel kommen? Aber nun haben wir den Salat: Ita­lien setzte sich äußerst sou­verän in der Gruppe B durch und fährt so wieder auto­ma­tisch als einer der Tur­nier­fa­vo­riten nach Bra­si­lien. Fuß­ball kann so gemein sein.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Ita­liens Elf ist mitten in einer Ver­jün­gungskur, hängt aber trotzdem noch am Tropf der Ideen von Andrea Pirlo. Ob der 103-Jäh­rige auch im feucht-schwülen Klima von Bra­si­lien auf Hoch­touren läuft, bleibt zumin­dest nach den Ein­drü­cken beim Confed-Cup frag­lich. Ten­denz: Vier­tel­final-Aus.

Japan
Kagawa und Co. qua­li­fi­zierten sich als erster von allen Teil­neh­mern für Bra­si­lien. Und blickt man in die Bun­des­liga, so kann man zumin­dest meinen, dass ein Japaner im Team mitt­ler­weile zum guten Ton gehört. So bil­dete sich heim­lich, still und leise eine solide bis schlag­kräf­tige Truppe, die sicher für eine Über­ra­schung gut sein könnte. Nennen wir sie jetzt ein­fach mal Geheim-Geheim-Geheim-Über­ra­schung.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Kagawa, Inui, Kiyotake, Honda: Die Offen­sive der Japaner lässt halb Asien träumen. Hinten stehen bun­des­li­ga­er­probte Defen­siv­spieler. Sollte die Bun­des­liga also tat­säch­lich die beste Liga der Welt sein, könnte man Japan durchaus mal was zutrauen. Ten­denz: Halb­fi­nale (viel­leicht)

Kolum­bien
Wer Falcao im Angriff hat, braucht nie­mandem im Welt­fuß­ball zu fürchten. Warum sollten die Kolum­bianer sich also bei ihrer ersten WM-Teil­nahme seit 1998 ver­ste­cken? Gerade weil Falcao mit Jackson Mar­tinez auch noch einen der begehr­testen Stürmer der Welt an der Seite hat. Und mit Mario Yepes den ver­mut­lich ältesten Spieler des Tur­niers. Gut, diese Argu­mente sind an den Haaren her­bei­ge­zogen, aber immerhin sind es Fal­caos Haare.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Kolum­bien ist eine Wun­der­tüte. Und da Wun­der­tüten auch manchmal nur Mist ent­halten, geht die Ten­denz in Rich­tung: Vor­runden-Aus.

Nie­der­lande
Nach der Final­teil­nahme bei der WM 2010 setzten die Nie­der­länder die EM 2012 mächtig in den Sand. Ent­spre­chend auf­ge­dreht rissen sie nun die Quali ab und qua­li­fi­zierten sich als erste euro­päi­sche Mann­schaft über­haupt. Rund um die Alt­hauer Robben, Van Persie, Sneijder und Van der Vaart inte­grierte Natio­nal­coach Louis van Gaal jede Menge fri­sche Gesichter. Also gilt auch bei diesem Tur­nier die alte Swin­ger­club­regel: Alles kann, nichts muss.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Dass Louis van Gaal aus jeder seiner Mann­schaften das Maximum raus­holen kann, ist hin­rei­chend bewiesen. Wenn er es schafft, die alten Recken bei ihrem ver­mut­lich letzten Tur­nier auf Tem­pe­ratur zu bringen und die jungen Wilden runter zu kühlen, könnte die Elftal plötz­lich ganz oben stehen. Ten­denz: Halb­fi­nale

Schweiz
Unglaub­lich, aber wahr: Ottmar Hitz­feld hat es schon wieder geschafft und die Eid­ge­nossen nach Bra­si­lien geführt. Und dass die Schweizer durchaus etwas drauf haben, hat ja auch die deut­sche Mann­schaft schon zu spüren bekommen. Sollten zudem alle Schweizer so auf­re­gend spielen wie Bay­erns Xherdan Shaqiri, wäre sogar ein rich­tiger Coup drin. Aber wir lassen das Käse­fondue mal besser im Dorf.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Ottmar Hitz­feld in Bades­horts an der Copa­ca­bana. Oder mit Sam­ba­trom­meln auf dem Fest­wageb. Allein diese Bilder wären eine Teil­nahme der Schweiz wert. Wir ver­muten aller­dings, dass dies die ein­zigen Spuren sein würden, die unsere Nach­barn bei diesem Tur­nier hin­ter­lassen werden. Ten­denz: Vor­runden-Aus.

Süd­korea
Wir sind ehr­lich: Außer Son Heung-min (Lever­kusen) und Koo Ja-cheol (Wolfs­burg) kennen wir keinen Spieler im Kader der Süd­ko­reaner. Was sollen wir also sagen? Sie werden wohl wieder laufen, als wäre das Tur­nier eine Mara­thon-WM. Leider werden aber auch viele Gegner die Süd­ko­reaner so aus­dau­ernd umsonst laufen lassen, als sei das Tur­nier eine Frei-Saufen-Party.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Machen wir es kurz und kna­ckig. Süd­korea wird ein unan­ge­nehmer Gegner. Mehr aber auch nicht. Ten­denz: Vor­runden-Aus

USA
Sollte es das Land im Sommer 2014 noch geben, wäre die wohl größte Hürde schon mal genommen. Die Elf von Jürgen Klins­mann zeigte in der Qua­li­fi­ka­tion in etwa so viel Licht wie Schatten. Nach der 1:2 Auf­takt­nie­der­lage gegen Hon­duras stand sogar das gesamte Pro­jekt auf der Kippe. Aber die Mann­schaft um Jer­maine Jones bekam die Kurve und wurde letz­lich Erster in der CON­CACAF. Und ja, Landon Donovan spielt tat­säch­lich immer noch.
Das 11FREUNDE-Orakel meint: Die USA ist längst auch eine Fuß­ball­na­tion, wenn auch eine kleine. Der Boom der Liga wird sich auch in den Auf­tritten der Klins­mann-Elf wider­spie­geln. Ten­denz: Vier­tel­fi­nale