Marwin Hitz
Tore von Tor­hü­tern aus dem Spiel heraus sind in etwa so selten wie Lach­krämpfe im Hause Sammer. Umso schöner ist es dann, wenn es doch mal pas­siert. Wie etwa am Samstag, als sich Augs­burgs Keeper Marwin Hitz mit seinem Treffer zum 2:2 in der sage und schreibe 94. Minute gegen Lever­kusen in sämt­liche noch zu pro­du­zie­rende Jah­res­rück­blicke bombte. Eine Fla­sche Wein mit seiner Frau“ wolle der Schweizer zur Feier des Tages auf­ma­chen, sagte er im Sportschau“-Interview. Wir wollen stark hoffen, dass das die Augs­burger Chiffre für Heute gehen wir mit der ganzen Truppe steil bis in die Puppen, Papa hat ein Tor geschossen und zahlt die Zeche“ ist.

Die Stutt­garter Fans
Stutt­gart-Fan zu sein bedeutet der­zeit ein sol­ches Maß an Maso­chismus, dass die Autorin von 50 Shades of Grey“ ange­kün­digt hat, die Fort­set­zung des Romans in der Cann­statter Kurve spielen zu lassen. Umso mehr über­rascht die Reak­tion der Fans nach der neu­er­li­chen Pleite gegen den BVB am Freitag, als die Anhänger nach Abpfiff eben nicht mit Mist­ga­beln und Fackeln auf den Platz mar­schierten, son­dern den Spie­lern in der Kurve Mut zuspra­chen. Es muss ja nicht immer der Male­r­anzug samt Sturm­haube sein. Ob das Mut­ma­chen hilft, wird sich dann am Samstag zeigen, wenn der VfB in Han­nover antritt. Gerüchten zufolge hat der BDSM-Klub Han­nover an der Leine“ (haha) bereits eine Loge im 96-Sta­dion gemietet.

Holger Bad­stuber
Mitt­ler­weile war Holger Bad­stuber derart oft ver­letzt, dass im Falle eines Falles wohl selbst Gun­ther von Hagens abwinken würde, mit dem Kom­mentar: Nee komm, lass mal, lohnt nicht“. Umso erstaun­li­cher ist es des­halb, dass selbst eine Kran­ken­akte, die Mehmet Scholl betroffen den Kopf schüt­teln lassen würde, Bad­stu­bers Leis­tungen in keiner Weise beein­träch­tigen zu scheinen. So ist der eben wie­der­ge­ne­sene Bad­stuber sofort wieder Stamm­spieler bei den Bayern und dazu noch mit her­aus­ra­genden Werten. Eigent­lich hatte Pep Guar­diola ja vor, anstatt eines Ver­tei­di­gers den Phy­sio­the­ra­peuten in die Innen­ver­tei­di­gung zu stellen, damit Manuel Neuer die beschäf­ti­gungs­lose Zeit in Pader­born wenigs­tens sinn­voll mit einer Mas­sage nutzen kann. An einem Bad­stuber in dieser Form kommt Guar­diola aber ein­fach nicht vorbei.

Mit­chell Weiser
Betrof­fen­heit machte sich breit, als Bayern Mün­chens Mit­chell Weiser der Welt per Insta­gram unlängst seinen erschre­ckend undurch­trai­nierten und nur von einem Tanga ver­hüllten Körper prä­sen­tierte. Plötz­lich standen Fragen im Raum, die nie jemand gestellt hatte: Was machen Fuß­baller gegen Oran­gen­haut und Schwan­ger­schafts­streifen? Warum rasiert sich Weiser nicht die Schul­tern? Und kann man mit einer sol­chen Wampe über­haupt pro­fes­sio­nell Fuß­ball spielen? Die Ant­wort gab Weiser am Samstag auf dem Platz, als er mit einem wun­der­schönen Heber gegen Pader­born sein erstes Bun­des­li­gator schoss. Schade nur, dass wir die anschlie­ßende Jubel­bot­schaft nicht lesen konnten, Weiser hatte sie auf seinen Tanga geschrieben.

Marc Tor­rejon
Marc Tor­rejon ist ein Spieler nach unserem Geschmack: Graue Schläfen, Gesichts­aus­druck wie eine schlecht gelaunte Pla­nier­raupe und ein hau­de­giger Ver­tei­di­ger­körper, den Frei­burgs Mas­seur wahr­schein­lich mit einem Press­luft­hammer bear­beiten muss, um über­haupt irgend­einen Effekt zu erzielen. Im Spiel gegen Hof­fen­heim bestä­tigte Tor­rejon nun das Kli­schee vom grob­schläch­tigen Abwehr­mann alter Schule, als er Elyoun­oussi derart aus den Schuhen kloppte, dass die Holz­fäller im umlie­genden Schwarz­wald für eine Schwei­ge­mi­nute ihre Äxte zur Seite legten. Tor­rejon muss nun erstmal ein paar Wochen zusehen, Zeit, die er nutzen will, end­lich seine eigene Sensen-Linie auf dem Markt zu bringen.

Joao Pereira
Eben­falls ein Groß­meister der Grätsch­kunst: Han­no­vers Joao Pereira. Als wir in der Sport­schau sahen, mit wel­cher Verve Pereira seinen Kölner Gegen­spieler Jonas Hector erst per Sense in Rich­tung Eck­fahne jagte, um ihn dort per Grät­sche zu erlegen, warfen wir voller Ent­zü­ckung unsere Jäger­hüte in die Luft und bliesen auf einer leeren Bier­fla­sche fröh­lich zum Halali. Bereits zuvor hatte Pereira derart um Gelb gebet­telt, dass es nicht ver­wun­dert hätte, wenn er einen Hut her­vor­ge­holt und sich damit an einen belebten Ort des Spiels zu setzen. Nach der Sense gegen Hector war es dann soweit. Ob nun Hec­tors Sprung­ge­lenk als Jagd­tro­phäe an der Wand von Per­reiras Wohn­zimmer hängt und er Pfeife rau­chend in einem Ohren­sessel dar­unter sitzt, wissen wir aber leider nicht. Wir gehen aber mal davon aus.