Ham­burg hat den Fuß­ball in der Genetik ver­an­kert. Das war schon so, als das hier alles noch Wei­de­land war, die Stadt Hamma­burg hieß und der Hafen gerade erst gebaut wurde. Da kamen zwar schon die ersten Han­se­koggen mit Ware die Elbe runter, aber es gab in der Spei­cher­stadt noch keine Kräne, um die Ladung zu löschen. Die wurden ja erst viel später erfunden.

Also haben die Matrosen ein­fach mit ihren Füßen die Säcke aus dem Lade­raum über die Reling an Land geschossen. Um den rich­tigen Spei­cher zu treffen, wurden am Kai große Ziel­scheiben auf­ge­baut. Wie man das heute vom Dart kennt, nur nicht runde Ringe, son­dern vier­eckige: außen weiß, dann schwarz, in der Mitte ein weißer Punkt, Voll­treffer. So ent­stand die HSV-Raute.

Charly Dörfel über Seeler und Soul »

Die besten Schützen bekamen auf ihre weißen Matro­sen­kittel diese Raute als Abzei­chen auf­ge­ma­lert. Die Säcke mit Ladung nannte man damals übri­gens schon Ballen. Im Lauf der Jahr­hun­derte wurde hinten erst das n“, dann das e“ weg­ge­lassen, bis nur noch Ball“ übrig war.

In den Ballen war oft auch roter Pfeffer, damals das Gold des Traw­lers. Und wenn mal ein Sack beim an-Land-Kicken undicht wurde, rie­selte das rote Pulver auf die Klei­dung. So ent­standen die Rot­hosen.