Dieser Profi macht Geld mit Spielekonsolen

Der Koffer-Dealer

Kai Heerings hat einen Marktwert von 250.000 Euro und spielt beim 14. der Eredivisie. Warum er trotzdem einen guten Draht zu Lionel Messi und Co. hat.

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Weil Profi-Fußballer ein furchtbar geregeltes Leben haben, ist es vor allem auch: schrecklich öde. Und um ein bisschen Farbe in den grauen Alltag zwischen Training, Mannschaftsbesprechung, Medienrunde, Massage, Spiel, Medienrunde, Mannschaftsbesprechung und Training bringen, setzen die Kurzhosen-Millionäre auf die immer gleichen Ablenkungen. 

Dann versuchen sich diese jungen Männer, die vor Milliarden Augen auf einem Rasenstück und in Uniform ihrer Arbeit nachgehen, in der Individualisierung und enden doch meist im Klischee-Katalog.

Ein bisschen Bling-Bling hier, Gucci-Prada dort, dicke Karre, tausend Tattoos und wenn einem gar nichts mehr einfällt, fliegt man eben mit dem Privatjet zum überteuerten Steak mit Gold-Überzug und lässt sich einen salzen von einem Mann, der sich Salt-Bae nennt und doch nur ein Aufschneider ist.

Doch bald schon geht es wieder los: Training, Mannschaftsbesprechung, Medienrunde, Massage, Spiel und zwischendurch immer auch — Langeweile. Ob daheim oder, schlimmer, im Mannschaftshotel.

Und dann? Wird gezockt! Fortnite, Fifa, Mario Kart. Bis die Konsole glüht. Oder der Bundestrainer das WLan abschaltet.

Ein harter Kerl mit Geschäftssinn

Einer, der sich das zu Nutzen macht, ist selbst Profi, trägt den wunderbaren Namen Kai Heerings (29) und spielt in der Innenverteidigung des niederländischen Erstligisten Fortuna Sittard. 

Ein harter Kerl ist das, was man daran erkennt, dass er 1,91 Meter groß ist, ein schweres Motorrad fährt und vor seinem Wechsel nach Sittard für den FC Homburg gespielt hat. Ein harter und geschäftiger Kerl.


Denn Kai Heerings macht in Koffern. In denen Spielkonsolen stecken. »JZ Design« heißt seine Firma, »Game Case« das Produkt. Das gibt es entweder für 699 Euro (mit eingebautem 19 Inch Monitor) oder für 999 Euro (mit 24 Inch Monitor) — selbstredend jeweils ohne Konsole. Dafür mit Kabel, Lautsprechern und der Garantie, bei Flügen in die Kategorie Handgepäck zu fallen. Und dann gibt es noch eine Produktlinie, die den schnöden Namen »Custom Made« trägt. Da schließt sich der Kreis.

Denn Kai Heerings spielt mit den ganz Großen der Fußballwelt. Gut, eigentlich sorgt er nur dafür, dass die unterwegs spielen können. Aber immerhin.


Auf dem Instagram-Account von »JZ Design« sieht man seine Kundschaft: Lewis Hamilton, Tom Verstappen oder Ajax-Juwel Donny van de Beek. Laut Medienberichten sollen aber auch Sergio Agüero und Lionel Messi zu den Kunden von Kai Heerings zählen.


Foto: Screenshot Instagram/jzdesign_gamecase



Dessen aktuelles Fifa-Rating beträgt übrigens 67. Das sollte sich bald ändern. Wäre ja schließlich noch schöner, wenn nicht zumindest der Wert für Spielintelligenz auf 99 erhöht wird.


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