Seite 3: Warum Fußballvereine nicht als Business taugen

Eigent­lich hatte sich Donald ein Limit von eine Mil­lion Pfund für den Transfer gesetzt, am Ende bezahlt er drei Mil­lionen, so teuer war noch nie ein eng­li­scher Dritt­li­ga­spieler. Und er bezahlt so viel, weil er das Publikum nicht ent­täu­schen will. Er kauft also einen großen Namen, sport­lich sinn­voll ist das eher nicht. Als der Transfer klar ist, sackt Donald in sich zusammen: Dieser Klub bringt mich um.“

Wir sind so glück­lich, dass wir diese Typen haben“, sagt ein Fan über die Besitzer, die im Sta­dion für den Transfer gefeiert werden. Dass der neue Stürmer gro­tesk über­be­zahlt ist, stört nie­manden. Der Nordire schießt in 17 Spielen dann auch nur vier Tore, eines davon per Elf­meter. Wie die Saison aus­geht, mit zwei Reisen zu End­spielen im Wem­bley-Sta­dion, soll hier nicht ver­raten werden, weil der ein oder andere den unter­klas­sigen Fuß­ball in Eng­land viel­leicht doch nicht im Auge hat. Aber ein Meis­ter­werk ist diese Staffel sowieso nicht durch die Span­nung.

Mach mich glück­lich!

Sun­der­land til I Die“ macht aus größter Nähe anschau­lich, dass Fuß­ball­ver­eine als Busi­ness nicht taugen, weil das Ver­hältnis zwi­schen Unter­nehmen und Kund­schaft auf beiden Seiten kom­plett irra­tional ist. Außerdem ist es traurig, die Fans in einer Rolle gegen­über den Besit­zern ihres Klubs zu sehen, die in der immer wäh­renden For­de­rung besteht: Lass mich jubeln, mach mich glück­lich!“ Im Laufe der sechs Folgen der Doku­men­ta­tion wird einem auch klar, wie unglaub­lich weit das eng­li­sche Modell und das deut­sche von­ein­ander ent­fernt sind. Und dass es gute Gründe gibt, das Modell hier­zu­lande gut zu schützen.