Wenn Fotos min­der­jäh­riger Mäd­chen in knappen Klei­dern durch das Internet geis­tern, liegt etwas im Argen. Im fol­genden Fall: in Vicenza.

Genau gesagt beim dor­tigen Fuß­ball­verein, dem L.R. Vicenza Virtus, einer Fusion, die 2018 Vicenza Calcio und den FC Bassano 1903 zusam­men­führte. Ange­leitet von Bassanos Prä­si­denten, Renzo Rosso (Titel­bild, Mitte).

Den wie­derum kennt die Welt vor allem als Eigen­tümer der Mode­marke Diesel“ und ansonsten als guten Men­schen.

Rossos soziales Enga­ge­ment ist außer­ge­wöhn­lich, er half in Zen­tral­afrika ganzen Dör­fern auf die Beine, in dem er vor Ort dafür sorgte, dass Wasser, Schulen und Internet jenen zur Ver­fü­gung stehen, denen es zusteht – allen. Er unter­stützte die Opfer des ver­hee­renden Erd­be­bens von Haiti 2010 und hat auch noch ein Faible für den Erhalt der Welt­kultur; allein fünf Mil­lionen Euro inves­tierte er in die Instand­set­zung der berühmten Rialto-Brücke von Venedig.

Von wegen Gleich­be­rech­ti­gung

Das klingt nach einem reflek­tierten Men­schen, der sich seiner Ver­ant­wor­tung bewusst ist. Umso erstaun­li­cher mutet da an, was unlängst beim Heim­spiel seines L.R. Vicenza Virtus geschah.

Denn beim Sai­son­auf­takt der Serie C, beim Heim­spiel gegen Giana Erminio (0:0) ver­zich­tete der Klub auf die ansonsten welt­weit übli­chen Ball­jungen. Nicht, dass sie ersatzlos gestri­chen worden wären. Nein, sie wurden ledig­lich aus­ge­tauscht, gegen die Mäd­chen des U16-Teams der orts­an­säs­sigen Vol­ley­ball­mann­schaft.

Schöne Idee, könnte man meinen, Gleich­be­rech­ti­gung end­lich auch auf diesem Feld zu schaffen, denn warum sollten es immer nur Ball­jungen sein beim Fuß­ball. Doch das war ganz und gar nicht die Idee, die dahinter zu ste­cken scheint.