Sieben Jahre. Sieben Meis­ter­titel. Wird nicht selbst den Bayern ihr eigener Erfolg irgend­wann lang­weilig? Diese Frage stellte sich so manch ein Fuß­ball-Fan wäh­rend dieses Som­mers. Die späten Trans­fers, der sub­op­ti­male Sai­son­start, die man­gel­hafte Außen­dar­stel­lung: Die Bayern wirkten in der Ver­gan­gen­heit schon sou­ve­räner. Die Gegner wit­terten indes Blut. Borussia Dort­mund rief den Titel als Sai­son­ziel aus. Zeit für einen neuen Meister! 

Das 1:1 zwi­schen Rasen­ball­sport Leipzig und den Bayern lie­fert den Anhän­gern dieser These neue Argu­mente. War dies nicht der letzte Beweis, dass die Bayern schlagbar sind? Jein. Denn auch wenn die Bayern nach der Pause strau­chelten: Über weite Stre­cken der Partie bewiesen sie, warum der Weg zur Meis­ter­schaft nur über sie führt. Fünf Thesen zum Spit­zen­spiel.

1. Die Bayern sind das stärkste Team Deutsch­lands

Nor­ma­ler­weise zwei­felt kein Fuß­ball-Fan bei Ver­stand diese These an. Doch in den ver­gan­genen Monaten fragten sich selbst Bayern-Fans: Sind wir tat­säch­lich noch der Krösus der Liga? Wäh­rend Borussia Dort­mund und Leipzig mächtig auf­rüs­teten, ver­mel­deten die Bayern zwei Ver­tei­diger-Neu­zu­gänge sowie drei Last-Minute-Trans­fers. Plötz­lich schien ein anderer Meister mög­lich.

Die erste Halb­zeit gegen Leipzig war in dieser Hin­sicht eine Demons­tra­tion. Die Bayern waren ihrem Gegner in allen Aspekten über­legen. Fuß­bal­le­risch, weil sie kaum Fehler machten und den Ball laufen ließen. Tak­tisch, weil sie Julian Nagels­manns Griff zur Drei­er­kette mit kluger Raum­be­set­zung kon­terten. Selbst kämp­fe­risch konnten die Leip­ziger nicht mit­halten, die Bayern gewannen jeden wich­tigen Zwei­kampf. 

Die Bayern haben alles, was ein Spit­zen­team benö­tigt: Hinten bauen sie ruhig auf, lassen Ball und Gegner laufen. Vorne haben sie jedoch auch genug Tempo, um jeder­zeit einen Gang hoch­zu­schalten. Wenn sie richtig moti­viert sind, können sie jeden Bun­des­liga-Gegner domi­nieren. Das bewiesen sie vor einigen Monaten beim 5:0 gegen Dort­mund, und das bewiesen sie auch am Samstag wieder.

2. Thomas Müller ist zurück

Thomas Müller schien einer der Ver­lierer des Trans­fer­som­mers zu sein. Mit Phil­ippe Cou­t­inho ver­pflich­teten die Bayern einen Super­star für seine Posi­tion, mit Mikael Cui­sance kam ein wei­terer Kon­kur­rent. In den Sozialen Medien war der Auf­schrei groß, als Müller gegen Leipzig in der Startelf stand und nicht etwa Cou­t­inho.

Doch Müller steht sinn­bild­lich für die Stärke des Bayern-Kaders, unter Druck die besten Leis­tungen abzu­rufen. Als Zehner zeigte er sich umtriebig wie eh und je. Bay­erns Taktik, die Außen­stürmer nach innen zu ziehen und damit mit drei Angrei­fern Leip­zigs Drei­er­kette zu beschäf­tigen, befreite Müller. Er hatte zwi­schen Leip­zigs Linien alle Frei­räume der Welt. 

Müller spielte sein typi­sches Spiel als Raum­deuter und fal­scher Zehner. Er lei­tete nicht nur den Füh­rungs­treffer ein, son­dern war auch an wei­teren Chancen betei­ligt. Damit sen­dete er auch ein Signal an seinen Trainer.