Herr Nouri, lassen Sie uns über Bux­te­hude reden!
(Lacht.) Bux­te­hude, wo die Hunde mit dem Schwanz bellen.

Sagt man das so?
Ja. Wo Hase und Igel sich Gute Nacht sagen. Die meisten schmun­zeln, wenn sie Bux­te­hude hören.

Was ist Bux­te­hude für Sie?
Eine ganz wich­tige Basis. In Bux­te­hude liegen meine Wur­zeln. Ich bin da geboren, auf­ge­wachsen, und meine Eltern leben heute noch dort, ganz bescheiden.

Haben Sie es gern beschau­lich?
Ich fühl’ mich auch in Berlin sehr wohl. Berlin find’ ich super. Eigent­lich bin ich eher ein Stadt­mensch.

Was machen Sie in Berlin, wenn Sie mal Zeit für sich haben und vom Fuß­ball abschalten wollen?
Am ver­gan­genen Sonntag habe ich mich ins Auto gesetzt und bin nach Weyhe zu meinen Kin­dern gefahren. Ich habe ein paar Stunden mit ihnen ver­bracht und bin abends wieder zurück. Natür­lich gehe ich auch mal mit Freunden in Berlin essen, aber den Aus­gleich suche ich eher bei meiner Familie. Das ist das, was Herz und Seele berührt. Da geht es Ihnen wahr­schein­lich nicht anders.

In Spa­nien bist du nicht nur Trainer, du bist auch Aus­bilder, Erzieher“

Alexander Nouri

Was macht es mit den Leuten in Bux­te­hude, wenn sie immer wieder hören, dass sie angeb­lich am Ende der Welt leben?
Keine Ahnung. Fernab von allem ist der Ort ja nun auch nicht. Bis Ham­burg sind es 30 Kilo­meter. Als Kind und Jugend­li­cher war ich viel in Ham­burg unter­wegs, habe da auch Fuß­ball gespielt, bevor ich mit 15 zu Werder nach Bremen gewech­selt bin. Für mich ist es schwierig, mein Hei­mat­ge­fühl nur anhand von Orten zu defi­nieren, weil du als Trainer ein­fach viel unter­wegs bist. Selbst wenn du keinen Job hast.

Inwie­fern?
In der Zeit ohne Enga­ge­ment bin ich viel gereist, habe bei anderen Trai­nern zuge­schaut und mir viel ange­sehen. Für mich ist es immer wieder inspi­rie­rend, mich mit Kol­legen aus­zu­tau­schen.

Wo waren Sie überall?
Ich war viel in Spa­nien unter­wegs, bei Ath­letic Bilbao, in Vil­lar­real und beim FC Valencia. Da bekommt man schon einen intimen Ein­blick.

Warum gerade Spa­nien?

Weil ich den spa­ni­schen Fuß­ball mag. Und weil ich auch die Aus­bil­dungs­phi­lo­so­phie mag. Die Rolle des Trai­ners ist dort anders defi­niert als bei uns. Du bist nicht nur Trainer, du bist auch Aus­bilder, Erzieher. Die Spa­nier arbeiten viel mit Werten, mit Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung. Das spie­gelt sich auch in den Mann­schaften wider. Wenn man die Jungs in der Arena spielen sieht, erkennt man ganz viel von dem, was in der Aka­demie aus­ge­bildet wird.