Herr Kramer, hat Ihnen der DFB eine schöne Dienst­reise nach Bar­ce­lona spen­diert?
Nach Bar­ce­lona? Warum?

Weil die U 19 von Hertha BSC dort am Dienstag in der Youth League spielt.
(Lacht) Nein, Sie wissen doch, der DFB muss sparen. Spaß bei­seite: Ich bin ander­weitig ver­plant, werde das Spiel aber ver­folgen und Hertha die Daumen drü­cken.

Bei Her­thas Spiel gegen Paris St. Ger­main waren Sie aber im Sta­dion.
Das stimmt.

Wie fanden Sie das Spiel?
Man hat in der ersten Halb­zeit schon gesehen, dass die Fran­zosen den Hertha-Jungs spiel­tech­nisch, hin­sicht­lich der Beweg­lich­keit am Ball und auch in Sachen Tempo mit dem Ball voraus waren – obwohl deren Spieler im Schnitt deut­lich jünger waren. Aber: Hertha hat sich rein­ge­bissen. Man kann sich auch durch Orga­ni­sa­tion, Dis­zi­plin und unbän­digen Willen Chancen erar­beiten. Hertha hat die Fran­zosen hart­nä­ckig bear­beitet und sie dann im Laufe der zweiten Halb­zeit auf­ge­fressen. Als PSG nicht mehr so ziel­strebig war und nicht mehr so kon­se­quent nach­ge­setzt hat, war die Ber­liner Mann­schaft da. Das hat mich unheim­lich gefreut – weil sich Hertha das mit viel Willen erar­beitet hat. Und weil man sieht, dass das auch gegen indi­vi­duell stär­kere Mann­schaften mal mög­lich ist.

Dabei ist Hertha in der A‑Ju­gend-Bun­des­liga aktuell nur Siebter.
Sie dürfen nicht ver­gessen, dass in der Youth League drei Spieler aus dem 99er-Jahr­gang auf dem Platz stehen dürfen, der im ver­gangen Jahr Deut­scher Meister geworden ist. Die drei helfen der Mann­schaft natür­lich extrem und erhöhen das Niveau. Das sind ein­fach Kor­sett­stangen, die dem Team Sicher­heit und Sta­bi­lität geben. Und sie bringen eine gewisse Kör­per­lich­keit mit. Aber ins­ge­samt hat auch ein Verein wie Hertha mal den einen oder anderen Jahr­gang, in dem nicht gleich sieben, acht Natio­nal­spieler stehen.

Wie viele Her­thaner stehen in Ihrem Kader für die beiden anste­henden U‑18-Län­der­spiele gegen Frank­reich?
Keiner.