Als Gregor Samsa eines Mor­gens aus unru­higen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem unge­heueren Unge­ziefer ver­wan­delt.“ Mit diesem Satz beginnt Franz Kafkas Die Ver­wand­lung. Der mit seinem Leben unglück­liche aber in finan­zi­ellen Zwängen gefan­gene Han­dels­rei­sende Samsa ver­wan­delt sich über Nacht in einen rie­sigen Käfer. Was sein Leben, ver­ständ­li­cher­weise, auf den Kopf stellt.

Auf Schalke wurde diese Saison eine neue Ver­wand­lung geschrieben. Der Autor der Erzäh­lung? Dome­nico Tedesco. In der Haupt­rolle: Max Meyer. Und genau wie bei Samsa stellte sie auch Meyers Leben, oder zumin­dest seine Kar­riere, auf den Kopf.

Mit der Schub­karre nach Ita­lien

Vor Sai­son­be­ginn hätte so man­cher Schalker Fan den ehe­ma­ligen Wun­der­knaben“ (Welt) noch höchst­per­sön­lich mit der Schub­karre nach Ita­lien, Spa­nien oder Eng­land ver­frachtet. Das frü­here Top-Talent“ (WAZ), das mit 21 schon 100 Bun­des­li­ga­spiele auf dem Buckel hatte und laut Jürgen Klopp bei 90 Pro­zent aller Natio­nal­teams Stamm­spieler und Kapitän“ wäre, war inner­halb von nur vier Jahren nach seinem Pro­fi­debüt 2013 zum Buh­mann“ (West­fa­len­post) geworden. 

Unglück­lich war Meyer. Von der, wie er selbst sagt, sehr extremen“ Erwar­tungs­hal­tung im Schalker Umfeld erdrückt. Gefangen in immer wech­selnden posi­tio­nellen Zwängen. Unter Roberto Di Matteo war er Zehner, unter Andre Brei­ten­reiter Links­außen, Markus Wein­zierl setzte ihn wahl­weise auch als hän­gende Spitze oder Mit­tel­stürmer ein. Meyer spielte oft, aber fast nie durch und ebenso selten gut.

Dann kam Dome­nico Tedesco. Und Meyers Zeit bei Schalke schien end­gültig abge­laufen. Im System Tedesco gibt es die 10 nicht. Die Posi­tion, auf der Meyer sich selbst sieht. Dem­entspre­chend stand er an den ersten sieben Spiel­tagen 142 Minuten auf dem Feld, rund andert­halb Spiele. Doch am achten Spieltag erwachte Meyer aus seinen unru­higen Schalker-Träumen.