Martin Max

Auch rück­bli­ckend schier unvor­stellbar: Zur WM in Japan und Süd­korea fuhr nicht der Bun­des­liga-Tor­schüt­zen­könig Martin Max son­dern Carsten Jancker. Wie viele Tore hatte der in der Saison 2001/02 noch mal erzielt? Ach ja, kein ein­ziges. Ich bin von Janckers Fähig­keiten und Qua­li­täten über­zeugt“, wand sich Team­chef Völler damals. Welche Fähig­keiten und Qua­li­täten Tante Käthe“ genau meinte, ist bis heute unklar. Tor­ge­fahr kann nicht dazu gehört haben (siehe oben) und auch in punkto Spiel­ge­nuss war beim bar­häup­tigen Münchner bekannt­lich eher Schlach­ter­platte statt Ster­ne­dinner ange­sagt. Zurück zu Martin Max: 396 Spielen und 126 Toren in der Bun­des­liga stehen sieben Minuten Ein­satz­zeit in der Natio­nal­mann­schaft gegen­über.

Man­fred Burgsmüller

21 Jahre lang räkelte sich Burgsmüller im glei­ßenden Flut­licht deut­scher Arenen und traf im Schnitt mehr als zehn Mal pro Spiel­zeit. Doch die Bun­des­trainer ver­schlossen die Augen. Egal ob in Bremen, Dort­mund, Nürn­berg oder Essen – der schlitz­oh­rige Blond­schopf traf und traf – seine drei läp­pi­schen Ein­sätze im DFB-Trikot spre­chen Burgsmül­lers gran­dioser Bun­des­li­ga­bi­lanz Hohn. In Zeiten von Rum­me­nigge, Fischer und Allofs war für Manni“ offen­sicht­lich kein Platz im deut­schen Sturm. Beim Umbruch nach dem Cor­doba-Debakel 1978 war Burgsmüller dem neuen Bun­des­trainer Jupp Der­wall mit 29 Jahren viel­leicht auch schon zu alt. Doch Alter schützt vor Toren nicht: Sein letztes Bun­des­li­gator erzielte Burgsmüller schließ­lich mit knapp 40.

Frank Mill

123 Bun­des­li­ga­toren zum Trotz: Zu mehr als einem Status als Ergän­zungs­spieler reichte es für den gebür­tigen Essener in der A‑Nationalmannschaft nicht. Bei der WM in Ita­lien spielte Franky“ nur eine Sta­tis­ten­rolle und kam zu keinem Ein­satz. Eigent­lich bin ich kein Welt­meister“, sagte er später. Dafür aber erfolg­rei­cher Olym­pio­nike. Mill schaffte es zu zwei olym­pi­schen Tur­nieren und führte die deut­sche Aus­wahl 1988 als Kapitän zur Bron­ze­me­daille. Zusammen mit Jürgen Klins­mann war der Dort­munder mit vier Toren der erfolg­reichste deut­sche Stürmer. Er soll Aus­wahl­trainer Hannes Löhr auch über­redet haben, Wolfram Wuttke nach Seoul mit­zu­nehmen.

Klaus Topp­möller

In der Ver­eins­chronik des 1. FC Kai­sers­lau­tern sind Topp­möl­lers 108 Tore nach wie vor das Non­plus­ultra. Viel­leicht fehlten den damals amtie­renden Bun­des­trai­nern ein­fach die Erfolge in der Vita des Mosela­ners – zwei Mal Platz 3 in der Bun­des­liga und ein ver­lo­renes DFB-Pokal­fi­nale waren das höchste der Gefühle. Viel­leicht aber lag es auch an Toppis“ unbe­quemer Art, die Jogi Löw heut­zu­tage als man­gel­hafte Soft Skills“ bezeichnen würde, dass der kleine Schwei­ne­hund aus Rivenich“ (R. Cal­mund) zu nicht mehr als drei Ein­sätzen für Deutsch­land kam. Ein gelun­genes Debüt seiner ultra­kurzen inter­na­tio­nalen Lauf­bahn immerhin fei­erte der Mann mit der aus­la­denden Locken­pracht: Beim Län­der­spiel gegen Spa­nien im Mai 1976 traf er zum 2:0‑Endstand. Auch als Trainer blieb Topp­möller das Titel­pech treu: 2002 stand er mit Lever­kusen kurz vor dem Triple und dann doch mit leeren Händen da.

Fritz Walter (Jr.)

Im Gegen­satz zu seinem in der Natio­nalelf unterm Strich doch recht erfolg­rei­chen Namens­bruder aus der Pfalz langte es für das kleine, schnauz­bär­tige Pen­dant nicht einmal für eine schä­bige Beru­fung in die A‑Auswahl. Nur 11 Spieler haben in der Bun­des­liga öfter getroffen als der gebür­tige Mann­heimer (157 Tore). Das Trikot mit dem Adler haben mehr als 860 Per­sonen öfter getragen als Walter. Die Kon­kur­renz war in der zweiten Hälfte der Acht­ziger und Anfang der Neun­ziger, Wal­ters großer Zeit, wohl ein­fach zu gut. So muss er sich mit der Tor­jä­ger­ka­none aus dem Jahr 1992 trösten.

Stefan Kuntz

Langes Warten kann aber auch belohnt werden. Der heu­tige Lau­terer Vor­stands­vor­sit­zende schoss jah­re­lang in der Bun­des­liga Tore ohne Unter­lass, wurde im WM-Jahr 1986 Tor­schüt­zen­könig. Der Kaiser“ igno­rierte den Dau­er­knipser mit glei­cher Bestän­dig­keit – viel­leicht weil in Bochum und Uer­dingen in der Regel nicht die ganz große Fuß­ball­pro­mi­nenz zu Gast war. Und so hatte Kuntz schon 119 Treffer in Deutsch­lands höchster Spiel­klasse erzielt, bis sich der Bun­des­berti des 31-Jäh­rigen end­lich erbarmte und ihn im Dezember 1993 mit auf Ame­ri­ka­reise nahm. Kuntz mel­dete sich stan­des­gemäß zum Dienst im Natio­nal­trikot und machte gegen die USA im ersten Spiel direkt seine erste Bude. Zu immerhin 25 Län­der­spielen kam der Saar­länder noch – und trug mit 33 Lenzen maß­geb­lich zum Euro­pa­meis­ter­titel der deut­schen Elf bei.