Die 11FREUNDE-Diens­tags­ko­lumne: Jede Woche machen sich Lucas Vogel­sang, Frank Will­mann, Titus Chalk und Frank Baade im Wechsel Gedanken über den Fuß­ball, die Bun­des­liga und was sonst noch so pas­siert. Wenn uns der heu­tige Kolum­nist Titus Chalk nicht gerade die eng­li­sche Fuß­ball­kultur erklärt, schreibt er für Four­FourTwo, expertet für die Deut­sche Welle oder trinkt Pints in seinem Lieb­lingspub.

An dieser Stelle erklärt unser Eng­land-Fach­mann und Ur-Lon­doner Titus Chalk die eng­li­sche Fuß­ball-Kultur. Ab sofort unge­fil­tert auf Deutsch:

Die Titus-Fuss­bal­ling-Eng-zyklo­pädie: The Scrotum

Seltsam wie gele­gent­lich eine bestimmte Ver­let­zung die Fan­tasie des Publi­kums beflü­geln kann. Durch eine kol­lek­tiven Neu­gier oder Mit­leid, werden wir alle plötz­lich Experten auf dem Kreuz­band­an­riss, dem Mit­tel­fuss­bruch oder der the­ra­peu­ti­schen Benut­zung von Pferds­pla­zenta. Doch am neusten in Eng­land wurde eine Welle Ver­let­zungen berichtet, von der wir alle uns nur halt wün­schen können, nie eine intime Kenntnis zu bekommen: der ver­letzte Hoden­sack (oder Scrotum“ auf Eng­lisch).

Am 17. Dezember zum Bei­spiel, traf Black­burn Ver­tei­diger Scott Dann sein erstes Sai­sontor. Leider zer­brach er gleich­zeitig seinen rechten Hoden. Unser Physio ist sehr erfahren“, sagte Black­burn Trainer Steve Kean nach dem Spiel. Aber er sagt. bisher nie so eine Ver­let­zung gesehen zu haben.“

Noch schlimmer war den Fall des Gil­lingham-Spie­lers Chris Whel­pdale, der am 26. Dezember, dank einer schreck­li­chen Grät­sche, seinen Hoden­sack auf­reissen liess. Fünf augen­was­sernde Nadel­stiche würden gebraucht den Schaden zu repa­rieren, oder wie Gio­vanni Trappa­toni es wahr­schein­lich sagen würde, die Katzen wieder im Sack zu ste­cken. Hof­fent­lich, findet er nun ein stark redu­ziertes Sus­pen­so­rium in den Sales von Januar.


Ego des Monats: André Villas-Boas (Chelsea)

Der Chelsea Trainer ist scheinbar ein sen­si­beler Mann, dessen Stolz nicht zu stören ist. Seine Mann­schaft lebt im Augen­blick einen ganz miss­li­chen Zeit­raum in der Pre­mier League und Lust auf Unfriede und Kritik hat er halt nicht mehr. Am Anfang des Monats Dezember, ver­bannte er Nicolas Anelka und Alex vom Kader, und ver­pflich­tete beide Spieler mit der zweiten Mann­schaft zu trai­nieren.

Die gleiche Mann­schaft wurde dann sogar vom Trai­ning Ground ver­boten, damit sie die Chelsea Stars nicht ablenken könnten. Am bizarrsten aber, ist AVBs Befehl, dass seine Spieler ab jetzt ihn in ihren Tor­ju­beln auf­nehmen. Ist das schon ein Zei­chen eines Mannes, der Keine Liebe mehr von seinem Verein spürt?

Instant-Krise: Sir Chris Hoy

Die Leis­tung vom Schiri im Spiel zwi­schen Stoke und Tot­tenham am 11. Dezember war zwar schwach. Aber er hätte wahr­schein­lich nie so eine wütende Reak­tion auf Twitter erwartet. Ver­schie­dene User schätzten ihn als Shit“, an embarr­ass­ment“ und weak and pathetic.“ Einer sagte sogar: Chris Hoy you should just quit.“

Das Pro­blem ist, dass Chris Hoy kein Pre­mier League Schieds­richter ist, son­dern ein fünfmal Olym­pi­sche Gold­medal­li­on­sie­gende Rad­renn­fahrer. Nur zur Infor­ma­tion“, musste er tweeten, Ers­tens: Ich brauche keine Brille. Zwei­tens: Ich führe auch nicht ein Dop­pel­leben als Pre­mier League Schieds­richter. Er heisst Chris Foy.“

Stö­rende Sta­tistik: €3.7 Mil­lionen

Das gesamtes Geld, dass der von seinem Trainer ver­bannte Man­chester City Links­ver­tei­diger Wayne Bridge ver­dient hat, seit dem er das letztes Mal in der Pre­mier League spielte (im Mai 2011). Was tut er jeden Samstag eigent­lich? Keine Ahnung,“ sagt Roberto Man­cini. Spielt er Golf?“