Das ist neu:
Die Tiefe des Kaders. 24 Spieler hat Borussia Dort­mund in seinem Kader. Das ist nicht mehr als bei den meisten Bun­des­li­gisten, doch die Qua­lität ent­scheidet. Trotz den Abgangs von Mario Götze, scheint sich der BVB ver­stärkt zu haben. Auch Jürgen Klopp wird es in dieser Saison schwerer haben, das Rota­ti­ons­gleich­ge­wicht zu halten. Die Tiefe der Mann­schaft erin­nert schon fast an den FC Bayern Mün­chen der ver­gan­genen Saison. Denn Sokratis Papas­ta­tho­poulos, Hen­rikh Mkhi­ta­ryan und Pierre-Eme­rick Aub­ameyang besitzen nicht nur eine Menge Buch­staben, son­dern vor allem ein fle­xi­bles Posi­ti­ons­spiel. Damit ist der Verein nicht nur weniger abhängig von Ein­zel­spie­lern, son­dern auch schwerer aus­zu­rechnen.

Das fehlt:
Echte Liebe. Mario Götze zum Final-Bezwinger FC Bayern, Robert Lewan­dowski in letzter Sekunde an den Verein gebunden, Felipe San­tana beim Rivalen Schalke 04. Die Helden der ver­gan­genen Saison haben ihre Heimat, ihre Seele, ihr Alles ver­raten. In wel­chem schwarz-gelben Roman­tik­film war das vor­her­zu­sehen? Selbst Rosa­munde Pil­cher hat schon bes­sere Dreh­bü­cher ent­worfen. Bei der Borussia ist es den­noch pas­siert. Heul, schluchz… Wir ordern eine Maxi-Packung Taschen­tü­cher und warten auf das Happy-End.

Das fehlt nicht:
Under­state­ment. Der FC Bayern wird Meister, man selbst muss auf die Kon­kur­renz aus Gel­sen­kir­chen und Lever­kusen achten. Auch inter­na­tional werden die Spiele höchs­tens auf Augen­höhe aus­ge­tragen werden, meint Jürgen Klopp und geht damit einen alt­be­währten Weg. Trotz Wem­bley 2013 und zweier Meis­ter­schaften in den ver­gan­genen drei Jahren, bleibt der BVB bescheiden und wartet, zumin­dest vor den Mikro­fonen, gespannt auf das, was kommt. Aus den Vor­jahren wissen wir, dass das keine schlechte Idee ist!

Wenn diese Mann­schaft ein Promi wäre, dann dieser:
Mit 17 Jahren und 117 Tagen debü­tierte er in der Bun­des­liga (also fast wie Nuri Sahin), kurz darauf musste er auch schon inter­na­tional Ver­ant­wor­tung über­nehmen (vgl. Cham­pions League 2011/12). Tat das mit Bra­vour (vgl. Cham­pions League 2012/13). Er ist beid­füßig, wird von seinen Trai­nern für seine Fle­xi­bi­lität, sein fre­ches Selbst­be­wusst­sein und seinen unheim­li­chen Zug zum Tor gelobt (alle unaus­sprech­li­chen Offen­siv­spieler). Seit seiner Kind­heit spielt er nur für einen Verein, das Wappen scheint auf der Brust fest­ge­klebt (mit Abstri­chen Marco Reus). Seinen Ver­trag hat das Jahr­hun­dert­ta­lent erst kürz­lich ver­län­gert und seine Heimat würde er nur für eine immens hohe fest­ge­schrie­bene Ablö­se­summe ver­lassen (siehe Lewan­dowski). Unter stummen Tränen ver­steht sich (siehe Götze). Ganz klar: Der BVB wäre Julian Draxler.

Das 11FREUNDE-Orakel:
Jedes Fach­ma­gazin tippt Borussia Dort­mund auf den zweiten Tabel­len­platz. Wir nicht! Das könnte ent­weder daran liegen, dass wir nicht vom Fach sind oder ein­fach ein wenig Abwechs­lung rein­bringen wollen. Mit den Neu­zu­gängen und der gewonnen Erfah­rung aus dem Vor­jahr wird die Borussia eine for­mi­dable Saison spielen, viel­leicht sogar die Schönste. Doch für die Erfolge fehlt ein 93. Minute-San­tana und ein wenig Glück. Des­halb: 3. Platz.