Das Vor­spiel

Es ist 16 Uhr, als Schieds­richter Ste­fano Bra­schi den Klas­siker Eng­land gegen Deutsch­land bei Nie­sel­regen anpfeift. Nach 77 Jahren werden es die letzten neunzig Minuten im alten Wem­bley Sta­dion sein, das Pelé die Kathe­drale des Fuß­balls“ nannte und in dem Eng­land 1966 seinen ein­zigen WM-Titel gewann. 

Es ist der zweite Spieltag der Qua­li­fi­ka­tion für die WM 2002 in Japan und Süd­korea, bei der Deutsch­land später Bra­si­lien im Finale unter­liegen wird. Vor 76.400 Zuschauern freut sich Arse­nals Ver­tei­diger-Ikone Tony Adams auf Hub­schrau­ber­du­elle mit Oliver Bier­hoff. Liver­pools Wun­der­kind Michael Owen wird Her­thas Marko Rehmer zum Lauf­duell bitten. 

Die Ent­ste­hung 

Bis zur 13. Spiel­mi­nute wirkt das Spiel zer­fahren. Unnö­tige Abspiel­fehler, wenig Spiel­fluss und viele Zwei­kämpfe machen die Ner­vo­sität auf beiden Seiten sichtbar. Trotzdem ist Deutsch­land das bes­sere Team. Dann läuft Eng­lands Mann fürs Grobe“ Martin Keown einen ein­fa­chen Ball ab und passt ins Zen­trum zu Paul Scholes, Herz und Seele von Man­chester United. Ball­an­nahme, leichtes Ball­führen, keine Bedrängnis. Heut­zu­tage undenkbar. Ein wei­terer Ball­kon­takt, und noch einer, kein Abspiel. Bayer Lever­ku­sens Michael Bal­lack reicht es nun. Keine Grät­sche, nur cle­veres Kör­per­da­vor­ge­schiebe, Scholes ver­liert den Ball, hakt nach aaand it will be a free­kick to Ger­many“.