2017 ist das Jahr der Refor­ma­tion. Keine Frage, dass sich die Gestalter des deut­schen Fuß­ball­bundes, die auch sonst keinen Hei­ligen Gral unan­ge­tastet lassen, nicht zweimal bitten lassen und den DFB-Pokal modi­fi­zieren wollen. Angeb­lich zum Vor­teil der zahl­rei­chen Ama­teur­ver­eine. Nur: Stimmt das?

182 Ver­eine sollen ab der Saison 2019/20 das Logo des natio­nalen Ver­eins­po­kals auf ihrem Ärmel tragen dürfen, wie Sport­Bild und der Sport­in­for­ma­ti­ons­dienst berich­teten. Klasse Sache, denkt man im ersten Moment. Um sich anschlie­ßend Runde für Runde wei­ter­zu­ar­beiten – und schluss­end­lich K.O. zu gehen.

Neu im Pokal­modus ist u.a. die soge­nannte Qua­li­fi­zie­rungs­runde, in der 122 Ama­teur­ver­eine spielen. Dar­unter die 21 Lan­des­po­kal­sieger und 63 Lan­des­po­kal­halb­fi­na­listen. Anschlie­ßend, in der Vor­runde, greifen die Gewinner der Qua­li­fi­ka­tion und nahezu alle anderen Mann­schaften ein. Allein die sieben Hoch­ka­räter der Bun­des­liga, die Jack­pots in der Los­trommel für jeden Dorf­verein, genießen Freilos.

15.000 Euro pro Klub

Der DFB argu­men­tiert, dass die Ama­teur­ver­eine dadurch vor allem finan­ziell einen großen Vor­teil genießen würden. Bis zu 16 Mil­lionen, und damit elf Mil­lionen mehr als zuletzt, sollen an diese Ver­eine aus­ge­schüttet werden. Woher diese Summe kommt, ist noch nicht ersicht­lich. Fest steht: In der Qua­li­fi­ka­ti­ons­runde sollen 1,83 Mil­lionen an die teil­neh­menden Ver­eine gezahlt werden.

Klingt viel? Ist es nicht.

Bei 122 Ver­einen bringt das nur 15.000 Euro für jeden garan­tiert ein. Sicher­lich, die Zuschau­er­ein­nahmen nicht ein­be­zogen, aber bei einem Duell zweier Viert­li­gisten dürfte trotz des Labels DFB-Pokal“ noch kein Schatz­meister ob der Summen über­for­dert werden. 15.000 Euro – wer weiß, wie viel eine Bus­fahrt quer durch die Repu­blik inklu­sive Hotel­über­nach­tungen für eine Mann­schaft kostet, ahnt, wie viel da noch übrig bleibt.