Fei­er­tage währen nicht ewig. Der nor­male Bürger merkt das schmerz­lich, wenn die Weih­nachts­zeit endet. Ein­tracht-Fans spüren das jetzt schon. Nachdem Adi Hütter in seiner Pre­mie­ren­saison die Ein­tracht in unge­ahnte Höhen geführt hat, steckt er nun in seiner ersten Krise.

Und was für eine! Nur einen Punkt holte Frank­furt aus den ver­gan­genen sechs Bun­des­liga-Spielen. Die erneute Qua­li­fi­ka­tion für die Europa League ist in weite Ferne gerückt. Statt­dessen muss die Ein­tracht auf­passen, nicht in den Abstiegs­kampf zu rut­schen. Fünf Gründe, warum es der­zeit bei der Ein­tracht nicht läuft.

Kein Voll­gas­fuß­ball
Ein­tracht Frank­furt kannte unter Trainer Adi Hütter bisher eigent­lich nur einen Weg: nach vorne. Frank­furt stresste den Gegner, lief ihn früh an, stellte überall auf dem Feld Man­n­ori­en­tie­rungen her.

Aktuell spielt die Ein­tracht abwar­tender. Die Außen­stürmer pos­tieren sich tiefer, aus dem offen­siven 3 – 4‑1 – 2‑System wird so häu­figer ein 5−2−1−2. Beim 0:1 auf Schalke agierten sie fast die gesamte Spiel­zeit hinweg aus einer tief­ste­henden Defen­sive. Gegen Köln zogen sie sich nach der 2:1‑Pausenführung weiter zurück.

In beiden Fällen gelang das Vor­haben nicht: Die Ein­tracht fühlt sich in einer kom­pak­teren, tie­feren Ord­nung nicht wohl. Gerade das cha­rak­te­ris­ti­sche Her­aus­rü­cken der Spieler fällt hier negativ ins Gewicht: Ist dieses im aggres­siven Pres­sing ein wich­tiger Plus­punkt, reißt es in einer tie­feren Ord­nung unnö­tige Lücken.

Keine Büf­fel­herde
Es ist auf Dauer müßig, der Ver­gan­gen­heit nach­zu­trauern. Die Büf­fel­herde ist Geschichte. Das würde sich selbst bei einer Rück­kehr von Ante Rebic im Winter nicht ändern. Doch so sehr Ein­tracht-Fans das Trio aus Rebic, Luka Jovic und Sebas­tian Haller abhaken möchte: Es fällt schwer.

Ein­trachts Sturm gehen in dieser Saison sämt­liche Stärken ab, welche die Büf­fel­herde so aus­zeich­neten. Prä­senz in der Luft? Bringt Bas Dost außer­halb des Straf­raums nur bedingt mit. Tempo? Fehlt völlig. Tech­ni­sche Stärke? Auch in der Hin­sicht kann etwa Gonçalo Paciência mit seinen Vor­gän­gern nicht mit­halten. Die Energie der ver­gan­genen Saison ist ver­schwunden.