Seite 2: Ritschi und Ratschi

17. Februar 1988: BVB gegen VfL 1:2 (1:0)
Ohne Lothar Woelk, ohne Rob Ree­kers und ohne Ata Lameck reisen die Bochumer zur Borussia, die sich in diesen Jahren langsam, aber unauf­hör­lich vom Nach­barn ent­fernt, finan­ziell und sport­lich. Auch des­wegen wird dieser Aus­wärts­sieg zur Legende. Zuerst aber bestimmt ein gewisser Andreas Möller die Nach­hol­partie. In seinem ersten Heim­spiel für den BVB zieht er die Fäden und erzielt – per Kopf! – das 1:0. In Durch­gang zwei hält Bochum zwar besser mit, aber nach 88 Minuten deutet nichts auf die beiden Schluss­pointen hin. Die erste setzt ein Ama­teur namens Dirk Rit­schi“ Riech­mann, dann schließt Michael Rat­schi“ Rze­haczek den letzten Angriff des Spiels unter Flut­licht zum 1:2 ab. 

20. April 2001: BVB gegen VfL 5:0 (2:0)
Wieder ein Abend­spiel, aber keines auf Augen­höhe mehr. Nun ist der VfL bloß ein Auf­steiger (und Tabel­len­letzter), wäh­rend sich der BVB mitten im Titel­rennen befindet. Auch Bochums Libero Thomas Reis kann den höchsten Dort­munder Sieg gegen den Nach­barn nicht ver­hin­dern, Jung­stars wie Yil­d­iray Bastürk, Paul Freier oder Peter Peschel zahlen bit­teres Lehr­geld gegen Alt­stars wie Jörg Hein­rich, Stefan Reuter oder Jürgen Kohler.

10. März 2007: VfL gegen BVB 2:0 (0:0)
Der bis­lang letzte Dreier der Bochumer gegen die Borussia ist auch des­wegen bemer­kens­wert, weil dem Neu­ling VfL im fol­genden Monat zudem noch ein Der­by­sieg gegen Schalke gelingt (der S04 am Ende die Meis­ter­schaft kosten wird). Und weil man die Saison auf Rang acht und damit direkt vor dem BVB beendet! Theo­fanis Gekas trifft kurz nach der Pause zum 1:0 und sorgt in der Schluss­phase mit einem Kopf­ball für die Ent­schei­dung.

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29. März 2008: VfL gegen BVB 3:3 (3:2)
Das erste Unent­schieden in unserer kleinen Reise durch die Zeit ist so tur­bu­lent, wie die nackten Zahlen ver­muten lassen. Ein 19-jäh­riger Ver­tei­diger namens Mats Hum­mels gibt sein Bestes, aber nach neun Minuten führen die Haus­herren 2:0. Dann bereitet Dede zwei Dort­munder Tore vor, doch kurz vor der Pause geht Bochum durch Ben­jamin Auer wieder in Füh­rung. Der sehr starke Tinga trifft schließ­lich noch zum Aus­gleich, den Bochums Trainer Marcel Koller anschlie­ßend mit Lands­mann DJ Bobo ana­ly­siert. Kol­lers Kol­lege Thomas Doll gerät der­weil unter Druck und ist nur noch fünf Tage von seiner Wut­rede ent­fernt.

13. März 2010: VfL gegen BVB 1:4 (0:2)
So über­legen der Gast aus Dort­mund auch ist – nie­mand auf den Rängen denkt, dass dieses B1-Derby das letzte für fast zwölf Jahre sein wird. Der BVB führt schon mit 2:0, als Milos Maric wegen einer Tät­lich­keit vom Rasen muss. In Unter­zahl sieht der VfL sogar besser aus und kommt durch das erste Bun­des­li­gator eines gewissen Lewis Holtby noch mal heran, bevor Lucas Bar­rios die Punkte per Dop­pel­pack sichert. Bochums Trainer heißt Heiko Herr­lich, hat eine Dort­munder Ver­gan­gen­heit und wird einen Monat später ent­lassen. Das ändert nichts daran, dass der VfL für elf Jahre in der 2. Liga ver­schwindet.