Seite 2: „Falcao hat nicht den Star raushängen lassen“

Als Sie nach Monaco kamen, gehörte der Verein bereits seit einem Jahr dem rus­si­schen Investor Dimitri Rybo­lowlew. Hatten Sie Kon­takt mit ihm?
Er war regel­mäßig bei unseren Spielen im Sta­dion und ist auch oft zu Aus­wärts­spielen geflogen. Ab und zu kam er auch in die Kabine und hat uns zum Sieg gra­tu­liert. Da ich Rus­sisch kann, hat er mich oft als Kon­takt­person zwi­schen der Mann­schaft und ihm genutzt. Er wollte wissen, was die Spieler gerade beschäf­tigt.

Zur Saison 2012/13 wurden Sie unter dem neuen Trainer Claudio Ranieri Kapitän, obwohl Sie gerade mal zwei Spiele für Monaco absol­viert hatten. Hat Sie diese Ent­schei­dung über­rascht?
Ich war leider ver­letzt, als ich nach Monaco kam und habe mir nach zwei Spielen einen Joch­bein­bruch zuge­zogen, sodass die Saison für mich gelaufen war. Als dann Ranieri kam, habe ich mich schon gewun­dert, dass er mich zum Kapitän ernannt hat, vor allem weil ich kein Fran­zö­sisch spreche und daher die Kom­mu­ni­ka­tion nur auf Eng­lisch mög­lich war. Aber der Verein wollte mich, weil ich die meiste Erfah­rung in der Mann­schaft hatte.

Am Ende der Saison sind Sie mit Monaco in die erste Liga auf­ge­stiegen. Danach haben Sie nur noch ein Spiel gemacht.
Ich habe mich in der Vor­be­rei­tung wieder ver­letzt und musste zweimal am Knie ope­riert werden. Danach war es schwer, wieder den Anschluss zu finden. Vor allem kör­per­lich habe ich nicht mehr das not­wen­dige Niveau erreicht. Außerdem hatte ich auf meiner Posi­tion mit Eric Abidal und Ricardo Car­valho starke Kon­kur­renz. Das sind Welt­klasse-Spieler, die vorher bei Bar­ce­lona und Real Madrid gespielt haben. 

Monaco hat nach dem Auf­stieg rund 180 Mil­lionen Euro für neue Spieler aus­ge­geben und Stars wie den kolum­bia­ni­schen Stürmer Radamel Falcao geholt. Wie lief Ihre erste Begeg­nung ab?
Falcao wurde wie jeder andere in der Kabine vor­ge­stellt. Das war genauso wie in Bremen oder Nürn­berg, wenn jemand Neues zur Mann­schaft stößt. Es wurden also keine Scham­pus­fla­schen auf­ge­macht. (Lacht.) Auch im Trai­ning haben James Rodri­guez, Falcao oder Joao Mou­t­inho nicht den Star raus­hängen lassen, sie waren sehr pro­fes­sio­nell. 

Haben Sie sich oft mit ihnen aus­ge­tauscht?
Car­valho und ich haben uns sehr gut ver­standen. Mit Falcao habe ich leider wenig geredet, da er kaum Eng­lisch sprach. Und Abidal war für jeden Spaß zu haben.