Seite 2: Über eine Akademie ins Profigeschäft

Amadou Dia­wara, 19 Jahre
14,5 Mil­lionen Euro Ablöse über­wies die SSC Napoli vor der lau­fenden Saison für den defen­siven Mit­tel­feld­spieler Amadou Dia­wara an den FC Bologna. In der Geschichte der Serie A gibt es nicht viele U19-Spieler, die so viel Geld gekostet haben – genauer gesagt sind es gerade einmal sieben. Beim aus Guinea stam­menden Sechser“ hat man aber schon wäh­rend seines Jahrs in Bologna gesehen, dass er diese Summe wert sein wird. 

Dia­wara strahlt mit seinen 19 Jahren eine fast unheim­liche Ruhe am Ball aus und hat immer das Auge dafür, an der rich­tigen Posi­tion zu stehen. Das gilt sowohl für den Spiel­aufbau, der bei den Par­tenopei unter ihm zuweilen fast noch besser lief als unter Jorginho, als auch für die Defen­siv­ar­beit. Das Erobern von Bällen auf­grund guten Stel­lungs­spiels und der dazu gehö­rigen Por­tion kör­per­li­cher Robust­heit gehört zu den großen Stärken des beid­fü­ßigen Afri­ka­ners. Ins­be­son­dere, wenn die Angriffe ins letzte Drittel gehen, hält sich Dia­wara – sicher vor allem auch aus tak­ti­schen Gründen – aber vor­nehm­lich zurück. 

Kein Wunder, dass ihm in 44 Serie A‑Spielen und auch in der 3. Liga bei San Marino Calcio 2014/15 noch kein Treffer gelungen ist. Dass Dia­wara auch in Zukunft zu den Spie­lern gehören wird, auf die es zu achten gilt, ist offen­sicht­lich. An Selbst­be­wusst­sein man­gelt es ihm dahin­ge­hend sowieso nicht. Qua­lität hat kein Alter. Man muss nicht darauf warten, die Fähig­keiten zu nutzen, die man hat“, sagte er mal bei UEFA​.com.

Pape Cheikh Diop, 19 Jahre

Pape Cheikh Diop, gebo­rener Sene­ga­lese, defen­siver Mit­tel­feld­spieler, 1,76 groß“, eher schmächtig, aus­ge­spro­chen zwei­kampf­stark. Schon ver­wirrt? Macht nichts, wir auch. Diop ist sicher­lich ein unge­wöhn­li­cher Sechser. Man fühlt sich bei ihm in eine Zeit zurück ver­setzt, als der geg­ne­ri­sche Zehner noch regel­mäßig in Mann­de­ckung genommen und über den halben Platz ver­folgt wurde. Diop nimmt den geg­ne­ri­schen 10er auch in Mann­de­ckung. Oder den Mit­tel­stürmer. Oder den Links­ver­tei­diger. Ok, ich über­treibe.

Was man aber wohl sagen kann ist, dass Ver­tei­digen im Raum nicht so sein Ding ist und er sich in direkten Duellen deut­lich wohler fühlt. Was man auch sagen kann, ist, dass der Ver­gleich mit Mann­de­ckern von kurz nach der Jahr­tau­send­wende an dieser Stelle auf­hört. Denn Diop hat nebenbei auch eine feine Technik, ist flink und wendig am Ball und vor allem blitz­schnell, wenn es darum geht, nach Ball­ge­winn den Gegen­an­griff ein­zu­leiten. Doch nicht nur sein Spiel­stil, auch sein Wer­de­gang ist bemer­kens­wert. Mit 14 kam er aus dem Senegal nach Spa­nien, genauer gesagt ins kas­ti­li­sche Palencia, wo er seine Kar­riere in einer Aka­demie star­tete. Einer Aka­demie mit dem Namen CIA (Club Inter­na­cional de la Amistad), deren Web­site in etwa so seriös aus­sieht, als wolle sie einem als nächstes Auren ver­kaufen (kein Link an dieser Stelle, goo­gelt selbst).

Doch tat­säch­lich, nach einem Jahr in der Aka­demie schloss er sich einem Ama­teur-Club aus A Coruña an, wurde für die U16-Aus­wahl Gali­ziens nomi­niert (ja, die gibt es) und zog dort die Auf­merk­sam­keit der großen lokalen Clubs auf sich. Er ent­schied sich für Celta, wo er nun drei Jahre später langsam an die erste Mann­schaft her­an­ge­führt wird. Wir sind gespannt, wo der Weg des Pape Diop noch so alles hin­führen wird.