Seite 4: „Ich habe es satt, mich zu rechtfertigen“

Mit dem Vor­wurf um unge­naue Über­set­zungen ist wohl der Schweizer Bou­le­vard gemeint, der seinen Brief zum Verrat an der Schweizer Natio­nal­mann­schaft auf­bauschte – ein Umstand, den sich Xhaka nicht ein­fach so gefallen lassen will: Vor der Pres­se­kon­fe­renz, auf der auch die Aus­sagen aus 20min“ fielen, soll Xhaka den Reporter des Blick“ ange­wiesen haben, die Pres­se­kon­fe­renz zu ver­lassen. Solange die Blick“ im Raum ist, werde er über­haupt nichts zu der Sache sagen.

1. Sep­tember 2016: Offi­zi­elle Stel­lung­nahmen
Mitt­ler­weile ist in der Schweizer Presse von der Kosovo-Debatte“ die Rede. Angeb­lich habe sich jetzt sogar der koso­va­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent Hashim Thaci ein­ge­schaltet. Er wolle per­sön­lich dafür sorgen, dass Spieler zu seinem Ver­band wech­seln. 

Der Schweizer Fuß­ball­ver­band kri­ti­siert der­weil in einer offi­zi­ellen Stel­lung­nahme sowohl die UEFA als auch die FIFA, die sich noch immer nicht um die ein­deu­tige recht­liche Klä­rung bemüht hätten. Weiter schießen die Schweizer gegen den koso­va­ri­schen Ver­band. Dessen Bemü­hungen, Spieler aggressiv abzu­werben pro­vo­ziere zahl­reiche, teil­weise sehr emo­tio­nale Kom­men­tare von vielen Seiten, was wie­derum die Spieler und deren Fami­lien unter großen Druck setzt.“ Das sei nicht hin­nehmbar.

In einem Inter­view mit der Appen­zeller Zei­tung“ reagiert Granit Xhaka selbst gereizt auf die Dis­kus­sion. Ich hab es satt, mich recht­fer­tigen zu müssen“, sagte er. Die Berner Zei­tung“ zitiert Xhaka damit, es nerve ihn, seit Tagen wieder wegen seines Brief ange­griffen zu werden. Xhaka wie­der­holt, er habe diesen Brief geschrieben, um klar zu machen, warum er wei­terhin für die Schweiz spielen will. 

5. Sep­tember 2016: Die Pre­miere
Der Kosovo trifft im ersten WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel seiner Geschichte auf Finn­land. Granit Xhaka wird dem Team die Daumen drü­cken – zu Hause, auf dem Sofa. Und nicht, wie vom Schweizer Bou­le­vard befürchtet, auf dem Spiel­feld. Das hatte Xhaka in den fol­genden Tagen noch mehr­fach in Print und Fern­sehen wie­der­holt. Man merkt, für ihn ist diese Ange­le­gen­heit geklärt. Und auch der Bou­le­vard lässt langsam von der Geschichte ab.