Seite 3: „Riesenwirbel“ um ein Gedankenspiel

30. August 2016: Der Angriff des Bou­le­vard
Noch am selben Tag bau­schen Schweizer Bou­le­vard-Medien Xhakas Brief zu einem Rie­sen­wirbel“ auf und unken, Xhaka flirte mit anderen Natio­nal­mann­schaften, wäh­rend er sich mit den Schwei­zern auf die Spiele gegen Andorra und Lett­land am Wochen­ende vor­be­reitet. Was soll das?“, fragt etwa die Blick“ fas­sungslos auf ihrem Online-Auf­tritt. Die Beweis­füh­rung für Xhakas ver­meint­li­chen Wan­kelmut betreibt man dort, indem die Zei­tung aus einem eigens geführten Inter­view mit Xhaka vor der Euro­pa­meis­ter­schaft zitiert. Dort bekannte Xhaka sich unein­ge­schränkt zur Schweizer Natio­nal­mann­schaft. Und sagte sogar, er könne sich vor­stellen, eines Tages Natio­nal­trainer zu werden. Wie die Blick“-Leser nun Xhakas Gedan­ken­spiel unter dem Arti­keln kom­men­tieren, kann man sich vor­stellen.

In einem anderen Text zau­bert die Blick“ noch den Natio­nal­mann­schafts­ka­pitän des Kosovo, Albert Bun­jaku, hervor, der Xhaka von einem Ver­bands­wechsel abrät. Man habe auch ohne ihn einen schlag­fer­tigen Kader. Weiter zetert die Blick“, welche Jung­ta­lente der Kosovo bereits abge­griffen habe, dar­unter Sinan Bytyqi (vorher Öster­reich) oder Ber­sant Celina (Nor­wegen). Eher unbe­kannte Spieler, die Jugend­na­tio­nal­mann­schaften eines Ver­bandes durch­laufen haben und sich anschlie­ßend für ihr Hei­mat­land ent­schieden haben. Ein Vor­gang, wie er dut­zende Male pro Jahr pas­siert.

31. August 2016: Der Raus­wurf
Nur einen Tag später berichtet das Schweizer Nach­rich­ten­portal 20min“ Xhaka sei mit Belei­di­gungen und sogar Dro­hungen gegen sich und seine Familie bom­bar­diert worden. Xhaka soll das im Trai­nings­lager der Schweizer erklärt und weiter gesagt haben, für ihn sei die Sache ein­deutig: Er habe sich klar zur Schweiz bekannt und nur betonen wollen, wie wichtig ihm seine Heimat ist. Xhaka führt den Wirbel um seinen Brief auf Über­set­zungs­fehler zurück.