Seite 2: Was wir nicht wissen

Was wir nicht wissen
Warum ist die Loser-Truppe von Arsenal über­haupt dabei?
Für die­je­nigen unter euch, die im ver­gan­genen Jahr­zehnt nur euro­päi­schen Spit­zen­fuß­ball ver­folgt haben und mit dem Namen Arsenal nichts anfangen können, hier zunächst ein paar Infos zum Verein selbst: Arsenal FC, oder auch die Gun­ners“, ist ein eng­li­scher Durch­schnitts­verein, der aktuell auf dem neunten Platz der Pre­mier League steht, also hinter Everton, West Ham oder Lei­cester. In den ver­gan­genen Jahren hat der Klub mehr als 250 Mil­lionen Euro aus­ge­geben für Spieler wie Nicolas Pépé, David Luiz, Sokratis, Shko­dran Mus­tafi oder Granit Xhaka, im Gegenzug wurde Serge Gnabry für fünf Mil­lionen Euro an Werder Bremen ver­scher­belt. Einst spielte der Verein unter Trainer Arsène Wenger herz­zer­rei­ßend schönen Fuß­ball, mit einer klaren Idee und belohnt mit großen Erfolgen, doch seit Jahren düm­pelt die Mann­schaft durchs Nie­mands­land des eng­li­schen Fuß­ball, scheidet in der Europa League gegen Teams wie Vil­lar­real aus oder fängt sich von den Bayern 33 Tore in zwei Spielen. Der pro­mi­nen­teste Spieler ist Mesut Özil. Aber der spielt nicht mehr bei Arsenal. Hm. Warum genau Arsenal zu den Grün­dungs­mit­glie­dern einer Super League zählt, wissen wir also nicht.

Warum sind die Bayern und PSG nicht dabei?
Für den fran­zö­si­schen Haupt­stadt­verein lässt sich die Frage sehr leicht beant­worten. Prä­si­dent Nasser Al-Khe­laifi und seine Mit­ar­beiter von der Qatar Sports Invest­ment (QSI) sind alle­samt überaus integre Per­sön­lich­keiten, denen die über ein Jahr­hun­dert gewach­sene euro­päi­sche Fuß­ball­kultur wich­tiger ist als die schnelle Kohle, die einen fairen und abwechs­lungs­rei­chen Wett­be­werb einer in sich geschlos­senen Show-Liga jeder­zeit vor­ziehen und die genau des­wegen nicht mit­ma­chen bei der Super League. Lol, haha, nein, Quatsch, natür­lich nicht, was denkt ihr denn??? Al-Khe­laifi hat mit seinem Fern­seh­sender beIN Sports Mil­li­arden für die Cham­pions-League-Rechte aus­ge­geben, außerdem will sein Hei­ma­t­emirat Katar es sich so kurz vor der WM nicht mit der FIFA ver­scherzen. 

Bei den Bayern fällt die Suche nach einer Ant­wort schon deut­lich schwerer. Wobei. Viel­leicht ist es ja wirk­lich so, dass Karl-Heinz Rum­me­nigge auf seine alten Tage seinen mora­li­schen Kom­pass wie­der­ge­funden (oder über­haupt gefunden) hat, dass ihm die über ein Jahr­hun­dert gewach­sene euro­päi­sche Fuß­ball­kultur wich­tiger ist als die schnelle Kohle, dass die Stimmen der Fans von ihm gehört und wahr­ge­nommen werden, dass er und seine Bayern einen fairen und abwechs­lungs­rei­chen Wett­be­werb einer in sich geschlos­senen Show-Liga jeder­zeit vor­ziehen. Wobei, lol, haha, naja, nein, das kann es eigent­lich nicht sein. Viel­leicht war Rum­me­nigge auch ein­fach zu sehr damit beschäf­tigt, den Artikel im Grund­ge­setz raus­zu­su­chen, der Hansi Flick ver­bietet, nach Wolfs­burg-Spielen über seine per­sön­liche Zukunft zu reden. Oder er musste den Rechner, mit dem man an die Codes für die Trans­fer­mil­lionen kommt, irgendwo an der Säbener Straße vor Hasan Sali­ha­midzic ver­ste­cken. Und hat die ent­schei­denen Gespräche ver­passt. Ja, wahr­schein­lich ist es das.

Die Euro­pean Nicht Sooo Super League kommt eher nicht

Könnte eine Super League wei­tere neue Wett­be­werbe zur Folge haben?
Davon ist zunächst nicht aus­zu­gehen, aktuell können wei­tere neue Ligen aller­dings auch nicht gänz­lich aus­ge­schlossen werden. So gab es direkt am Mon­tag­morgen erste Gerüchte zu einer Euro­pean Poser League“, bestehend aus den größten Geld­ver­brenner-Ver­einen Europas (Hertha BSC, Parma Calcio, FC Everton, Zenit St. Peters­burg, New­castle United, FC Valencia). Auch eine Euro­pean Failure League“ (Schalke 04, Shef­field United, Eibar, Dijon, Cro­tone, Ham­burger SV, Arsenal) erscheint mög­lich.

Weder die Berichte über eine Euro­pean Nicht Sooo Super League“ (Augs­burg, Osasuna, Brighton & Hove Albion, Stade Brest, Hee­ren­veen, Udi­nese Calcio) noch die über eine Euro­pean Far­mers League“, in die eng­li­sche Fans ihrer Mei­nung nach lächer­liche fran­zö­si­sche und deut­sche Ver­eine ein­sor­tieren können, die Seri­en­meister wie Bayern und PSG erst mög­lich machen und die gegen ihren eigenen Gur­ken­verein aus der Pre­mier League auf keinen Fall auch nur den Hauch einer Chance hätten (Werder, Saint-Eti­enne, Stutt­gart, Nizza, Straß­burg), können wir bisher nicht bestä­tigen. Eine Euro­pean Rasen­Ball­sport League“ wird es, trotz diverser Fan-Initia­tiven, nicht geben.

Macht unser Kloppo da wirk­lich mit?
Ob Jürgen Klopp wirk­lich dabei sein wird, ist der­zeit noch völlig unklar. Zum einen ist er zeit­lich ja enorm ein­ge­spannt, Wer­be­spots für Autos, Biere, Ver­si­che­rungen, Scho­ko­riegel, Sport­ar­ti­kel­her­steller oder Rasierer drehen sich schließ­lich nicht von alleine. Zum anderen gilt Klopp als Mann des Volkes, als einer, der die Sorgen und Ängste der Fans nicht nur ver­steht, son­dern sogar ernst nimmt. Außerdem wissen wir aus der Ver­gan­gen­heit: Klopp ist ein Kopf­mensch, einer, der in Ruhe über Ent­schei­dungen nach­grü­belt, bevor er sie trifft, der nicht impulsiv han­delt, son­dern besonnen. Der auch an andere denkt und nicht nur an den eigenen Vor­teil. 

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