Seite 3: „Aus Hass wird Liebe“

Sie wissen viel über das Innen­leben der Mann­schaft und von ihren Auf­tritten in den sozialen Netz­werken weiß man, dass Sie viel mit den Spie­lern zu tun haben. Was pas­siert, wenn ein Spieler den Verein ver­lässt? Bleiben Sie mit ihm in Kon­takt?
Es ist natür­lich schwierig, ständig in Kon­takt zu bleiben, da sowohl die Spieler als auch ich jede Menge Arbeit haben. Aber dank Twitter und Insta­gram kann man sich dann doch recht ein­fach Nach­richten schi­cken. Fest steht auch, dass alle Spieler, die Napoli ver­lassen, immer mit der Stadt ver­bunden bleiben – das Leben in der Stadt ver­än­dert die Spieler.

2014 wurde der 27-jäh­rige Neapel-Fan Ciro Espo­sito am Rande des ita­lie­ni­sches Pokal­end­spiels gegen den AS Rom von Roma-Capo Daniele de Santis nie­der­ge­schossen und erlag sieben Wochen später seinen Ver­let­zungen. Was ist seit dieser Trä­godie in Neapel pas­siert?
Ciro war wie wir alle ein junger Fan von Napoli, der sich mit einem Sand­wich im Ruck­sack auf die Reise gemacht hatte, um seine Lieb­lings­mann­schaft zu sehen. Was dann pas­sierte, hat uns alle geschockt und wir reden heute noch sehr viel dar­über. Ciros Eltern haben zusammen mit vielen Frei­wil­ligen eine Initia­tive gegründet, welche sich um Kinder und Erwach­sene küm­mert, die finan­zi­elle und mora­li­sche Unter­stüt­zung brau­chen. Eine sehr schöne Aktion, an der man sieht, dass aus Hass auch Liebe werden kann.

Der ita­lie­ni­sche Fuß­ball befindet sich ins­ge­samt in einer schwie­rigen Situa­tion. Was braucht er, um wieder sein ehe­ma­liges Niveau zu errei­chen?
Unglück­li­cher­weise sind heut­zu­tage der eng­li­sche und spa­ni­sche Fuß­ball wich­tiger. In Ita­lien gibt es auf jeden Fall genug Poten­tial und wir könnten es auch besser machen, wenn mehr Geld in die Infra­struktur des Fuß­balls gesteckt werden würde.

Was denken Sie über die Bun­des­liga?
Die Lei­den­schaft der deut­schen Fans für ihre Ver­eine ist defi­nitiv außer­ge­wöhn­lich, das zeigt sich auch daran, dass die Sta­dien immer aus­ver­kauft sind. Davon sind wir in Ita­lien leider weit ent­fernt. Die Deut­schen sind immer gut orga­ni­siert. In der ver­gan­genen Europa-League-Saison waren wir in Wolfs­burg. Keine Ahnung, wie ihr Deut­schen über Wolfs­burg denkt, aber uns hat es dort sehr gut gefallen.