Seite 2: „Das war ein Power-Blackout“

Loris Karius
Eben­falls einen eher beschei­denen Tag hatte am Samstag Mainz’ Keeper Loris Karius. Karius gehört eigent­lich zu den besten seines Faches, in der 32. Minute im Spiel gegen Hertha aber hatte der Mainzer Schluss­mann einen derart großen Blackout, dass im Umfeld des Sta­dions kurz der Strom aus­fiel. Einen harm­losen Rück­pass ver­tän­delte Karius, den her­an­na­henden Valentin Sto­cker säbelte er von den Beinen. Rot und ein Elf­meter zum 0:1 waren die Folge, zumin­dest hatte Karius damit früh genug Fei­er­abend, um noch kurz bei Han­no­vers Mar­celo durch­zu­klin­geln und mit ihm über Pech zu reden.

Ronny Marcos
Der 11FREUNDE-Brumm­schädel aus gepresstem Aspi­rin­pulver“ geht diese Woche an Ham­burgs Ronny Marcos, der sich im Spiel gegen Han­nover eine zünf­tige Gehirn­er­schüt­te­rung zuzog und anschlie­ßend noch zwölf Minuten damit wei­ter­spielte. Von denen er übri­gens nichts mehr weiß. Das war ein Power-Blackout. Das war wie das Ding mit Kramer bei der WM“, sagte Marcos anschlie­ßend, was super ist, denn nun haben wir mit Power-Blackout“ nicht nur end­lich einen Namen für unsere Glam-Rock-Band gefunden, son­dern auch die Bestä­ti­gung, dass andere Leute eben­falls ihrer Arbeit nach­gehen und nach Fei­er­abend eigent­lich gar nicht mehr wissen, was sie über­haupt gemacht haben.

Timon Wel­len­reu­ther
Gra­tu­lieren wollen wir an dieser Stelle Schalkes Nach­wuchs­keeper Timon Wel­len­reu­ther, nicht nur zu seinem haku­nama­ta­ta­tas­ti­schen Vor­namen, son­dern vor allem für seinen gelun­genen ersten Auf­tritt über 90 Minuten in der Bun­des­liga. Wobei man sagen muss, dass Wel­len­reu­ther beim 1:0 gegen Glad­bach zeit­weise derart wenig zu tun hatte, dass er zu Beginn der zweiten Halb­zeit noch ent­spannt zum Fan­shop in der Arena gehen konnte, um sich eine S04-Schlaf­maske zu kaufen, mit der er dann ein ent­spanntes Nicker­chen am Tor­pfosten ein­legte. Um dann recht­zeitig zur Groß­chance von Ibrahima Traoré hell­wach und aus­ge­ruht zu sein und mit einer Glanz­pa­rade die Null zu halten.

Willi Lemke / Uli Hoeneß
Ach, das waren noch Zeiten, als sich Uli Hoeneß und Willi Lemke fast wöchent­lich via Presse die Mei­nung geigten und man das Gefühl hatte, die beiden würden eher eigen­händig ein Rudel Hun­de­welpen erwürgen, als dem anderen die Hand zu geben. Nun schlägt Lemke im kicker“ aber ganz andere Töne an: Ja, ich würde Uli Hoeneß die Hand rei­chen. Wir sind beide nicht mehr 25, da sind die Jahre gezählt. Ich glaube, dass er sehr viel gelernt hat aus dem, was mit ihm pas­siert ist. Und viel­leicht ver­stehen wir uns dann irgend­wann ja doch.“ Ja, viel­leicht. Und viel­leicht stößt noch Chris­toph Daum dazu und alle gemeinsam singen Heal the World“, wäh­rend sie sich Blumen ins Haar flechten.