Seite 2: Warum Kimmich die Überraschung werden könnte

Der Auf­stre­bende: Skho­dran Mus­tafi

Vor der WM 2014 run­zelten selbst gestan­dene Fuß­ball­ex­perten beim Namen Skho­dran Mus­tafi die Stirn. Nun, zwei Jahre später, zwei­felt nie­mand mehr ernst­haft an der Nomi­nie­rung des 24-jäh­rigen Innen­ver­tei­di­gers. Mus­tafi ist Stamm­spieler beim FC Valencia, hat in dieser Saison in Liga, Cham­pions und Europa League ins­ge­samt 44 Mal gespielt.

In der Pri­mera Divi­sion, der viel­leicht stärksten Liga der Welt, misst er sich wöchent­lich mit Stars wie Cris­tiano Ronaldo, Lionel Messi oder Luis Suarez. Warum nicht also auch bei der EM?

Joa­chim Löw schickte Mus­tafi bei der WM 2014 in zwei Spielen von Beginn an aufs Feld – aller­dings als Rechts­ver­tei­diger. Mitt­ler­weile hat der Bun­des­trainer diese Ein­schät­zung kor­ri­giert. Er sieht Mus­tafi nur noch im Zen­trum, was diesen auto­ma­tisch zum heißen Kan­di­daten auf einen Start­platz in Löws EM-Auf­stel­lung macht.

Mus­tafi ist ein ähn­li­cher Spie­lertyp wie Höwedes: robust, defensiv zuver­lässig, am Ball viel­leicht sogar noch etwas ver­sierter. Gut mög­lich, dass der Bun­des­trainer daher zwi­schen beiden Spie­lern ent­scheidet. Auch eine Mög­lich­keit: Höwedes bleibt auf der rechten Seite, Mus­tafi spielt innen. Es wäre wohl die löw’sche Sicher­heits­va­ri­ante.

Stamm­spieler-Chancen: 60 Pro­zent

Die Über­ra­schung: Joshua Kim­mich

Eigent­lich ist Joshua Kim­mich ja defen­siver Mit­tel­feld­spieler. Seit das gerade mal 21 Jahre alte Super­ta­lent aber vor der Saison zum FC Bayern wech­selte, ist Kim­mich zur defen­siven All­zweck­waffe mutiert. 17 Mal spielte er für den Rekord­meister auf der Sechs, 16 Mal in der Innen­ver­tei­di­gung und zweimal auch auf der rechten Abwehr­seite. Spä­tes­tens nach der Rüdiger-Ver­let­zung klopft Kim­mich nun auch bei Joa­chim Löw an der Tür zur Startelf.

Löw hat Kim­mich nach den letzten Test­spielen demons­trativ gelobt. Er habe ihn im Trai­nings­lager intensiv als Rechts­ver­tei­diger geschult, weil ich glaube, dass er das sehr gut kann“, sagte Löw ver­gan­genen Samstag im ZDF“. Den­noch tes­tete der Bun­des­trainer den Durch­starter im Ernst­fall (also einem Län­der­spiel) bis­lang noch nicht als Rechts­ver­tei­diger.

Für den Per­fek­tio­nisten Löw wäre ein Kim­mich-Kalt­start bei der EM auf unge­wohnter Posi­tion eher unge­wöhn­lich. Das bringt eine ganz neue Rolle für den Bayern-Youngster ins Spiel: die des Rüdiger-Ersatzes.

Nicht nur die Tat­sache, dass Kim­mich zuletzt im DFB-Pokal­fi­nale gegen Borussia Dort­mund an der Seite von Jerome Boateng ver­tei­digte, spricht für diese Vari­ante. Kim­mich hat in der zurück­lie­genden Saison mehr­fach bewiesen, dass er Innen­ver­tei­diger spielen kann. Er über­zeugte durch gutes Stel­lungs­spiel und über­ra­gende Technik. Zur ganzen Wahr­heit gehört aller­dings auch, dass Kim­mich im Cham­pions-League-Ach­tel­final-Hin­spiel gegen Juventus Turin zwar gut spielte, bei beiden Gegen­toren aber patzte.

Stamm­spieler-Chancen: 50 Pro­zent