Eines gleich mal vorweg, bevor die Infor­ma­tion im wei­teren Erzähl­ver­lauf noch unter die Räder kommt: Es gibt jetzt bei Burger King einen Tripple Whopper, mit drei Scheiben Fleisch, das sind ins­ge­samt 333 Gramm Hack. Ein Angebot, dass der Kol­lege Tim Jür­gens und ich als kuli­na­ri­schen Inno­va­tionen gegen­über stets auf­ge­schlos­sene Nicht-Vege­ta­rier unmög­lich aus­schlagen konnten, neu­lich am Stutt­garter Flug­hafen. Leider führt der Genuss des… äh, Lebens­mit­tels dazu, dass man auf dem anschlie­ßenden Flug zurück nach Berlin in einen sämigen Schlaf fällt und fiese Alp­träume hat, in denen man mit sich selbst in der Haupt­rolle diesen bekannten Wer­be­spot von Ger­vais Obst­garten nach­spielt, nur dass diesmal nie­mand durch die Decke kracht, son­dern zwei mit je drei Buletten gemäs­tete Fuß­ball­re­porter ein Flug­zeug zum Absturz bringen. Der Tripple Whopper kann also nicht ernst­haft emp­fohlen werden, zumin­dest dann nicht, wenn man unmit­telbar danach reisen muss.

Das Inter­view mit Armin Veh und Horst Heldt war zu diesem Zeit­punkt glück­li­cher­weise bereits gelaufen, und es war (im besten Sinne) leich­tere Kost gewesen als das endlos gebrut­zelte Rin­der­hack. Beide, der Stutt­garter Trainer wie auch der Manager, prä­sen­tierten sich als auf­ge­räumte Zeit­ge­nossen, die – selten genug in der Bun­des­liga – wirk­lich Spaß an dem zu haben scheinen, was sie tun, und dar­über hinaus ihre Zusam­men­ar­beit als mit leichter Hand insze­niertes Buddy Movie zu prä­sen­tieren wissen. Stel­len­weise erreichten die Rede­bei­träge die Sprit­zig­keit einer dia­log­las­tigen fran­zö­si­schen Bezie­hungs­ko­mödie, mit stän­digen Frot­ze­leien in Rich­tung des Kol­legen, wobei beson­ders Veh („Horst Heldt ist ein kleiner Mann“) auch vor Tabu­themen nicht zurück schreckte.

Für uns als Inter­viewer war es ein dank­barer Termin, wo man sich hin und wieder auch mal zurück­lehnen und die beiden ein­fach machen lassen konnte. Kri­tisch für die Heft­lo­gistik wurde es nur ein ein­ziges Mal, als näm­lich Armin Veh erfuhr, dass sich dem Gespräch noch eine Foto­ses­sion anschließen sollte und kurz­zeitig („Dann hätte ich ein Sakko ange­zogen“) den Eitlen her­aus­kehrte. Die Krise war dank unseres diplo­ma­ti­schen Geschicks („Die Trai­nings­jacke sieht doch super aus“) frei­lich schnell über­wunden, und letzt­lich haben beide direkt an einer Stutt­garter Haupt­ver­kehrs­straße für unseren Foto­grafen posiert, Gri­massen gezogen und sich (zumin­dest Heldt) auf die Zehen­spitzen gestellt. Ein unprä­ten­tiöses Ver­halten, wie es bei den Prot­ago­nisten des Fuß­balls nicht selbst­ver­ständ­lich ist. Aber wenn man uner­wartet in der Bun­des­liga auf Platz 4 über­win­tert, lebt es sich erst mal recht unbe­schwert.

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Das Inter­view mit Heldt und Veh findet Ihr im neuen 11FREUNDE-Heft (ab heute im Handel).

Die Themen außerdem:

Das gelobte Land – Auf der Suche nach der Seele des eng­li­schen Fuß­balls
Putsch bei Lazio – Im Wür­ge­griff der Mafia
Sta­di­on­poster Borussia-Park
Die Bilder des Jahres 2006
Bei­lage: 11FREUNDE-Kalender 2007