Die Ergeb­nis­tafel liest sich wie ein Thriller in drei Zei­chen: 3:2. Das Ste­no­gramm eines Dramas. Der Sieg­treffer soll kurz vor knapp gefallen sein an diesem Apriltag in Kuala Lumpur vor 450 mut­maß­lich begeis­terten Zuschauern. Die U21 Turk­me­ni­stans rang damit die U21 der Male­diven nieder, so steht es im Internet, unver­rückbar bis heute, drei Jahre danach.

Warum zum Teufel gibt es kein Video von diesem Spiel?“, fragt an anderer Stelle ein Mensch, der ent­weder Anhänger der U21 Turk­me­ni­stans oder der U21 der Male­diven ist oder ein­fach nur auf Drei­zu­zweis am Ende der Welt steht. Die Frage lässt sich recht leicht beant­worten: Dieses Spiel, dessen Resultat einen solch rasanten Ver­lauf ver­spricht – es hat leider nie statt­ge­funden. Es tauchte nur in den Sta­tis­tiken asia­ti­scher Wett­an­bieter auf, kor­rupte Scouts hatten das Dreh­buch – samt gelber Karten und Aus­wechs­lungen – ersonnen und es für bare Münze ver­kauft. Ein reines Luft­ge­schäft.

Nichts anderes als ein Raum­schiff

Das Pokal­halb­fi­nale zwi­schen Arminia Bie­le­feld und dem VfL Wolfs­burg steht natür­lich nicht unter Mani­pu­la­ti­ons­ver­dacht. Den­noch dürfte es selbst die durch­trie­bensten Wett­an­bieter vor eine unlös­bare Denkauf­gabe stellen: Das Spiel wird zwar statt­finden, dar­über wachen unbe­stech­liche DFB-Notare mit Argus­augen – allein die Städte, aus denen die riva­li­sie­renden Mann­schaften stammen, exis­tieren womög­lich gar nicht. Bie­le­feld-Wolfs­burg: Es ist, als würde Atlantis gegen Eldo­rado spielen. Wer führt da den Anstoß aus?

Die vor zwanzig Jahren begrün­de­tete Theorie der soge­nannten Bie­le­feld­ver­schwö­rung“ will die ver­meint­liche ost­west­fä­li­sche Metro­pole längst ihrer Nicht­exis­tenz über­führt haben. In Wahr­heit han­dele es sich, so die Bie­le­feld­ver­schwö­rungs­theo­re­tiker, um eine holo­gramm­ar­tige Illu­sion, hinter der sich Außer­ir­di­sche ver­steckten, die soge­nannte Uni­ver­sität sei nichts anderes als ein Raum­schiff.