Nach der Län­der­spiel-Pause ist vor der Welt­meis­ter­schaft. Wen wird Joa­chim Löw zur WM mit­nehmen? Wer hat noch gute Chancen, wer steht auf dem Abstell­gleis? Wir ana­ly­sieren die Chancen der Kan­di­daten – von Kann schon einmal den Moskau-Rei­se­führer kaufen“ bis zu Darf sich statt Joa­chim Löws Anspra­chen Bela Rethy anhören“.

Diese Spieler fahren sicher mit

Marc-Andre ter Stegen: Ter Stegen ist aktuell der ein­zige deut­sche Keeper, der seinen Platz sicher hat. Kein Wunder: Er spielt bei Bar­ce­lona, einem der besten Klubs in Europa, eine makel­lose Saison. Spie­le­risch hat sich ter Stegen sogar noch einmal wei­ter­ent­wi­ckelt.

Mats Hum­mels: Der unan­ge­foch­tene Abwehr­chef. Egal, ob sich Löw für eine Vierer- oder Fün­fer­kette ent­scheidet: Hum­mels wird den halb­linken Part der Innen­ver­tei­di­gung über­nehmen.

Jerome Boateng: Boateng bildet mit seinem Team-Kol­legen Hum­mels ein dyna­mi­sches Duo. Vor allem seine fla­chen Pässe ins Mit­tel­feld sind für die Spiel­eröff­nung der Natio­nal­mann­schaft unver­zichtbar.

Jonas Hector: Lange ver­letzt, noch nicht wieder in bester Ver­fas­sung. Den­noch führt kein Weg vorbei an Deutsch­lands stärkstem Links­ver­tei­diger – was eher an der mauen Aus­wahl denn an Hector liegt. Er ver­eint tech­ni­sche mit defen­siver Soli­dität wie kein zweiter deut­scher Links­ver­tei­diger.

Joshua Kim­mich: Kim­mich wan­delt auf den Spuren von Lahm. Eigent­lich im Mit­tel­feld behei­matet, hat er sich als Rechts­ver­tei­diger unver­zichtbar gemacht – auch dank feh­lender Kon­kur­renz. Seine Flanken haben sich enorm ver­bes­sert in dieser Saison.

Toni Kroos: Das Metronom bei Real Madrid und mitt­ler­weile auch in der deut­schen Natio­nal­mann­schaft. Jeder Spielzug führt über Kroos, der sein Spiel immer weiter nach hinten ver­la­gert. Auch außer­halb des Platzes reift er zur Füh­rungs­figur. So sagte er nach dem 0:1 gegen Bra­si­lien: Einige Leute auf dem Platz hatten die Mög­lich­keit, sich zu zeigen. Das haben sie nicht getan.“

Sami Khe­dira: Löw schätzt den aggres­siven Ball­jäger als Füh­rungs­figur im zen­tralen Mit­tel­feld. Khe­dira bringt im Mit­tel­feld Aggres­si­vität und Drang nach vorne, fällt aber im Ver­gleich zu Kroos, Goretzka und Gün­dogan tech­nisch ab. Den­noch unan­tastbar für Löw.

Ilkay Gün­dogan: Auch in dieser Saison hat Gün­dogan mit Ver­let­zungs­pech zu kämpfen, ist noch ent­fernt von seiner Best­form. Er hat aber mitt­ler­weile ein Niveau erreicht, das ihn für Löw auch in nicht opti­maler Ver­fas­sung unver­zichtbar macht. Unter Pep Guar­diola hat sich sein Spiel­ver­ständnis noch einmal ver­bes­sert.

Mesut Özil: Der Vor­wurf, Özil tauche in wich­tigen Spielen ab, ver­folgt ihn. Doch nie­mand bestreitet seine tech­ni­sche Klasse und seine Krea­ti­vität. Seine Pässe, seine Krea­ti­vität und sein Gefühl für den freien Raum werden gerade in der Grup­pen­phase gegen die indi­vi­duell schwä­cheren Gegner benö­tigt.

Julian Draxler: Gegen Bra­si­lien zeigte Draxler sich, spielte gute Pässe in die Spitze. Löw schätzt sein unauf­ge­regtes, tech­nisch hoch­wer­tiges Spiel, auch wenn Draxler zuweilen das Tempo in seinen Aktionen fehlt. Sein Plus: Er ist in der Offen­sive fle­xibel ein­setzbar.

Thomas Müller: Nach zwei eher mauen Sai­sons befindet sich Müller aktuell in der stärksten Ver­fas­sung seit der WM 2014. Er genießt die Rolle auf dem Flügel unter Jupp Heynckes, hat seinen Zug zum Tor wie­der­ent­deckt. Eine Welt­meis­ter­schaft ohne Müller? Unvor­stellbar.

Leroy Sane: Obwohl Sane erst 22 Jahre alt ist, führt bei der WM kein Weg an ihm vorbei. Pep Guar­diola hat ihm bei­gebracht, bei seinen Dribb­lings noch stärker den Weg zum Tor zu suchen. Auch defensiv hat er sich wei­ter­ent­wi­ckelt.

Timo Werner: Schnell war Werner schon immer. In Leipzig hat er sich zudem defensiv wei­ter­ent­wi­ckelt, über­zeugt im Pres­sing als erster Anläufer der geg­ne­ri­schen Ver­tei­diger. Trotz kleiner Tor-Krise in der Rück­runde ist er im Sturm gesetzt.