17.200.000 Euro – Adrian Mutu

Der FC Chelsea ist ein Klub der Super­la­tiven: Der größte Kader, die teu­ersten Spieler, der Boss in Besitz der offi­ziell größten und teu­ersten Yacht der Welt – klar, dass sich die Lon­doner auch im Streit­fall Adrian Mutu nicht lumpen ließen: Weil der rumä­ni­sche Stürmer 2004 des Koka­in­miss­brauchs über­führt und anschlie­ßend sieben Monate gesperrt wurde, kün­digten die Blues“ den Ver­trag mit dem schnie­fenden Angreifer, nur um ihn anschlie­ßend wegen Ver­trags­bruch anzu­zeigen. Die FIFA reagierte gön­ner­haft und for­derte von Mutu die beschei­dene Summe von 17,2 Mil­lionen Euro für sein Fehl­ver­halten. Seither kämpft Mutu gegen das Urteil an, bis­lang ohne Erfolg. Erst im Sommer 2010 wies das Schweizer Bun­des­ge­richt Mutus Ein­spruch gegen das Urteil des Inter­na­tio­nalen Sport­ge­richtshof CAS ab.

Die Skan­dal­chronik des Adrian Mutu»>




30 Heim­spiele + 240.000 Euro – Cori­tiba FC


Abstiege sind schon ein hartes Brot. Die Gewiss­heit den eigenen Klub in der Zukunft eine Liga tiefer kicken zu sehen, ruft bei Fuß­ball­fans die unter­schied­lichsten Reak­tionen hervor. Die einen heulen sich die Augen aus, andere ver­brennen im Garten den Lieb­lings­schal. Die Zuschauer des bra­si­lia­ni­schen Klubs Cori­tiba FC enterten nach einem 1:1 im Dezember 2009 gegen Flu­mi­nense kur­zer­hand den Rasen, um sich bei Schieds­rich­tern, Gäs­te­spie­lern und Poli­zisten beim somit frisch besie­gelten Abstieg zu beschweren. Weil sie das nicht in Form von Sitz­kreisen und Dis­kus­si­ons­runden, son­dern mit Knüp­peln, Sitz­schalen und Fäusten taten, ver­ur­teilte das bra­si­lia­ni­sche Sport­ge­richt Cori­tiba FC zu 30 Heim­spielen auf fremden Geläuf und 240.000 Euronen Geld­strafe.


Vier Rote Karten – Ricky Broadley


Kann nicht jeder: Gleich vier Rote Karten in einem Spiel zu bekommen. Der Name dieses Anti-Helden: Ricky Broadley. Der Waliser trat in einem Pokal­spiel Anfang Februar 2010 zwi­schen Rhos­gadfan und Pen­rhyn­deu­d­raeth zunächst einem Gegen­spieler ins Gesicht (Rote Karte Nummer 1), beschimpfte nach dem dar­aufhin fol­genden Platz­ver­weis den Schiri übel (Rote Karte Nummer 2), schnappte sich dann einen Was­ser­eimer und über­goss den Unpar­tei­ischen mit dem kühlen Nasse (Rote Karte Nummer 3) und hatte sich auch nach der Dusche noch nicht beru­higt. Im Ver­eins­heim ent­schied sich Broadley für eine wei­tere Schimpf­ka­no­nade in Rich­tung des Schieds­rich­ters – Rote Karte Nummer 4. Was für ein Idiot!“, tex­tete die wali­si­sche Daily Post“. Kann man so sagen.

Die här­testen Spieler aller Zeiten»>


1.300.000 Mark – Dobrudzha Dobrich

Der bul­ga­ri­sche Fuß­ball-Ver­band ver­don­nerte den Erst­li­ga­klub Dobrudzha Dobrich im Sep­tember 1997 zu einer Geld­strafe von umge­rechnet 1,3 Mil­lionen Mark. Außerdem durfte der Klub bis zum Ende des Jahres keine Spiele mehr im eigenen Sta­dion aus­tragen. Die Mann­schaft hatte wäh­rend eines Meis­ter­schafts­spiels gegen Loko­mo­tive Sofia in der 62. Minute auf Anwei­sung des Klub­prä­si­denten Stefan Kolew den Platz ver­lassen. Nach dem 2:0 für Sofia und einer Roten Karte für Dobrudzha-Kapitän Mit­s­anski hatten auf­ge­brachte Fans Feu­er­werks­körper auf das Spiel­feld und nach Spie­lende auch auf Offi­zi­elle geworfen. Kolew musste zusätz­lich 1,2 Mil­lionen Mark Strafe zahlen. Ein ziem­lich teurer Wut­aus­bruch also.


249.000 Euro – José Mour­inho

Da sitzt man unschuldig und einsam im Café und muss anschlie­ßend eine Vier­tel­mil­lionen Dollar zahlen. Das kann nur The Spe­cial One“ pas­sieren. Der hatte sich, natür­lich rein zufällig, mit Arsenal-Ver­tei­diger Ashley Cole zum Brüh­ge­tränk ver­ab­redet, um sich neben gemein­samen Hobbys, Frau­en­geschichten und Back­re­zepten auch über das Inter­esse für einen Wechsel zum FC Chelsea aus­zu­tau­schen. Der eng­li­sche Ver­band zeigte sich über dieses Treffen not amused, da solche Ver­hand­lungs­ge­spräche nur mit Zustim­mung des Arbeit­ge­bers statt­finden dürfen. Arsenal wusste von nichts, Mour­inho musste zahlen und auch Cole wurde die Por­to­kasse gestutzt (149.000 Euro). Am Ende ging Cashley“ Cole dann wirk­lich zum FC Chelsea.



50.000 bis 100.000 Euro – Paolo Guer­rero

Der Peruaner vom HSV erfüllte sich vor gut einem Jahr den Traum eines jeden Fuß­ball-Profis: Pöbelnden Fans mal so richtig die Fresse polieren. Statt nun mit einem beherzten Sprung auf die Tri­büne zu fliegen (siehe auch: Eric Can­tona), schnappte sich Guer­rero nach einer Partie gegen Han­nover 96 eine gelbe Trink­fla­sche und feu­erte sie einem stän­kernden Stier­na­cken zwi­schen die Augen. Der nahm den Angriff gelassen hin und hatte ein ganz beson­deres Sou­venir für den hei­mi­schen Wohn­zim­mer­schrank. Die Geschichte wäre damit vorbei gewesen, wenn Guer­reros tech­nisch ein­wand­freier Wurf nicht anschlie­ßend tage­lang in allen erdenk­li­chen Geschwin­dig­keiten durch die Medien geru­ckelt wäre. Der HSV reagierte empört – und ver­don­nerte seinen Stürmer zu einer Rekord­strafe, die dann nie richtig öffent­lich gemacht wurde. Schät­zungen ergaben: 50.000 bis 100.000 flossen an eine soziale Ein­rich­tung.

Die große Über­fahrt – Paolo Geu­erro und die Flug­angst»>



6 Monate und 10 TageKarsten Schulz

Laut Bild war Karsten Schulz einst der größte Fuß­ball­rüpel Ham­burgs“. Der Mann vom Lan­des­li­gisten Curslack/​Neuengamme galt in den hei­mi­schen vier Wänden zwar als Vor­zei­ge­mann (O‑Ton: Er putzt Staub und hilft seiner Frau Elfi beim Abwasch, doch wenn er einen Ball sieht, wird er ein anderer Mensch.“) Im Spiel gegen Altona 93 (Saison 1974/75) platzte Schulz zum wie­der­holten Mal der Kragen, er rem­pelte den Schiri an und ver­passte dem Lini­en­richter einen Tritt in den Aller­wer­testen. Nach dem Platz­ver­weis folgte der zweite Akt: Schulz beschimpfte die Schieds­richter so dre­ckig, dass dieser nach Eigen­aus­sage Hem­mungen hatte, alles wört­lich in den Spiel­be­richt auf­zu­nehmen. Der Ver­band sperrte den Wie­der­ho­lungs­täter für ein halbes Jahr. Sein lapi­darer Kom­mentar: Das liegt mir eben im Blut. Ich sage mir immer, heute pas­siert nichts. Und dann pas­siert es doch.“ Schulz Spitz­name war übri­gens Muschi“. Kein Witz.


18.000 Mark – Paul Breitner

Was war denn da los? Paul Breitner, eher bekannt als über­zeugter Pazi­fist, wollte am 11. Juli 1971 in aller Ruhe nach Madrid reisen. Am Gepäck­schalter fiel ihm dann sie­dend heiß ein, dass er da noch etwas in der Tasche hatte und legte es auf den Tresen: eine gela­dene 6,35 Kaliber-Pis­tole mit 17 Schuss Muni­tion. Dumm nur, dass Breitner zu diesem Zeit­punkt keinen Waf­fen­schein besaß. Das ver­dutzte Per­sonal rief sofort die Polizei, ein Gericht ließ keine Gnade walten. Die gefor­derte Summe von 36.000 Mark konnte Star-Ver­tei­diger Bossi im Beru­fungs­ver­fahren noch drü­cken. Angeb­lich ver­diente Breitner beim FC Bayern nicht genug, um die Summe auf­zu­bringen. Hüstel.


13.000 US-Dollar – Somalia

Ein­fach keinen Bock auf die Arbeit zu haben, ist weiter nicht ver­werf­lich. Wenn man sich beim Blau machen, aller­dings so dödelig anstellt wie der Bra­si­lianer Somalia, bedarf das schon einer emp­find­li­chen Strafe. Der Mit­tel­feld­mann (Spitz­name Show­malia“) war nicht zum mor­gend­li­chen Trai­ning bei Bota­fogo erschienen, son­dern tauchte Stunden später auf einer Poli­zei­wache auf. Dort erzählte er den Beamten, er sei Opfer einer zwei­stün­digen Ent­füh­rung gewesen. Die eif­rigen Beamten unter­suchten die Video­bänder der Über­wa­chungs­ka­mera von Soma­lias Woh­nung. Das Ergebnis: Somalia war nachts zuvor um 4.00 Uhr deut­lich ange­schi­ckert in die Federn gefallen. Wohl­wis­send, dass er es nicht zum mor­gend­li­chen Trai­ning schaffen würde, über­legte er sich wohl mit Kater­stim­mung den lis­tigen Plan – wäh­rend seine Kol­legen beim Trai­ning schwitzen. Ent­führt wurde Somalia zu diesem Zeit­punkt wohl nur ins Land der alko­hol­ge­schwän­gerten Träume. Sein Verein fand das nur hal­blustig und ver­don­nerte ihn zu 13.000 Dollar Strafe.


150 Euro – Rade­felder SV


Das hätte übel enden können: Weil der Leip­ziger Bezirks­klas­sist Rade­felder SV in der Saison 2009/10 einen Kicker ein­ge­setzt hatte, dessen Spie­l­er­do­ku­mente abge­laufen waren (Schock­schwe­renot!) ver­ur­teilte man den Verein zu einem Punkt­abzug von sage und schreibe 36 Punkten. Ein anderer Richter zeigte schließ­lich Gnade und ver­wan­delte den Punk­tetod zu einer Geld­strafe von 150 Euro. Gut für den Rade­felder SV, der den zunächst dro­henden Abstieg am Ende der Spiel­zeit locker-leicht zu ver­hin­dern wusste – mit 34 Punkten.

— — — — — — –
Nie­mals nichts ver­passen! Bestelle hier den 11freunde.de-Newsletter kos­tenlos und auf Lebens­zeit »