Zwei Tore, eine Vor­lage – Der­by­held Daniel Cali­giuri. Der Außen­bahn­spieler sorgte bei allen, die es mit Königs­blau halten, für eine posi­tive Woche. In Gel­sen­kir­chen, aber auch in der 11FREUNDE Redak­tion. Ich würde ihm erst sagen, dass er den geilsten rechten Fuß der Welt hat“, sagte ein Schalke-Fan (Name ist der Redak­tion bekannt), der von dem anste­henden Cali­giuri-Inter­view Wind bekommen hatte. Und dann würde ich ihn fragen, ob ich diesen Fuß küssen dürfte“. Sollte es bis hier hin noch Zweifel an der Popu­la­rität von Daniel Cali­giuri auf Schalke gegeben haben, dürften diese nun besei­tigt sein.

Daniel Cali­giuri, war Ihnen klar, wie stark Alex­ander Nübel ablie­fern würde – spe­ziell in der dritten Halb­zeit?
Ja! Ich glaube, nach so einem Der­by­sieg geht jeder ab! Wir haben in einer Ver­eins­kneipe an der Glückauf-Kampf­bahn einen kurzen Stop ein­ge­legt, um mit den Fans zu feiern und ein paar Gesänge anzu­stimmen. Danach ging es aber auch direkt nach Hause.

Aber trink­fest sind Sie schon. 
Nach dem Spiel gönnt man sich zwei, drei Bier. Wir sind auch etwas später heim­ge­kommen als geplant. Aber wir müssen auf­passen, dass wir nicht zu viel draus machen. Wir haben noch drei wich­tige Spiele vor der Brust und darauf müssen wir uns kon­zen­trieren.

Wie fühlt sich der Tag nach so einem Spiel an?
Wir hatten Sonn­tag­morgen ganz nor­males Aus­laufen. Danach bekam ich Besuch von meinen Eltern und habe mit ihnen einen schönen Tag ver­bracht.

Das hört sich relativ nüch­tern an. 
Es ist ein tolles Gefühl, das Derby zu gewinnen. Aber die Situa­tion ist leider immer noch die­selbe wie davor. Ich hoffe, dass der Sieg uns einen Push für die letzten Spiele gibt, weil die Aus­gangs­lage immer noch heikel ist.

Beim Stand von 0:1 mussten Sie vor der Dort­munder Süd­tri­büne und 25.000 pfei­fenden Fans zum Elf­meter antreten. Mal ehr­lich: Wie wackelig wurden die Knie?
Aus­wärts pfeifen dich die Fans überall aus, wenn du zum Elf­meter antrittst. Das Wich­tigste ist, den Fokus auf den Schuss zu bewahren und alles andere aus­zu­blenden, um den Elf­meter gut und sicher zu schießen.

Wenn Sie auf die ver­gan­genen sieben Tage zurück­bli­cken: Was war für sie das schönste Frei­stoßtor der Woche?
(Lacht.) Ich weiß, worauf Sie hin­aus­wollen. Aber für Messi ist das Alltag. Ich glaube nicht, dass Messi das Derby gesehen hat und sich vor dem Frei­stoß gegen Liver­pool gesagt hat: Ich muss das so machen wie der Cali­giuri.“ Es war zwar der gleiche Winkel und unge­fähr die gleiche Distanz, aber ich will mich ganz bestimmt nicht mit Messi ver­glei­chen. Das ist ein ganz anderes Kaliber.

Was war Ihr erster Gedanke, als ihr Frei­stoß im Netz lan­dete? 
Unbe­schreib­lich. Die Flug­bahn sah komisch aus, der Ball senkte sich erst am Ende per­fekt. Aber dann mit den Fans und Mit­spie­lern so ein Tor in Dort­mund feiern zu können, ist unbe­schreib­lich.

Trai­nieren Sie solche Schüsse?
Ich bin regel­mäßig am Ende der Woche auf dem Trai­nings­platz und schieße Frei­stöße, um ein gutes Gefühl zu bekommen. Das war gegen Dort­mund auch der Fall, dass es dann so gut geil geklappt hat, freut mich sehr.

Wie viel schöner macht es den Sieg, dass Sie den Dort­mun­dern damit wohl die Chance auf die Meis­ter­schaft genommen haben?
Das war uns vor dem Spiel relativ egal, denn wir müssen uns auf unsere eigene Situa­tion kon­zen­trieren. Ein Derby will jeder gewinnen, vor allem hier im Pott. Aber es war vor allem aktuell für unser Selbst­ver­trauen wichtig.

Was war emo­tio­naler: Das 4:4 im November 2017 oder das 4:2 in Dort­mund am Wochen­ende? 
Schwer zu sagen. Ich hatte in meiner Kar­riere schon einige beson­dere Tage. Das 4:4, klar, das Pokal­fi­nale war auch ein wun­der­schöner Tag. Aber das Spiel vom Wochen­ende kommt defi­nitiv unter die Top drei.