Da gehst du nicht hin, da spielen nur Prollos“, sagte meine Mutter und schickte mich zum Tennis. Und so blickte ich sehn­süchtig hin­über vom Sand- auf den benach­barten Asche­platz, wo die Fuß­baller des SV Scherm­beck trai­nierten. Und stand im Sta­dion Wald­sport­platz am Trog“ auf der Tri­büne, die ein Gras­hügel mit Stufen war. Auch als ich längst in Berlin wohnte, blieb mein Dorf­klub ein Stück Heimat. Zum Sai­son­ab­schluss gab es Kuh­fla­den­rou­lette: Jeder tippte mit, wohin die aufs Feld geführte Kuh gleich sch… würde.

Doch jeder Auf­stieg brachte die Mühl­räder der Sport­po­litik näher. Scherm­beck gehört noch zum Rhein­land, aber der Wald­sport­platz und die attrak­ti­veren Gegner lagen in West­falen. Also spielte der SVS auf Antrag in der Ober­liga West­falen. Der Gras­hügel wich einer vor­ge­schrie­benen Tri­büne für Gäs­te­fans, die es nie gab. Eines Tages wollte der Prä­si­dent die Lizenz­un­ter­lagen per­sön­lich zum Ver­band nach Duis­burg fahren. Er stand im Stau, die Frist ver­strich. Vor Gericht erstritt der Klub die Lizenz, aber die Mann­schaft war schon weg. Abstiege folgten. Und end­lich hat die Kuh wieder ihre Ruh’.