Seite 2: „Ich dachte, es sei von einem Barbecue-Restaurant die Rede“

Flavio Bria­tore, Queens Park Ran­gers, 2007 bis 2010

In der Formel 1 und als Frau­en­held mag der Ex-Freund von Naomi Camp­bell und Vater eines gemein­samen Kindes mit Heidi Klum eine große Nummer sein. Als Besitzer eines Fuß­ball­klubs (gemeinsam mit Bernie Eccle­stone und dem indi­schen Stahl­ma­gnaten Lak­shmi Mittal) taugte der ehe­ma­lige Boss der Renn­ställe Benetton und Renault wenig. Er kannte den Verein auch gar nicht. Als das Angebot kam, dort ein­zu­steigen, dachte er, es sei von einem Bar­becue-Restau­rant die Rede“. Obwohl Bria­tore dann aber sogar auf der Trai­ner­bank Platz nahm, um zu helfen“, wie er sagte, wurde sein Enga­ge­ment bei QPR keine Erfolgs­story. Wie sie wirk­lich aussah, zeigte ein Doku­men­tar­film, der 2012 erschien. Titel: Eine Komödie der Irr­tümer“. Teil dieses von QPR-Fans unge­wollten Spaßes: Bria­tore fragte einen Anhänger, der ihn gerade aus­buhte, nach seinem Namen. 

David Cardoza, Nort­hampton Town, 2005 bis 2015

Kurz nachdem David Cardoza im November letzten Jahres die Mehr­heit am beschei­denen eng­li­schen Dritt­li­gisten ver­kauft hatte, wurde er ver­haftet. Die Staats­an­walt­schaft warf Cardoza vor, mehr als zehn Mil­lionen Pfund gestohlen zu haben, die er von der Stadt Nort­hampton zum Ausbau des Sta­dions geliehen hatte. Der Pro­zess ist noch nicht abge­schlossen. Durch die Ver­haf­tung ent­ging Cardoza aber mög­li­cher­weise dem 50 Jahre alten Nort­hampton-Fan Michael Danaher, auf dessen Todes­liste“ Cardoza stand, weil er den Klub rui­niert hatte. Danaher wurde wegen Mordes in einem anderen Fall zu lebens­langer Haft ver­ur­teilt.

Sam Hammam, FC Wim­bledon, 1977 bis 1997

Der liba­ne­si­sche Geschäfts­mann war lange Zeit mehr bunter Vogel als dunkle Gestalt. Er führte den Ama­teur­klub aus dem Lon­doner Tennis-Vorort bis in die höchste Spiel­klasse und war ein kon­ge­nialer Boss der Crazy Gang“. Mal führte er zur Halb­zeit einen Ele­fanten durchs Sta­dion, dann ver­sprach er einem Spieler ein Kamel, sollten dem mehr als 20 Sai­son­tore gelingen. Aller­dings war es Hammam, der den Klub an nor­we­gi­sche Inves­toren ver­kaufte, die ihn dann nach Milton Keynes ver­schleppten. Hammam kaufte mit dem Geld Car­diff City, ver­sprach dort nicht weniger als Orgien-Fuß­ball“. 

Familie Oyston, Black­pool FC, 1988 bis heute

Die Oys­tons sind eine, sagen wir mal, umstrit­tene Familie“. Als Fami­li­en­ober­haupt Owen Oyston Ende der neun­ziger Jahre wegen Ver­ge­wal­ti­gung für drei­ein­halb Jahre ins Gefängnis musste, über­nahm erst seine Frau und dann sein Sohn Karl Oyston die Ver­eins­füh­rung. 2010 stieg der Klub unter ihm erst­mals in die Pre­mier League auf. Doch auf die Erfolgs­ge­schichte folgte der Aus­ver­kauf. In der Pre­mier League beschlossen die Oys­tons offenbar, Kasse zu machen. Alle Ein­nahmen lan­deten in ihren pri­vaten Taschen, in den Klub wurde kaum noch das Nötigste inves­tiert. Inzwi­schen ist er im Tabel­len­keller der vierten Liga ange­kommen. Als Fans pro­tes­tierten, bezeich­nete Karl Oysten einen von ihnen als geistig zurück­ge­blieben“.