Seite 2: „Wichtig war das Spiel gegen Düsseldorf“

Was gab letzt­lich den Aus­schlag für Borussia Mön­chen­glad­bach?

Die Mann­schaft hatte ja schon in der ver­gan­genen Saison gut gespielt. Man hat da bereits sehen können, dass in diesem Team extrem viel fuß­bal­le­ri­sche Qua­lität steckt. Außerdem waren die Gespräche mit der Ver­eins­füh­rung sehr ange­nehm. Dazu noch die His­torie und die Fan­kultur – das Bauch­ge­fühl war ein­fach gut.

Tat­säch­lich scheint es eine sehr frucht­bare Bezie­hung zu sein – obwohl der Start mit vier Punkten aus drei Spielen und einem 0:4 in der Europa League gegen den Wolfs­berger AC aus Öster­reich eher holprig war…

Aber es ist Ruhe bewahrt worden. Und das ist auch ein Stück weit eine Qua­lität dieses Ver­eins. Wir hatten bei unserem Start in Glad­bach einige richtig gute Dinge über­nommen, aber auch neue Ideen ein­ge­bracht. Da braucht es ein biss­chen, bis die Spieler merken, dass das funk­tio­niert. Wichtig war das Spiel gegen Düs­sel­dorf nach der Nie­der­lage in der Europa League. Auch gegen die For­tuna lagen wir zurück, haben uns aber zurück­ge­kämpft und das Spiel gedreht. Das war vor allem eine Sache der Men­ta­lität.

Die neue Borussia unter Marco Rose steht für schnellen, inten­siven Fuß­ball.

Wir ver­tei­digen sehr offensiv mit einem sehr schnellen Umschalt­spiel – da kommt für die Spieler schon der eine oder andere Meter zusammen. Es hat etwas gedauert, bis die Spieler das ange­nommen haben.

Für Marco Rose gibt es der­zeit von allen Seiten sehr viel Lob. Berti Vogts hat ihn kürz­lich sogar in die Nähe von Borussia-Trai­ne­rikone Hennes Weis­weiler gerückt. Wie geht Marco Rose damit um?

Extrem ent­spannt. Es gibt Men­schen, die ver­än­dern sich, wenn sie von allen Seiten gelobt werden. Manche drehen viel­leicht sogar durch. Marco ist weiter der Trainer und Mensch, der er beim Start in Glad­bach war. Er geht auf die Leute zu, spricht viel mit den Spie­lern, lobt sie, weiß aber auch, wann und wie man sie kri­ti­sieren muss. Er hat ein sehr gutes Gespür für den rich­tigen Umgang mit einer Mann­schaft. Er sucht aber auch das Gespräch mit allen anderen im Verein – egal was ihre Auf­gabe ist.

Wäh­rend der zwölf Jahre als Spieler beim FC Bayern Mün­chen haben Sie einige Trainer mit großen Namen kommen und wieder gehen sehen. Wer hat Ihnen am meisten impo­niert?

Gio­vanni Tra­pat­toni und Ottmar Hitz­feld. Trap war für mich als junger Spieler sehr, sehr wichtig. Bei Ottmar Hitz­feld habe ich bewun­dert, wie er es geschafft hat, aus einer Viel­zahl von Stars eine Ein­heit zu formen.