Herz­li­chen Glück­wunsch Daniel Guer­rero, Gibraltar ist in offi­zi­ellen Län­der­spielen unge­schlagen!
Danke. Und da es unser erstes offi­zi­elles Län­der­spiel über­haupt war, und wir erst nächstes Jahr wieder antreten, wird sich das auch so schnell nicht ändern.

0:0 gegen die Slo­wakei. Wie wild war die Feier?
Gar nicht wild. Wir haben ja in Por­tugal gespielt und mussten noch am Abend wieder abreisen. Da blieb gar keine Zeit zu feiern. Aber alle waren so glück­lich und stolz. Das Spiel war Beloh­nung genug.

Warum haben Sie in Por­tugal gespielt?
Unser Sta­dion in Gibraltar ist für Pflicht­spiele nicht zuge­lassen. Wir bauen zwar ein neues Sta­dion, das allen Richt­li­nien der Uefa ent­spre­chen wird, aber das wird erst in drei Jahren fertig sein. Bis dahin müssen wir etwa die Qua­li­fi­ka­tions-Spiele zur EM 2016 im Aus­land aus­tragen. Also wollten wir den Spie­lern die Mög­lich­keit geben, sie an die unge­wohnten Bedin­gungen zu gewöhnen.

Das hat ja gleich gut geklappt!
Das Unent­schieden war ver­dient. In der zweiten Halb­zeit hatten wir sogar die ein oder andere Chance, ein Tor zu schießen. Aber am Ende des Tages ist ein 0:0 gegen den 65. der Welt­rang­liste schon ganz ordent­lich für ein Debüt.

Wer sind denn die Stars ihres Teams?
Mit Danny Hig­gin­bo­tham, Scott Wiseman und Adam Priestley haben wir drei Spieler in unseren Reihen, die im eng­li­schen Fuß­ball, und da teil­weise sogar in der Pre­mier League, reich­lich Erfah­rung gesam­melt haben. Auch wenn die drei erst kurz vor dem Spiel zur Mann­schaft gestossen sind, hat uns ihre Qua­lität schon sehr geholfen. Aber auch die Jungs, die bei uns in Gibraltar spielen, haben ihre Qua­li­täten. Wir können immerhin aus einem Pool von circa 600 Spie­lern aus­wählen.

Im nächsten Spiel geht es dann gegen die Färöer Inseln.
Die haben wir schonmal geschlagen! 3:0. Das war zwar nur ein inof­fi­zi­elles Freund­schafts­spiel, aber Sieg ist Sieg. Das wollen wir natür­lich wie­der­holen.

Und dann qua­li­fi­ziert sich Gibraltar für die EM?
Wir gehen natür­lich mit dem Ziel in die Qua­li­fi­ka­tion, uns am Ende auch durch­zu­setzen. Wir werden einen der ganz Großen des euro­päi­schen Fuß­balls in unserer Gruppe haben. Aber dahinter ist doch alles mög­lich. Das haben wir gegen die Slo­wakei bewiesen.

Ihr Kampf um Aner­ken­nung durch die Uefa ging über Jahre. Wie haben sie es am Ende doch geschafft?
Schlu­ßend­lich wurde unser Fall vor dem inter­na­tio­nalen Sport­ge­richtshof ver­han­delt. Unser Motto all die Jahre war stets: Wir wollen keine Politik betreiben, wir wollen Fuß­ball spielen! Das hat am Ende über­zeugt.