Seite 2: Die Bewegung

Zwi­schen 40 und 50 Ultra­szenen schließen sich der Bewe­gung gegen DFB und DFL an – keine geringe Anzahl. Dabei setzen sich selbst riva­li­sie­rende Gruppen an einen Tisch. Die Ultras Gel­sen­kir­chen“ hin­gegen reihen sich nicht in die Bewe­gung ein und bleiben den Treffen fern. Für sie fehlt der Bewe­gung ein stim­miges Kon­zept, sie spre­chen in einer Stel­lung­nahme von blindem Aktio­nismus“.

Über 40 Ultra­szenen schließen sich zusammen

Die anderen Gruppen bespre­chen auf einem ersten Treffen in Dresden die Eck­punkte ihrer Kritik, außerdem kur­siert die Idee eines Akti­ons­spiel­tages“. Am ersten Bun­des­li­ga­spieltag sollen die Fan­kurven in den Blö­cken gegen den Ver­band demons­trieren. Ein Logo oder einen Inter­net­auf­tritt wie bei vor­an­ge­gangen Fan-Pro­testen wie 12:12“ lehnen die Ultras zunächst ab.

Bei einem zweiten Treffen Ende Juli im VIP-Bereich des Dresdner Sta­dions sind DFB-Vize­prä­si­dent Dr. Rainer Koch und der Sicher­heits­be­auf­tragte Hen­drik Große-Lefert anwe­send. Wäh­rend des Gesprächs tau­chen unan­ge­kün­digt etwa 50 Ultras ver­schie­dener Ver­eine auf. Das Gespräch wird laut, manche Medien schreiben im Nach­gang von einer Bedro­hung für die DFB-Funk­tio­näre. Dies demen­tieren sowohl die Teil­nehmer als auch Koch selbst.

Rapper hat mit der Bewe­gung nicht viel zu tun

In den Fokus der Öffent­lich­keit rückt die Bewe­gung auch durch die Bericht­erstat­tung der Bild“-Zeitung. Die Serie von Auf­ma­chern startet mit einem großen Artikel über den Rapper M.I.K.I., der den Song Krieg dem DFB“ ver­öf­fent­licht hat. Aller­dings hat er mit der Bewe­gung nicht viel zu tun, nicht wenige Ultras schüt­teln über dessen Video mit in die Luft tre­tenden Ver­mummten den Kopf. Die Bild“ legt mit der Schlag­zeile nach: Erster Profi for­dert Knast für Ultras“. Dabei werden die Aus­sagen des Glad­ba­chers Jannik Ves­ter­gaard ver­kürzt dar­ge­stellt, der schlichtweg Strafen für Ran­da­lierer for­derte. Ein dritter Bild“-Aufmacher lautet: Mein Leben als Ultra“, dar­unter unter anderem die Zeile: Keine Frau hält es mit mir aus“.

Doch der Sub­text, Ultras per se mit Ran­dale gleich­zu­setzen und damit einen Groß­teil der nor­malen Sta­di­on­be­su­cher gegen sie auf­zu­bringen, greift offenbar nicht. Zu Beginn der Saison erhalten viele Ultra­gruppen an ihren Info­ständen und bei ihren Dis­kus­si­ons­runden Zuspruch von anderen Fans. Beim Pro­test gegen die Ver­bände (die DFL wird intern mit dem DFB gleich­ge­setzt) sollen explizit alle Sta­di­ongänger ange­spro­chen werden. Das Thema Pyro­technik steht auch des­wegen nicht oben auf der Beschwer­de­liste, son­dern vor allem die Kol­lek­tiv­strafen.