Die Bundesliga-Uhr des HSV hört auf zu ticken

»Irrer Wirbel auf der Geschäftsstelle«

Auch 2015 wurde über die Uhr diskutiert. Damals rettete sich der HSV zum zweiten Mal in Folge in der Relegation. Nach diesen Nahtoderfahrungen sprach sich Vorstandsmitglied Joachim Hilke gegen einen Erhalt der Uhr aus. »Wir schieben so viele Sachen an, die aber häufig von den Symbolen der Vergangenheit überlagert werden«, sagte er. »Wir müssen uns stärker Richtung Zukunft positionieren.«

Uhren-Gipfel auf der Geschäftsstelle

Die »Bild»-Zeitung berichtete danach: »Irrer Wirbel auf der Geschäftsstelle. Sogar Medien-Vertreter aus dem europäischen Ausland wollten von den Bossen wissen, wie es um die berühmte Stadion-Uhr steht. Der HSV-Vorstand berief sofort einen Uhren-Gipfel ein.«

Auf diesem Uhrengipfel und der folgenden Mitgliederversammlung entschied man dann, oh Wunder, doch lieber alles so zu belassen, wie es war. Sowohl der Dino als auch die Uhr durften ihren Job fortführen. Der HSV, so erklärte die Vorstandsetage, wolle aber davon abrücken, sich überwiegend von »solch traditionellen, rückwärtsgewandten Elementen leiten zu lassen«. Ein Prognose wie aus einem Loriot-Sketch. Oder aus einer Walter-Ulbricht-Rede.

»In die Zukunft ausrichten«

Nun endlich also, im Sommer 2019, haben sie aber endgültig genug von der Uhr. Nach dem Konzert der Musikerin Pink, die am 8. Juli 2019 im Volksparkstadion auftritt, wird sie abmontiert. »Wir möchten uns in die Zukunft ausrichten«, sagte Bernd Hoffmann in der »Bild«, »dabei hilft der ständige Blick in den Rückspiegel nicht.«

Halleluja!

Bleibt nur die Frage wer sie bekommt. Das Deutsche Fußballmuseum hatte sich vergangene Woche via Twitter als Abnehmer angeboten. HSV-Manager Bernd Wehmeyer sollte die Uhr einfach zur Pokal-Auslosung am Samstag im Kofferraum mitbringen. Das hat er allerdings nicht getan. Ob nun Reinhard Grindel Interesse bekundet hat, ist nicht bekannt.