Dort­mund – Han­nover 4:1

Es könnte der ent­schei­dende Schritt zur Meis­ter­schaft gewesen sein für den BVB. Traum­tore gegen den neuen Lieb­lings­gegner“ hat Any Given Wee­kend gesehen. Die Schlüs­sel­szene für den Autor: Götzes Solo. In Wirk­lich­keit haben wir es der Ein­zel­leis­tung von Mario Götze zu ver­danken, dass wir so schnell zurück ins Spiel fanden. Der jüngste schwarz-gelbe Feld­spieler bekam im Mit­tel­feld den Ball und setzte sich mit einem Solo gegen die gesamte Han­no­ve­raner Defen­sive durch. … Es war diese beein­dru­ckende Ein­zel­leis­tung, dieser Kraftakt, der dem Rest der Mann­schaft ein Vor­bild gewesen sein muss. Ab da waren alle zu 100% bei der Sache und eben viel effek­tiver als zuvor.“ Man kann es auch ein­fach akus­tisch betrachten, wie Ham­burg Schwarz-Gelb: Meine Fresse ist dieses Sta­dion laut. Oder anders gesagt: Was KANN das Sta­dion laut sein, wenn es will. Gegen Mainz wollte es nicht. Es ver­wei­gerte sich ein­fach kom­plett. Aber gegen Han­nover wollte es wieder. Und wie es wollte. Alter Falter war das laut … Ich bin sehr stolz wenn ich ges­tern denke.“

In den zehn an die Sta­di­ontür gena­gelten Thesen des Han­no­ve­raner Fan­ma­ga­zins zur Nie­der­lage findet sich unter Punkt zwei: Wenn man 96 als ganz nor­malen Erst­li­gisten betrachtet, ist eine deut­liche Nie­der­lage in Dort­mund ja kein Bein­bruch. Misst man 96 aber an den inter­na­tio­nalen Ambi­tionen, war es aber ein­fach zu wenig. Da sind die Ansprüche halt gestiegen.“

Mün­chen und die Fan­pro­teste

Glanzlos und ver­zet­telt“ beti­telt der Stadt­neu­ro­tiker das Wochen­ende aus Bayern-Sicht. Ers­teres Attribut bezieht sich auf das Spiel gegen Mön­chen­glad­bach, letz­teres auf die öffent­li­chen Aus­sagen von Prä­si­dent Uli Hoeneß in den letzten Wochen. Er gif­tete wieder einmal gegen Chris­toph Daum, er erkannte beim zukünf­tigen deut­schen Meister Unsi­cher­heiten, er kri­ti­sierte den DFB, er schimpfte über das Internet, lobte die Serio­sität seines Ver­eins bei der Heynckes-Ver­pflich­tung – nur zu den schwe­lenden Kon­flikten im Verein schwieg er.“ Zu dem öffent­li­chen Pro­test der Fans sei es auch gekommen, weil der Dialog mit dem Verein nicht statt­ge­funden habe. Beide Seiten ver­mit­teln den Ein­druck, nur wenig Inter­esse am gemein­samen Aus­tausch zu haben.“

Auch Breit­nigge hat dazu natür­lich eine Mei­nung“. Und die geht so: Ich kann – bis zu einem gewissen Punkt – die Beweg­gründe der pro­tes­tie­renden Bayern-Fans nach­voll­ziehen. Wenn ich mich in ihre Welt hin­ein­ver­setze … Der Punkt ist – und da hörte es bei mir am Samstag eben auf – dass man bei all diesen Pro­testen (und davon gab es in der letzten Zeit eben eine ganze Menge) nicht ver­gessen sollte, worum es eigent­lich geht. Zum Bei­spiel als Fan seine Mann­schaft zu unter­stützen. Jeder­zeit. Bedin­gungslos. Und vor allem, wenn die das mal braucht. Ansonsten wäre man ja nur ein ›Erfolgsfan‹. Nichts liegt doch den Ultras ferner, oder?“

Pauli und der Becher­wurf

Bei Pauli beginnt das große Zit­tern, wie wohl das Urteil des DFB aus­fallen wird. Beson­ders emp­find­lich könnte sie die Anwen­dung einer alten Fifa-Sta­tute treffen“, führt der Tak­tik­guru aus. Dem­nach rutscht ein Verein nach einem Spiel­ab­bruch auto­ma­tisch in der Tor­dif­fe­renz­wer­tung auf den letzten Platz. Bei Punkt­gleich­heit würden sie dem­nach absteigen, egal wie viel schlechter die Tor­dif­fe­renz der anderen Mann­schaft ist. Sollte der DFB diese Sta­tute der FIFA anwenden, wäre dies ein wei­terer Rück­schlag im Kampf gegen den Abstieg. Dieser ist für St. Pauli spä­tes­tens nach dieser Nie­der­lage bit­terer Ernst.“ Der Klei­neTod bringt das Gefühl der Pauli-Fans nach dem Abbruch auf den Punkt: Fas­sungs­lo­sig­keit. Leider kein April­scherz, son­dern bit­tere Rea­lität.“

Bei den Schalker Blog­gern geht es auch um eine Neu­be­wer­tung des FC St. Pauli. Blo­gund­weiss schreibt etwa: Der Mythos St. Pauli, mit seinen Toten­köpfen, beson­deren Aktionen und ein­zig­ar­tigen Fans hat einen dicken Riss bekommen. Das ist schade. Mehr aber auch nicht.“ Der Königs­blog führt etwas weiter aus: Viel­leicht ist der FC St. Pauli als Marke Freu­den­haus“ ein­fach nur das Che Gue­vara-T-Shirt unter den Fuß­ball­clubs. Manch ein Träger ver­bindet damit eine Aus­sage, aber für viele ist es doch nur ein Stück zum coolen Outfit, das abends in Muttis Wäsche­korb wan­dert bevor man mit Schlaf­anzug ins Bett geht. Es ist irgendwie jung, irgendwie anders und zwi­schen den ganzen Ober­hem­den­clubs der Liga auch irgendwie auf­re­gend, aber alleine für sich nur ein bil­liges Klei­dungs­stück im Ver­sand­ka­talog Bun­des­liga.“ Der Schal­kefan findet es dagegen vor allem schade, dass das Sport­liche in den Hin­ter­grund rückte. Natür­lich war der Bier­be­cher­wurf die Tat eines Ein­zelnen, der zudem den Treffer seines Lebens lan­dete. Bei 100 Ver­su­chen landet ein aus 20 bis 30 Metern geschleu­derter gefüllter Becher min­des­tens 99 Mal bes­ten­falls auf dem Rasen. Dumm für St. Pauli, dass es diesmal anders lief. Dumm aber auch für Schalke. Denn so wurde ein sport­lich anspre­chender Auf­tritt am Mill­erntor zur Neben­sache.“

Und sonst so?

In Lever­kusen gehen die Blogger nach dem 1:0 beim 1. FC Kai­sers­lau­tern vom Errei­chen des zweiten Platzes aus, nicht mehr, nicht weniger. catenaccio: Sieben Punkte liegt man hinter dem BVB und sieben Punkte vor dem FC Bayern. Man hat zwar schon so einiges gesehen, doch der­zeit hat man nicht das Gefühl, dass sich an dieser durchaus posi­tiven Situa­tion noch groß etwas ändern wird. Der BVB hat einen wei­teren großen Schritt Rich­tung Meis­ter­schaft gemacht, aber Lever­kusen halt auch in Rich­tung Vize­titel.“

Im Werder Exil hakt man das 1:1 gegen den VfB Stutt­gart schnell ab und widmet sich den per­so­nellen Plan­spielen auf der Tor­hü­ter­po­si­tion. Knack­punkt dürfte Tim Wiese werden, der einen Ver­trag bis 2012 hat, dessen Gehalts­wün­sche aber wohl ohne Cham­pions-League-Teil­nahme nicht erfüllt werden können. Ver­län­gern oder ver­hö­kern – und wenn ja, wohin? Und dann sind ja noch drei andere Keeper… Fazit: Es ist auf jeden Fall eine ver­zwickte Situa­tion.“

Über den 1:0‑Sieg des 1. FC Köln gegen den 1. FC Nürn­berg in letzter Minute schreibt der FC-Blog: Eigent­lich war es ein lang­wei­liges Spiel. Um ehr­lich zu sein sogar ein wirk­lich schlechtes.“ Doch dann kam ja die 92. Minute. Wäh­rend der Finger schon auf dem Aus-Knopf der Fern­be­die­nung lag und auf den ersehnten Pfiff war­tete um end­lich abzu­schalten (vorher gehen oder aus­schalten geht gegen meinen Fan­stolz), kam der FC noch einmal über die linke Seite…“ Der Spiel­be­ob­achter erin­nert zum siebten Heim­sieg in Folge an die beste der­ar­tige Serie der Ver­eins­ge­schichte. Damals, als sogar neun Spiele zu Hause nach­ein­ander gewonnen wurden, wurde der FC Meister…

Chris­toph Daums erstes Spiel als Frank­furter Trainer wäre ja bei­nahe mit einem (unver­dienten) Aus­wärts­sieg in Wolfs­burg beglückt worden. Doch auch so hat sich schon einiges ver­än­dert bei Ein­tracht Frank­furt“, schreibt der Blog‑G. Unter anderem der Trai­nings­plan, der deut­lich ver­dichtet wurde: Der nächste trai­nings­freie Tag für die Profis ist erst am kom­menden Sonntag, bis dahin ist schwitzen und schuften ange­sagt.“

Auf Schalke schaut man schon nach vorne. Auf das Cham­pions-League-Vier­tel­fi­nale gegen Inter Mai­land, das am Dienstag ansteht. Web 0.4 hat sich sogar einen Reim darauf gemacht. Kurze Lese­probe: Wer denkt, das Twix hieße noch Raider / heißt ver­mut­lich Wesley Sneijder.“

Das 11FREUNDE-Fazit:

Wenigs­tens stellt sich im aktu­ellen Fall die Frage nicht, wie der Übel­täter das Wurf­ge­schoss ins Sta­dion bekommen hat. Weil er das Plas­tik­be­hältnis nebst Inhalt schlicht und ein­fach käuf­lich erworben hat. Bier­be­cher­wurf? Naja, vom Ein­falls­reichtum her nicht das Aller­dollste. Gab da doch schon Bes­seres, in anderen Län­dern. Aber viel­leicht war dem Pauli-Fan auch die Frage zu knifflig, wie er einen Schweins­kopf oder auch eine Vespa ins Sta­dion bekommt. Und viel­leicht war ihm auch der gute alte Golf­ball, im Breisgau ja für solche Zwecke recht beliebt, dann doch zu gefähr­lich. Nun gut, Abbruch also, auch dar­über kann man dis­ku­tieren, weil das Spiel ja sowieso fast vorbei war und 2:0 für Schalke stand. Mit an Sicher­heit gren­zender Wahr­schein­lich­keit wird es ja nun auch so gewertet. Alles irgendwie lang­weilig. Aber auch nicht unser Bier.