Bayern – Dort­mund 1:3 (1:2)

Ihr seid Helden“, attes­tiert Any Given Wee­kend den ersten Dort­munder Sie­gern in Mün­chen seit 20 Jahren. Selbst die Top­stars der Bayern ver­zwei­felten ges­tern an einem BVB voller Selbst­be­wusst­sein und Lei­den­schaft. Drei Tage nach der Bayern-Gala in San Siro folgte der Borussen-Ball in der Arro­ganz-Arena… Es war ein magi­scher Abend, wir hatten elf junge Helden auf dem Platz und das wurde von den ganz offen­sicht­lich und wenig über­ra­schend stimm­lich über­le­genen Fans im Sta­dion ent­spre­chend gefeiert.“ Ham­burg Schwarz-Gelb freut sich die­bisch über die Macht­de­mons­tra­tion: Hätten wir ver­loren müssten wir wohl überall lesen, dass wir eigent­lich nur deut­scher Meister geworden sind, weil sich Robben in der Hin­runde ver­letzt hat. Nun hat er aber gespielt, der Über­flieger und was hat es ihnen genützt? Nein, wir werden nicht deut­scher Meister von Gnaden des FC Hol­ly­wood, wenn wir es werden, dann weil wir dieses Jahr ein­fach besser sind als die. Der BVB ist die beste Mann­schaft der Saison 10/11.“

Auf der Ver­lie­rer­seite gibt man sich fair. Herz­li­chen Glück­wunsch, Borussia Dort­mund. Soviel Zeit muss sein“, schreibt Breit­nigge. Zu einer groß­ar­tigen Saison, zu all den Rekorden, zu einer sel­tenen Über­le­gen­heit in der Liga und ganz im Beson­deren zu einer fast feh­ler­losen Leis­tung beim Gast­spiel in Mün­chen.“ Doch natür­lich sitzt der Sta­chel tief: Ich bin total ange­fressen, dass wir seit einiger Zeit im 2‑Jahresrhythmus von irgend­einer Fahr­stuhl­mann­schaft um den Titel gebracht werden. Erst Stutt­gart, dann Wolfs­burg und jetzt der BVB.“ Wobei man dazu fai­rer­weise sagen muss: Der schwarz-gelbe Fahr­stuhl fährt seit drei Jahren schnur­stracks nach oben.

Bremen – Lever­kusen 2:2 (0:1)

catenaccio hadert mit dem Gegentor in letzter Minute – aber auch mit der Spiel­weise der Lever­ku­sener. Normal wäre es gewesen so einen Vor­sprung zu ver­walten. 1 – 2 Konter zu fahren und dann auf 3:0 oder 4:0 zu erhöhen. Dann aber kam alles anders. Kieß­ling ver­senkte zunächst eine Flanke von Trinks im eigenen Tor, bei einen Konter für Lever­kusen setzte er dann den Ball neben den Kasten des Geg­ners und am Ende nickte Prödl ein. Rene Adler dürfte den Kaffee auf­ge­habt haben.“

Über das Spiel schweigt man sich im Werder Exil wie vor­ge­nommen aus. Doch die Per­so­na­lien werden aus­führ­lich behan­delt: Das Startelf-Debüt von Trinks hat mir gut gefallen. Warum ein Wagner den Vorzug gegen­über einem Avdic bekommt, ver­stehe ich aller­dings über­haupt nicht. Ich habe selten jemanden gesehen, der unge­fähr­li­cher agiert. Die Idee, Hunt, Marin und Arn­au­tovic auf die Bank zu setzen, fand ich gar nicht ver­kehrt. Ich werde das Gefühl nicht los, dass gerade Hunt und Arn­au­tovic den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt haben.“

Schalke – Nürn­berg 1:1 (0:1)

Schalke 04 ver­suchte das Spiel gegen den 1. FC Nürn­berg mit halber Kraft zu gewinnen und musste erkennen, dass dazu die Klasse fehlt“, schreibt der Königs­blog. Das Ergebnis waren wei­tere Punkt­ver­luste und ein erneut ent­täuschtes Publikum.“ Die Prio­ri­täten sind für die Ver­ant­wort­li­chen andere, meint der Autor: Mitt­woch, in Mün­chen um 20:30 Uhr wird Schalkes Hail-Mary-Spiel der Saison 2010/2011 ange­pfiffen. Eine Woche später geht es in Gel­sen­kir­chen gegen Valencia vor allem um viel Geld. Felix Magath störte das von Unzu­läng­lich­keiten geprägte Schalker Spiel gegen Nürn­berg also nicht. Mich schon, und rund 90% der 61.431 Zuschauer auch.“ Auch der Schal­kefan richtet den Blick nun wieder nach unten: 24 Spiele, 30 Punkte – wird dieser Schnitt bei­be­halten, beendet Schalke die Spiel­zeit mit 42 Zäh­lern und damit aller Erfah­rung nach über dem Strich. Seit Samstag ist es erlaubt in diesen Kate­go­rien zu denken.“

Auf Nürn­berger Seite führt bel­schanov von den Club­fans United Zwie­sprache mit sich selbst. Das liest sich dann so: Hör auf, zu nör­geln, bel­schanov, und freu dich! Hät­test du gedacht, dass der Club vier der ersten sieben Rück­run­den­spiele gewinnt und zweimal unent­schieden spielt? Hät­test du gedacht, dass der Club zehn Spiel­tage vor dem Sai­son­ende 36 Punkte hat und auf Platz acht im gesi­cherten Mit­tel­feld steht? Hät­test du das gedacht? – Nein, hätte ich nicht gedacht. – Dann freu dich und sei zufrieden! – Is ja gut, Freunde. Is ja gut.“

Kai­sers­lau­tern – Ham­burg 1:1 (1:0)

Es ist eine Saison zum ver­gessen“, seufzt Ned Fuller. Ein Punkt in Kai­sers­lau­tern zu holen ist bestimmt nicht schlecht. Mich wurmt es nur so, daß wir einmal in 90 Minuten Fuß­ball spielen und ein Tor schießen. Wir können es also doch. Zeigen es eben nur nicht häufig genug. Wie so häufig, in dieser Saison.“ In Plei­te­gei­gers Weblog wird der­weil eine wilde These auf­ge­bracht: Ich glaube, der HSV hat es sich ins­ge­heim zum Ziel gemacht, Wer da? in die zweite Liga zu bringen. Denkt doch mal nach! Es macht alles Sinn. Die Punkte, die wir immer bei Geg­nern im unteren Tabel­len­drittel liegen lassen… Sie helfen anderen da raus und stoßen Werder weiter rein.“ Inter­es­santes Gedan­ken­spiel allemal…

Der Betze brennt macht der­weil erst­mals echte Unruhe beim FCK“ aus. Natür­lich werden auch die Anfein­dungen gegen Stürmer Srdjan Lakic auf­ge­ar­beitet. Die Beschrei­bung der Szenen vor der West­kurve endet mit dem Fazit: Sehr chao­ti­sche Minuten, die wohl noch einige Tage für Gesprächs­stoff sorgen und mit Sicher­heit auch wei­tere Reak­tionen her­vor­rufen werden. Ob das Ver­hältnis zwi­schen Fans und Stürmer noch zu kitten ist? Ein­fa­cher wurde die Gesamt­si­tua­tion durch diese Vor­komm­nisse jeden­falls nicht.“

Und sonst so?

End­lich mal wieder ein dre­ckiger Sieg“, freut sich der 05er Fan­blog über das Mainzer 2:1 gegen Hof­fen­heim. Auch wenn einige Spieler nicht auf der Höhe ihrer Leis­tungs­fä­hig­keit waren (Soto und Ivan­schitz sowie Heinz Müller) so reichte die geschlos­sene Mann­schafts­leis­tung um den Sieg nach Hause zu fahren!“

Samba Köln ist nach dem fünften Heim­sieg in Folge natür­lich freudig gestimmt. Den ent­schei­denden Treffer erzielte Poldi kurz vor Schluss aus vollem Lauf mit einem sen­sa­tio­nellen Heber aus 25m. WAHN­SINN! Tor des Monats min­des­tens!“

Das 11FREUNDE-Fazit:

Zwei Tore Unter­schied. Sie hatten ja Recht, die Bayern-Bosse. Letzte Fragen beant­wortet. Wer noch Zweifel am Aus­gang der Deut­schen Fuß­ball­meis­ter­schaft 2011 hatte, der weiß nun Bescheid. Und nur um das noch einmal klar­zu­stellen: Der Dort­munder Erfolg ist weder eine zufällig ins Zimmer geschwirrte Ein­tags­fliege, noch eine Anhäu­fung von glück­li­chen Fügungen. Er ist das Pro­dukt andau­ernder Mühen und vieler umsich­tiger Ent­schei­dungen. Wie hat Klopp vor einigen Wochen gesagt? Wir arbeiten wie die Tiere!“ Nun, zwei Chancen hat ja das Biest aus dem Süden noch, am Ende auch ein biss­chen ani­ma­li­scher Fei­er­lust frönen zu dürfen. Viel Glück.